Jugend

Cantate Domino – #comeandsing

Redaktion am 22.07.2025

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Beim 45. Internationalen Chorfestival der Pueri Cantores in München erlebten rund 4.500 Kinder und Jugendliche aus 18 Ländern Musik als Brücke des Friedens.

Vom 16. bis 20. Juli war Mün­chen Gast­ge­ber des 45. Inter­na­tio­na­len Chor­fes­ti­vals der Pue­ri Can­to­res. Unter dem Leit­ge­dan­ken CAN­TA­TE DOMI­NO – Viel­stim­mig für den Frie­den – #comeand­sing“ ver­sam­mel­ten sich rund 4.500 Kin­der und Jugend­li­che aus 18 Län­dern aller Kon­ti­nen­te in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt, um gemein­sam zu sin­gen, zu beten und die ver­bin­den­de Kraft der Musik zu erleben.

Die fei­er­li­che Schirm­herr­schaft über das Musik­ereig­nis über­nah­men Land­tags­prä­si­den­tin Ilse Aigner und Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx. Über meh­re­re Tage hin­weg bot das Fes­ti­val ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm aus Kon­zer­ten, Got­tes­diens­ten, Frie­dens­ge­be­ten sowie Begeg­nun­gen in sozia­len Ein­rich­tun­gen. Neben dem musi­ka­li­schen Aus­tausch stan­den auch gemein­sa­mes Essen, Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und inter­kul­tu­rel­le Begeg­nun­gen im Mittelpunkt.

Die jun­gen Sän­ge­rin­nen und Sän­ger zeig­ten ein­drucks­voll, wie Musik Gren­zen über­win­det und Men­schen unter­schied­li­cher Her­kunft zusam­men­führt – ein star­kes Zei­chen für Frie­den und Ver­stän­di­gung in einer von Viel­falt gepräg­ten Welt.

Die Passauer Chöre

Mit gro­ßer Begeis­te­rung nah­men auch 65 Kin­der und Jugend­li­che aus dem Bis­tum Pas­sau am inter­na­tio­na­len Chor­fes­ti­val teil. Sie waren Teil der gro­ßen musi­ka­li­schen Gemein­schaft, die sich in Mün­chen ver­sam­mel­te, um gemein­sam ein Zei­chen des Frie­dens zu set­zen. Ver­tre­ten waren die Alt­öt­tin­ger Kapell­sing­kna­ben und die Mäd­chen­kan­to­rei unter der Lei­tung von Her­bert Hager, die SAMIS aus Eichen­dorf unter der Lei­tung von Eva-Maria Mül­ler sowie der Jugend­ka­the­dral­chor des Pas­sau­er Domes unter der Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger. Auch sie tru­gen mit ihren Stim­men zur klang­vol­len Viel­falt des Fes­ti­vals bei und erleb­ten unver­gess­li­che Tage vol­ler Musik, Begeg­nung und Gemeinschaft.

Mor­gen wer­den alle Kin­der der Welt den Frie­den Got­tes singen.”

Abbé Maillet, Gründer der Pueri Cantores

Der Grün­der der Pue­ri Can­to­res, Abbé Mail­let (1896 – 1963), ließ sich von einer bewe­gen­den Visi­on lei­ten: Mor­gen wer­den alle Kin­der der Welt den Frie­den Got­tes sin­gen.“ Aus die­sem Grund sind das Sin­gen von Got­tes Frie­dens­ver­hei­ßung und das Gebet für den Frie­den in der Welt fes­ter Bestand­teil jedes gro­ßen Chor­tref­fens der Pue­ri Can­to­res. Im Münch­ner Lieb­frau­en­dom fan­den ins­ge­samt sie­ben gro­ße Frie­dens­ge­be­te statt. Für die Teil­neh­mer aus Pas­sau war es ein ein­drucks­vol­les Erleb­nis und zugleich eine gro­ße Ehre, gemein­sam mit der Münch­ner Dom­mu­sik am Frei­tag, den 18. Juli, um 22 Uhr das Nacht­ge­bet im bis auf den letz­ten Platz gefüll­ten Dom musi­ka­lisch mitzugestalten.

Musikalische Gänsehautmomente

Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger war bereits seit meh­re­ren Jah­ren Mit­glied der Arbeits­grup­pe, die das offi­zi­el­le Chor­buch für das Fes­ti­val erstell­te. Die­ses Chor­buch wur­de welt­weit an alle teil­neh­men­den Chö­re ver­sandt und ermög­lich­te so eine opti­ma­le Vor­be­rei­tung auf das gemein­sa­me Sin­gen. In Mün­chen erklan­gen zudem eige­ne Kom­po­si­tio­nen des Pas­sau­er Dom­ka­pell­meis­ters, die unter ande­rem bei der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung, den Frie­dens­ge­be­ten sowie dem gro­ßen Abschluss­got­tes­dienst mit Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx auf dem Mari­en­platz zu hören waren. Neben dem Mot­to­lied des Fes­ti­vals Come and sing“ von Lukas Stoll­hof gehör­te beson­ders das Can­ta­te Domi­no“ von Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger zu den am häu­figs­ten gesun­ge­nen und ein­drucks­volls­ten Stü­cken des Festivals.

Für mich war es ein unver­gess­li­cher Gän­se­haut­mo­ment, als beim Ein­zug zur gro­ßen Abschluss­mes­se am Mari­en­platz mei­ne Blä­se­rin­tra­da erklang und dann 4.500 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger den Intro­itus Can­ta­te Domi­no‘ anstimm­ten. Die­ses Erleb­nis wird mir lan­ge in Erin­ne­rung bleiben.”

Teilnehmer beim Chorfestival

Konzert in der JVA Stadelheim

Die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger des Jugend­ka­the­dral­cho­res Pas­sau erleb­ten dabei ein ganz beson­de­res und bewe­gen­des Ereig­nis: Sie gaben ein Kon­zert im Innen­hof der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Sta­del­heim – im Frau­en­voll­zug. Die Insas­sin­nen konn­ten dem Gesang von ihren Zel­len aus lau­schen. Die Reak­tio­nen waren tief berüh­rend: Mit herz­li­chem Applaus, sicht­li­cher Rüh­rung und vie­len Trä­nen zeig­ten die Zuhö­re­rin­nen ihre Dank­bar­keit. Auch die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger waren sicht­lich bewegt. Der Auf­tritt hin­ter­ließ einen blei­ben­den Ein­druck und sorg­te im Anschluss für inten­si­ve Gesprä­che und Nach­den­ken unter den Jugendlichen.

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Abschlussgottesdienst mit Kardinal Marx

Der Abschluss­got­tes­dienst mit Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx bil­de­te den fei­er­li­chen Höhe­punkt der Tage der Begeg­nung. Erneut ver­ein­ten sich die Stim­men der 4.500 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger zu einem kraft­vol­len Chor­klang – beglei­tet von strah­len­dem Son­nen­schein. Zahl­rei­che Münch­ne­rin­nen und Münch­ner ver­sam­mel­ten sich auf dem Mari­en­platz, um mit­zu­fei­ern und sich von der musi­ka­li­schen Freu­de anste­cken zu lassen.

Kar­di­nal Rein­hard Marx beton­te in sei­ner Anspra­che die Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len katho­li­schen Gemein­schaft als kraft­vol­les Zei­chen der Hoff­nung und des Frie­dens – ein Gegen­pol zu Natio­na­lis­mus, Hass, Gewalt und gesell­schaft­li­cher Spal­tung. Man kann nicht katho­lisch sein und gleich­zei­tig natio­na­lis­tisch den­ken, nicht katho­lisch sein und Hass gegen ande­re emp­fin­den, nicht katho­lisch sein und zur Spal­tung bei­tra­gen – das schließt sich aus!“, stell­te er unmiss­ver­ständ­lich klar. Das Fes­ti­val in Mün­chen habe ein­drucks­voll gezeigt, so Marx wei­ter, dass Men­schen aus ver­schie­de­nen Län­dern, Kul­tu­ren und Sprach­räu­men gemein­sam und mit­ten in der Gesell­schaft fei­ern kön­nen. Wir stel­len einen Tisch mit­ten in der Stadt auf und laden alle ein, Platz zu neh­men. Damit zei­gen wir: Im Zen­trum des christ­li­chen Glau­bens steht kein lee­rer Raum, kei­ne blo­ße Theo­rie – son­dern ein Fest, eine Begeg­nung, ein gemein­sa­mes Mahl. Das ist unser Glau­be. Alles Wei­te­re folgt daraus.“

Ohne Musik, so hob der Kar­di­nal her­vor, sei ein ech­tes Fest nicht denk­bar. Musik ermög­li­che ech­te Begeg­nung auf Augen­hö­he: Alle sin­gen gemein­sam, hören ein­an­der zu – nie­mand wird über­gan­gen oder über­tönt.“ Die Kir­che, so Marx, sei dazu beru­fen, ein Werk­zeug des Mit­ein­an­ders zu sein – für alle Men­schen. Die ver­gan­ge­nen fünf Tage in Mün­chen hät­ten gezeigt, dass genau das gelin­gen kann – selbst inmit­ten größ­ter Viel­falt. Gera­de in unse­rer Zeit ist die­se Bot­schaft von ent­schei­den­der Bedeu­tung.“ Mit die­ser Bot­schaft mach­ten sich die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger schließ­lich am Sonn­tag­abend wie­der in Rich­tung ihrer Hei­mat auf den Weg – zwar erschöpft, aber glück­lich und tief bewegt von die­sem erfül­len­den Chorfestival.

Text: Jugend­li­che des Kathe­dral­ju­gend­cho­res Pas­sau
Fotos: Pri­vat; Pue­ri Cantores/​Oliver Sold

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