Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
ÖST-Steuerungsgruppe will ökologisch-sozial-spirituellen Transformationsprozess in pastoralen Räumen verankern.
Wie kann die ökologisch-sozial-spirituelle Transformation (kurz: ÖST) in den pastoralen Räumen im Bistum Passau funktionieren? Unter anderem mit dieser Frage haben sich die Mitglieder der ÖST-Steuerungsgruppe bei ihrem 13. Treffen am 8. Juli auseinandergesetzt, bestehend aus Christine Krammer vom Referat Weltkirche, Verena Holzbauer und Dr. Melanie Hackenfort vom Referat Umwelt und Gemeinwohlorientierung, Diözesanratsgeschäftsführer Thomas Huber, KLB-Bildungsreferentin Marie-Theres Knab und Prof. Dr. Bernhard Bleyer von der Universität Passau. Beim Treffen mit dabei waren zudem Pfarrer Markus Krell des Pfarrverbands Tiefenbach und Prodekan Philipp Höppler aus dem Dekanat Osterhofen.
Rahmendaten zum Projekt
Das Projekt ist insofern von großer Bedeutung, weil Ökologie, soziale Gerechtigkeit und Schöpfungsspiritualität die Zukunftsthemen der Kirche sind, wie Christine Krammer einmal betonte. Es trägt den Titel „Ökosoziale Transformation konkret – Laudato Si und Fratelli Tutti in Forschung und Praxis“ – ein vorerst zeitlich begrenztes Kooperationsprojekt des Bistums und der Universität Passau, die das Projekt seit der Einführung im Jahr 2024 wissenschaftlich begleitet und zum Jahresende 2025 auswerten wird. In der Steuerungsgruppe dabei sind aktuell die Stabsstelle Weltkirche, die Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung, der Diözesanrat, die KLB und der Lehrstuhl für Theologische Ethik der Universität Passau. Inzwischen befindet sich das Projekt in der zweiten Projektphase, in der unter dem Titel „Seine Schöpfung! Deine Zukunft!“ drei Modellprojekte in der Pfarrei St. Peter, im Pfarrverband Tiefenbach und von der KLB durchgeführt und begleitet werden.
Erfahrungsberichte
Ökologische Aktionen im Pfarrverband Tiefenbach
Bei diesem Treffen ging es u.a. um die Frage, wie die Enzykliken Laudato Si und Fratelli Tutti bisher in den Pfarreien und Pfarrverbänden wahrgenommen und gelebt werden. Um auf diese Fragen Antworten und Einblicke zu gewinnen, waren Pfarrer Markus Krell, Projektpartner aus dem Pfarrverband Tiefenbach und Prodekan Philipp Höppler aus dem Dekanat Osterhofen als Gäste geladen. Sie berichteten aus pastoraler Sicht von ihren alltäglichen Erfahrungen. Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass der bevorstehende Umstrukturierungsprozess in die pastoralen Räume ab September 2026 die Pfarreien im Bistum vor neue Aufgaben und Herausforderungen stellen wird. So muss auch noch geklärt werden, inwiefern die Herausforderungen der christlichen Schöpfungsverantwortung auf Ebene der pastoralen Räume aufgegriffen und verankert werden können. Dass es hier ein großes Spektrum an Möglichkeiten gibt, erläuterte Pfarrer Markus Krell. Er gewährte konkrete Einblicke in das facettenreiche Projektgeschehen im Pfarrverband. Verschiedenste Aktionen wurden hier seit September 2024 initiiert, u.a. Gottesdienste, Andachten und Prozessionen, bezugnehmend auf Laudato Si passende und gestaltet im Hinblick auf die christliche Schöpfungsverantwortung, Kleidertauschbörsen und Schuhsammelaktionen sowie strukturelle Veränderungen im Umgang mit Lebensmitteln in den Kindergärten des Pfarrverbands.
Und mit der Errichtung eines neuen Waldlehrpfads im Kirchenwald steht eine weitere Aktion bevor. All diese Aktionen werden schließlich auf einer „Best-Practice-Ideenplattform“ für Haupt- und Ehrenamtliche des Bistum Passau veröffentlicht. Pfarrer Krell meinte: „Ich bin zuversichtlich, dass durch die Best-Practice-Beispiele viele Menschen motiviert werden, selbst aktiv zu werden und das Leben in der Pfarrei und im pastoralen Raum im Sinne von Laudato Si mitzugestalten.“ In Tiefenbach stoße das Projekt auf große positive Resonanz, die über den Pfarrverband hinausgehe und neue Kooperationen fördere, wie beispielsweise zwischen den Kindergärten und dem Dorfladen Haselbach.
Foto: Marie-Theres Knab
Das ökologische Schaugrab in Ringelai
Einen weiteren Projekteinblick gewährte auch Marie-Theres Knab, geschäftsführende Bildungsreferentin der KLB. Sie zeigte anhand von Fotos, wie sich die Bepflanzung auf dem ökologischen Schaugrab auf dem Friedhof in Ringelai bisher entwickelt hat, das im November 2024 als Zeichen für ökologische Verantwortung auf Friedhofsflächen errichtet wurde. „Das Schaugrab wird sehr positiv wahrgenommen und der Bewuchs hat sich gut entwickelt, was uns sehr freut“. Dieses Grab gilt als Modellbeispiel für eine nachhaltige und ökologisch wertvolle Erinnerungsstätte. Ein Flyer mit detaillierten Informationen zur ökologischen Grabgestaltung wird aktuell entwickelt.
Weitere Schritte
Mit vielen wertvollen Ideen und Impulsen zur Verankerung von Laudato Si und Fratelli Tutti im Bistum Passau – auch auf Ebene der pastoralen Räume – haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe ihr Treffen schließlich beendet. Die Ideensammlung wird in das weitere Projektgeschehen mit einfließen mit dem Ziel, Ökologie, soziale Gerechtigkeit und Schöpfungsspiritualität langfristig und flächendeckend im ganzen Bistum zu kultivieren.
Text: Verena Holzbauer
Fotos: Stefanie Hintermayr/pbp und Marie-Theres Knab



