Bistum

25 Jahre Priester

Redaktion am 09.07.2025

Info Icon Foto: Michael Scheer
In der Pfarr- und Wallfahrtskirche Feichten feierte Pfarrer Michael Witti sein silbernes Priesterjubiläum.

Eine „silberne Hochzeit“ wird zumeist von den Paaren ausgiebig gefeiert. Auch Michael Witti feierte vor Kurzem seine „Hochzeit mit Jesus“. Dazu war der ganze Pfarrverband geladen. Zuerst im Gottesdienst, dann in der Festhalle wurde kräftig gefeiert und Geschenke an den beliebten Ortspfarrer überreicht. Christine Limmer sprach mit ihm über Zukunft, Bewegungsgründe und Aussichten der Kirche. 

Was hat Sie damals ange­trie­ben, den Beruf eines Geist­li­chen zu ergreifen? 

Pfar­rer Wit­ti: Ich war fas­zi­niert von Jesu Bot­schaft, die auch heu­te noch ein genia­les Pro­gramm für die­se Welt wäre. In der Lit­ur­gie und im täg­li­chen Leben SEI­NE Gegen­wart spü­ren; SEI­NE Spu­ren im Leben der Men­schen ent­de­cken und zur Spra­che brin­gen an den Kno­ten­punk­ten des Lebens

Wür­den Sie nach jet­zi­ger Lage wie­der die­sen Beruf ergreifen? 

Pfar­rer Wit­ti: Ich weiß nicht, was ich heu­te machen wür­de, wenn ich die Zusa­gen für zwei ganz unter­schied­li­che Stu­di­en­gän­ge in Hän­den hal­ten wür­de. Ich weiß nur, dass ich es nicht bereue…

Was bedeu­tet das Pries­ter­amt für Sie? 

Pfar­rer Wit­ti: Got­tes Spu­ren im Leben frei­le­gen, spür­bar machen, zur Spra­che brin­gen. Es ist ein Dienst in Got­tes Namen“ für die Men­schen von heute

War­um wer­den Pries­ter in der heu­ti­gen Zeit noch gebraucht?

Pfar­rer Wit­ti: In den 90er Jah­ren gab es eine Wer­be­kam­pa­gne der deut­schen Bis­tü­mer mit dem Slo­gan: Wir brau­chen kei­ne from­men Jungs, wir brau­chen Pries­ter“ – Ich glau­be, das gilt heu­te noch viel mehr; Men­schen, die Gott in der Welt erspü­ren und davon erzäh­len; die gott­voll und men­schen­nah die Sakra­men­te fei­ern. Bei der Begrü­ßung an der Fach­hoch­schu­le hat es damals gehei­ßen: Zwei Din­ge müs­sen sie selbst mit­brin­gen, die kön­nen sie an kei­ner Hoch­schu­le ler­nen: Sie müs­sen Geschich­ten so erzäh­len kön­nen, dass ihnen die Men­schen gern zuhö­ren und Sie müs­sen die Men­schen mögen und die Men­schen müs­sen das auch spü­ren können.“

Gibt es für Sie ein Vorbild? 

Pfar­rer Wit­ti: Prä­gen­de Gestal­ten waren für mich zum einen Hei­mat­pfar­rer Eustach Bier­mei­er, der mich getauft hat. Er hat mei­ne Pries­ter­wei­he lei­der nicht erlebt. Und zum ande­ren mei­ne Leh­rer in der Schul­zeit und beson­ders auch an der Fach­hoch­schu­le und der Uni Pas­sau. Prä­gend waren die drei Jah­re als stu­den­ti­sche Hilfs­kraft bei Prof. Dr. Karl Schlem­mer am Lehr­stuhl für Lit­ur­gie­wis­sen­schaft und Pas­to­ral­theo­lo­gie in Pas­sau. Er hat mich auf gro­ße inter­na­tio­na­le Sym­po­si­en mit­ge­nom­men und ich konn­te immer wie­der Arti­kel und kur­ze Rezen­sio­nen für den Anzei­ger für die Seel­sor­ge“ schrei­ben, den er damals her­aus­ge­ge­ben hat. Wei­ter­hin waren auch Regens und spä­te­rer Pfar­rer Josef Werk­stet­ter für mich wich­tig, der beim Fest­tag kon­ze­le­briert hat. Der mit den Men­schen sei­nes Bis­tums ver­wach­se­ne Bischof Dr. Franz Xaver Eder war eine wei­te­re Per­son, die ich mir zum Vor­bild genom­men habe. 

Info Icon Foto: Michael Scheer
Geschenk vom Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und vom Mesner aus Heiligkreuz: Eine neue Stola entworfen von Christine Limmer.

Was muss sich im Appa­rat Kir­che ändern, um attrak­tiv zu werden/​bleiben. Wo sind die Per­spek­ti­ven der Kirche? 

Pfar­rer Wit­ti: Nur dort, wo wir im Leben der Men­schen noch vor­kom­men, wo wir als Men­schen mit­ten in der Welt sein Evan­ge­li­um glaub­haft und geer­det leben, wo durch uns Hoff­nung spür­bar wird und leben­di­ge Brü­cken gebaut wer­den, wer­den wir als Schwes­ter und Brü­der der Men­schen Zukunft haben.

Fehlt Ihnen zuwei­len eine Fami­lie, jemand der da ist, wenn man nach Hau­se kommt? 

Pfar­rer Wit­ti: Manch­mal gibt es die Erfah­rung der Ein­sam­keit, die es aus­zu­hal­ten gilt. Das ist ja eine Erfah­rung, die – auch ohne Zöli­bat – immer mehr Men­schen jeden Alters in unse­rer Gesell­schaft machen. Aber meist bin ich nach lan­gen Tagen froh, wenn ich die Tür hin­ter mir zu machen kann, wenn es still wird — grad schnarcht die Pau­la (Redak­ti­on: die Bea­g­le­hün­din des Pfar­rers) neben mir — wenn man zur Ruhe und dann auch zu einem stil­len Gebet nach einem Tag mit oft viel zu vie­len Ein­drü­cken kom­men kann.

Was braucht es für einen Pfar­rer damit er nicht ins Burn­out kommt?

Pfar­rer Wit­ti: Es braucht Aus­zei­ten“, nicht als kom­pak­ter Jah­res­ur­laub, son­dern auch als klei­ne täg­li­che Zeit-Res­sour­cen. Das Bre­vier“, also das Stun­den­ge­bet der Kir­che, ist hier ein echt guter Leit­fa­den für Unter­bre­chun­gen, auch wenn es nicht immer gelingt. Ich spü­re auch, dass ich den ein­zi­gen frei­en Tag mit den Jah­ren immer mehr brau­che, auch wenn es oft nur zum Aus­schla­fen und mal zum Nichts­tun reicht.

Nach der sil­ber­nen Hoch­zeit”… Wo sehen Sie sich bei der gol­de­nen Hochzeit”?

Pfar­rer Wit­ti: Da wür­de ich mir am liebs­ten hier bei den Men­schen sehen, die mir in den ver­gan­ge­nen 18 Jah­ren zur Hei­mat gewor­den sind. Noch nie durf­te ich vor­her so lan­ge an einem Ort leben. Wenn es hier im Ruhe­stand dann noch einen Platz für mich irgend­wo geben soll­te, wür­de ich wohl auch dann noch pre­di­gend von die­sem unglaub­li­chen Gott erzäh­len, der an uns Men­schen einen Nar­ren gefres­sen hat – solan­ge die Leu­te mir noch zuhö­ren wollen.

Lebens­lauf von Pfar­rer Micha­el Witti: 

Pfar­rer Micha­el Wit­ti wur­de am 1. Sep­tem­ber 1973 in Sim­bach am Inn gebo­ren und ist in der Gemein­de Kirch­ham auf­ge­wach­sen. Nach der drit­ten Klas­se hat er sich ent­schie­den, Minis­trant zu wer­den. Geprägt wur­de er vom sehr mensch­li­chen Pfar­rer Eustach Bier­mei­er, der wäh­rend sei­ner Stu­di­en­zeit starb. Er hat ihm den Pri­miz­kelch ver­macht, der heu­te noch im Ein­satz ist. Nach der Haupt­schu­le wech­sel­te er in die Real­schu­le Sim­bach, war dort Schul­spre­cher. Anschlie­ßend hat er die Fach­hoch­schu­le mit mathe­ma­tisch-natur­wis­sen­schaft­li­chem Zweig besucht. Als die Fra­ge nach einem Stu­di­um kam stan­den Archi­tek­tur in Mün­chen und Reli­gi­ons­päd­ago­gik in Eich­stätt zur Aus­wahl. Zusa­gen erhielt er für bei­de Rich­tun­gen. Ich hab mich für die Kir­che‘ ent­schie­den, um nach den Natur­wis­sen­schaf­ten was ande­res zu haben“. 

In Eich­stätt hat er vier Semes­ter stu­diert, sei­nen Zivil­dienst in der ambu­lan­ten Pfle­ge der Cari­tas gemacht. Danach hat er sich das Pries­ter­se­mi­nar ange­schaut und durch den Zuspruch von Pfar­rer Josef Werk­stet­ter trat er dem bei. 1995 star­te­te er zum Win­ter­se­mes­ter und hat das Fach Theo­lo­gie an der Uni Pas­sau mit Freu­de stu­diert. 1999 folg­te der Diplom­ab­schluss in Theo­lo­gie und er begann ein Jah­res­prak­ti­kum im Pfarr­ver­band Eichen­dorf. Nach der Dia­ko­nen­wei­he ließ er sich am 1. Juli 2000 im Pas­sau­er Dom zum Pries­ter wei­hen. Drei Jah­re war er als Kaplan in Hau­zen­berg, dann vier Jah­re als Kaplan und Kur­seel­sor­ger in Bad Füs­sing. Im Sep­tem­ber 2007 konn­te er den Pfarr­ver­band Hei­lig­kreuz- Feich­ten über­neh­men. 2011 kamen die Pfar­rei­en Wald/​Alz und Hart/​Alz dazu. Er wur­de zum bischöf­li­chen Beauf­trag­ten für Rund­funk und Fern­se­hen beru­fen und arbei­tet heu­te noch in der Pre­digt­aus­bil­dung im Bis­tum mit. 

Text: Tine Lim­mer
Bil­der: Micha­el Scheer

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