Bischof

Frater Symeon-Maria Fiedler OSB zum Priester geweiht

Redaktion am 13.07.2026

Info Icon Foto: Diana Millgramm
Während der Allerheiligenlitanei liegt Frater Symeon-Maria Fiedler ausgestreckt vor dem Altar – ein eindrucksvolles Zeichen der Hingabe an Gott auf dem Weg zum Priestertum.

Ein besonderer Festtag vereinte am Samstag in Niederalteich gleich mehrere Anlässe: 

Wäh­rend das St.-Gotthard-Gymnasium sein Som­mer­fest fei­er­te und die Bene­dik­ti­ner das Hoch­fest ihres Ordens­grün­ders, des hei­li­gen Bene­dikt, begin­gen, emp­fing Fra­ter Sym­e­on-Maria Fied­ler OSB in der voll besetz­ten Basi­li­ka durch den Pas­sau­er Bischof Dr. Ste­fan Oster die Pries­ter­wei­he. Zahl­rei­che Gläu­bi­ge, Freun­de, Weg­be­glei­ter und Gäs­te aus nah und fern waren gekom­men, um die­ses beson­de­re Ereig­nis mitzuerleben.

Bereits zu Beginn der Fei­er stell­te Bischof Ste­fan Oster fest, dass vie­le einen wei­ten Weg auf sich genom­men hät­ten, um die­sen Tag gemein­sam mit dem Wei­he­kan­di­da­ten zu fei­ern. Der Got­tes­dienst sei des­halb in jeder Hin­sicht ein Fest­tag“ – für die Schul­fa­mi­lie des St.-Gotthard-Gymnasiums, für den Bene­dik­ti­ner­or­den und vor allem für Fra­ter Sym­e­on-Maria selbst.

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Bischof Dr. Stefan Oster spannte in seiner Predigt den Bogen über den Lebensweg des Neupriesters und machte deutlich, dass auch Umwege Teil von Gottes Plan sein können.

Ein­drucks­voll gestal­te­te sich die Wei­he­lit­ur­gie, deren Kern die Hand­auf­le­gung und das Wei­he­ge­bet bil­de­ten. Zuvor ver­sprach der Wei­he­kan­di­dat dem Bischof Gehor­sam und Treue. Beson­ders bewe­gend war die Aller­hei­li­gen­li­ta­nei: Wäh­rend die Gemein­de die Hei­li­gen um ihre Für­spra­che anrief, lag Fra­ter Sym­e­on-Maria aus­ge­streckt vor dem Altar – ein Zei­chen der völ­li­gen Hin­ga­be an Gott. Dass die­ser Teil der Lit­ur­gie beson­ders aus­führ­lich gestal­tet wur­de, ent­sprach sei­nem per­sön­li­chen Wunsch. Anschlie­ßend leg­te zunächst Bischof Oster, danach alle anwe­sen­den Pries­ter schwei­gend die Hän­de auf den Wei­he­kan­di­da­ten. Mit der Ein­klei­dung in Sto­la und Mess­ge­wand sowie der Sal­bung der Hän­de mit Chri­sam wur­de sicht­bar, dass Fra­ter Sym­e­on-Maria nun in den pries­ter­li­chen Dienst der Kir­che auf­ge­nom­men war.

In sei­ner Pre­digt spann­te Bischof Oster einen Bogen über den außer­ge­wöhn­li­chen Lebens­weg des Neu­pries­ters. Von Ber­lin über zahl­rei­che Sta­tio­nen habe ihn sein Weg schließ­lich nach Nie­der­al­t­eich geführt. Jetzt wei­he ich dich im zar­ten Alter von 50 zum Pries­ter“, sag­te der Bischof mit einem Augen­zwin­kern. Die vie­len Erfah­run­gen, die Fra­ter Sym­e­on-Maria in sei­nem Leben gesam­melt habe – in der Gas­tro­no­mie eben­so wie in sei­nem viel­fäl­ti­gen ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment –, sei­en kei­ne ver­lo­re­ne Zeit gewe­sen. Viel­mehr habe sich in allem stets die Fra­ge nach dem Sinn des Lebens verborgen.

Die­sen Gedan­ken griff Oster anhand zahl­rei­cher bibli­scher Per­sön­lich­kei­ten auf. Auch Mose, David oder Ester sei­en nicht den gera­den Weg gegan­gen. Oft sei­en Umwe­ge not­wen­dig, um schließ­lich dort anzu­kom­men, wo Gott einen haben wol­le. Dem Weg Got­tes fol­gen, ihn suchen – die­ser Weg baut uns auf“, sag­te der Bischof. Gott schen­ke den Men­schen alles, was sie brauch­ten, um zu ler­nen und zu ver­ste­hen. Gera­de schein­ba­re Umwe­ge gehör­ten oft zu sei­nem Plan.

Da die Pries­ter­wei­he am Hoch­fest des hei­li­gen Bene­dikt statt­fand, ging Oster auch auf den Ordens­grün­der und Patron Euro­pas ein. Das Leben im Klos­ter bedeu­te Gemein­schaft – auch dann, wenn man sich sei­ne Mit­brü­der nicht aus­su­chen kön­ne. Er bemerk­te, man tre­te schließ­lich in das Klos­ter ein, in dem man auch ster­ben wer­de. Gera­de des­halb gel­te es, Gemein­schaft ein­zu­üben und sich in Demut auf­ein­an­der ein­zu­las­sen. Die ewi­ge Pro­fess habe Fra­ter Sym­e­on-Maria bereits vor eini­ger Zeit abge­legt; nun fol­ge mit der Pries­ter­wei­he der nächs­te Schritt sei­nes Weges.

Der Bischof sprach außer­dem über das Pries­ter­amt, das heu­te glei­cher­ma­ßen gefragt wie umstrit­ten sei. Ange­sichts sin­ken­der Pries­ter­zah­len und schwin­den­der Auto­ri­tät in der Gesell­schaft erschei­ne die­ser Dienst vie­len kaum noch vor­stell­bar. Den­noch blei­be er von gro­ßer Bedeu­tung. Pries­ter han­del­ten im Auf­trag Got­tes, könn­ten den Men­schen Schuld ver­ge­ben und ihnen damit Las­ten abneh­men. Wir dür­fen dank­bar sein, dass sich Sime­on zur Ver­fü­gung stellt“, beton­te Oster.

Nicht nur die Lit­ur­gie, son­dern auch die Musik ver­lieh dem Got­tes­dienst eine ganz beson­de­re Atmo­sphä­re. Dafür hat­te Fra­ter Sym­e­on-Maria eigens einen Pro­jekt­chor ins Leben geru­fen. Sän­ge­rin­nen und Sän­ger aus den unter­schied­lichs­ten Sta­tio­nen sei­nes Lebens – aus Gemein­den, in denen er tätig war, aus sei­nem Freun­des­kreis und wei­te­ren Weg­ge­mein­schaf­ten – waren dafür zusam­men­ge­kom­men. Unter der Lei­tung von Bern­hard Falk gestal­te­ten sie die Fei­er musi­ka­lisch auf beein­dru­cken­de Wei­se. Für vie­le Gän­se­haut­mo­men­te sorg­ten die her­vor­ra­gen­den Solis­ten eben­so wie das eigens auf­ge­führ­te Agnus Dei – Chris­te, du bist das Lamm Got­tes“, des­sen Text und Musik Fra­ter Sym­e­on-Maria bereits in sei­ner Jugend selbst kom­po­niert hat­te. Wie groß das Netz­werk des Neu­pries­ters ist und wie sehr er Men­schen ver­bin­det, zeig­te sich nicht nur im Pro­jekt­chor, son­dern auch unter den zahl­rei­chen Got­tes­dienst­be­su­chern. Vie­le ehe­ma­li­ge Weg­be­glei­ter, Freun­de und Gäs­te aus den ver­schie­dens­ten Lebens­ab­schnit­ten waren nach Nie­der­al­t­eich gekom­men. Auch am St.-Gotthard-Gymnasium ist Fra­ter Sym­e­on-Maria durch sei­ne Arbeit mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern bes­tens bekannt und wegen sei­ner herz­li­chen Art sehr geschätzt. Die gro­ße Freu­de über die Pries­ter­wei­he war den Gäs­ten wäh­rend des gesam­ten Tages anzu­mer­ken. Immer wie­der waren herz­li­che Begeg­nun­gen zu beob­ach­ten, Freun­de aus Jugend­ta­gen, frü­he­re Weg­ge­fähr­ten und Mit­schü­ler nutz­ten die Gele­gen­heit, dem Neu­pries­ter per­sön­lich zu gra­tu­lie­ren und die­sen beson­de­ren Moment gemein­sam mit ihm zu erleben.

Nach dem fei­er­li­chen Pri­miz­se­gen und dem Aus­zug aus der Basi­li­ka setz­te sich der Fest­tag auf dem Som­mer­fest des St.-Gotthard-Gymnasiums fort. Dort misch­te sich der Neu­pries­ter unter die zahl­rei­chen Besu­cher, fei­er­te gemein­sam mit sei­nen Gäs­ten wei­ter und ließ den außer­ge­wöhn­li­chen Tag inmit­ten der Schul­fa­mi­lie aus­klin­gen – jener Gemein­schaft, mit der das Klos­ter Nie­der­al­t­eich seit vie­len Jah­ren eng ver­bun­den ist. So wur­de die Pries­ter­wei­he nicht nur zu einem per­sön­li­chen Mei­len­stein für Fra­ter Sym­e­on-Maria Fied­ler, son­dern zu einem Fest, das weit über die Mau­ern der Basi­li­ka hinausstrahlte.

Text: Dia­na Millgramm

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