Ich habe diesen Weg in den Orden gewählt, weil ich davon überzeugt bin, dass das der Weg ist auf dem Gott mich haben will. Dazu waren aber einige Umwege nötig: Zum ersten bin ich evangelisch aufgewachsen. Die aufkommenden Gedanken ans Leben im Kloster wurden immer bewertet unter dem Motto: „Falsche Konfession, träum weiter“. Berufsbedingt bin ich nach Hamburg umgezogen und dort an Pfingsten wollte ich zweierlei: Ausschlafen und einen Gottesdienst besuchen. Da beides sich nicht mit einem Evangelischen Gottesdienst vertrug bin ich in der katholischen Spätmesse gelandet. Die wirkte auf mich wie ein Weckruf, sodass ich dabeigeblieben bin. Durch zwei Konversionen im Familien- bzw. Bekanntenkreis wurde ich dann auf den Gedanken gebracht, dass man nicht sein ganzes Leben in der gleichen Konfession bleiben muss, besonders, wenn einem die „andere“ ein Heimatgefühl bietet, wie ich es in der Evangelischen Kirche nie hatte. Nach einer Zeit der Vorbereitung bin ich dann konvertiert. Verbunden mit der Konversion waren aber auch die Gedanken an ein Leben im Kloster wieder da, nur mit dem Unterschied, dass das „Hindernis“ der Konfession nicht mehr bestand, man sich also mal etwas genauer damit beschäftigen könnte. Das habe ich dann auch gemacht. Per Internetsuche bin ich dann beim Kloster Thyrnau gelandet, habe dort Urlaub gemacht und bin quasi „hängen“ geblieben. Hier habe ich, neben einer Heimat im geistigen Sinn, den Sinn meines Lebens, Zufriedenheit und Erfüllung gefunden.


