Kirche vor Ort

Steinvasen wieder am Klosterportal

Redaktion am 27.05.2025

Info Icon Foto: © Staatliches Bauamt Passau / Süß
Pünktlich zum Jubiläum „100 Jahre Abtei Rathausen-Thyrnau“, das am Sonntag gefeiert wird, zieren die beiden neuen Steinvasen wieder das Portal. Darüber freuen sich Leitender Baudirektor Norbert Sterl (von links), Äbtissin Dr. M. Mechthild Bernart und Hüttenmeister Jérôme Zahn.

Vor zwei Jahren mussten die beiden originalen, stark verwitterten und absturzgefährdeten Steinvasen abgenommen werden. Der Fuß einer der beiden Vasen war bereits soweit geschwächt, dass diese bei ungünstigem Wind hätte umkippen und in den Pfortenhof abstürzen können. Mit dem gerade noch rechtzeitigen Abbau der Steinvasen konnte dieser Gefahr vorgebeugt und damit auch die Vasen selbst erhalten werden.

Die Vasen wur­den um das Jahr 1718 aus Regens­bur­ger Grün­sand­stein gefer­tigt. Auch wenn die Schä­den enorm groß und die Ober­flä­chen teil­wei­se zer­stört waren, war der Erhalt der Vasen hin­sicht­lich Grö­ße und Pro­por­ti­on wich­tig, um dar­aus die Form, Abmes­sun­gen und noch ables­ba­re Details für die Neu­an­fer­ti­gung der Vasen rekon­stru­ie­ren zu kön­nen. Auch die bei­den neu­en Vasen wur­den aus Stein gehau­en, dies­mal aus dem hoch­wer­ti­gen Schleerie­t­her Sand­stein aus Unter­fran­ken, der als Ersatz­ge­stein für Sand­stein auch am Dom St. Ste­phan zu Pas­sau zum Ein­satz kommt und den die Dom­bau­hüt­te auf­grund sei­ner Robust­heit als geeig­ne­tes Mate­ri­al für die Por­tal­va­sen am Klos­ter Thyr­n­au fest­ge­legt hat. Die neu­en Vasen wur­den in der Dom­bau­hüt­te in den iden­ti­schen Abmes­sun­gen und noch ables­ba­ren Details der schwung­voll geform­ten baro­cken Ori­gi­na­le, die mit einem Bou­quet aus Früch­ten bekrönt sind, rekon­stru­iert.

Par­al­lel dazu wur­den auch die Archi­tek­tur­glie­der des Por­tals aus Gra­nit mit flan­kie­ren­den Staf­fel­pi­las­tern und einem gekröpf­ten Gesims als Abschluss restau­riert, vor­han­de­ne Schä­den und Ver­schmut­zun­gen an den Natur­stein­ober­flä­chen wur­den nass gerei­nigt, Ris­se geschlos­sen, Fehl­stel­len ergänzt und, wo not­wen­dig, Retu­schen vor­ge­nom­men. Zugleich wur­de das in Kalk­stein gefer­tig­te Wap­pen des Jagd­schloss-Erbau­ers Fürst­bi­schof Rai­mund Fer­di­nand Graf von Rabatta eben­falls gerei­nigt und kon­ser­viert.

 

Info Icon Foto: © Staatliches Bauamt Passau

Eine der bei­den Stein­va­sen, die um das Jahr 1718 aus Regens­bur­ger Grün­sand­stein gefer­tigt wur­den. Sie waren stark ver­wit­tert und muss­ten abge­nom­men werden.

Info Icon Foto: © Staatliches Bauamt Passau / Zahn

Die neu­en Vasen wur­den in der Dom­bau­hüt­te in den iden­ti­schen Abmes­sun­gen und noch ables­ba­ren Details der schwung­voll geform­ten baro­cken Ori­gi­na­le, die mit einem Bou­quet aus Früch­ten bekrönt sind, rekonstruiert.

Für das Klos­ter Thyr­n­au besteht kei­ne staat­li­che Bau­pflicht. Die Dom­bau­hüt­te des Staat­li­chen Bau­amts Pas­sau mit ihren Spe­zia­lis­ten für denk­mal­ge­schütz­te Natur­stein­plas­tik ist hier in Amts­hil­fe für die Kir­che gegen Kos­ten­er­stat­tung tätig. Die Kos­ten für die Por­tal­sa­nie­rung ein­schließ­lich der Neu­an­fer­ti­gung der Stein­va­sen betra­gen rund 40.000 Euro. Für den denk­mal­pfle­ge­ri­schen Auf­wand erhält das Klos­ter Thyr­n­au Zuschüs­se vom Bay­er. Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, vom Bezirk Nie­der­bay­ern und vom Ver­ein der Freun­de und För­de­rer des Klos­ters Thyr­n­au. Mit die­ser Inves­ti­ti­on wur­de ein wich­ti­ger Bei­trag zum dau­er­haf­ten Erhalt der wert­vol­len baro­cken Por­tal­ge­stal­tung an dem ehe­mals fürst­bi­schöf­li­chen Jagd­schloss geleis­tet, das mit zu den bedeu­tends­ten Bau­denk­mä­lern in der Regi­on um Pas­sau zählt“, betont der Lei­ter des Staat­li­chen Bau­amts Pas­sau, Nor­bert Sterl, der die Restau­rie­rungs­maß­nah­men am Klos­ter Thyr­n­au ehren­amt­lich beglei­tet.

Äbtis­sin Dr. M. Mecht­hild Ber­nart freut sich, dass die neu­en Vasen recht­zei­tig zum Jubi­lä­um von 100 Jah­ren Abtei Rat­hau­sen-Thyr­n­au, das am Sonn­tag gefei­ert wird, fer­tig­ge­stellt und wie­der auf­ge­setzt wer­den konn­ten: Wir Schwes­tern sind stolz dar­auf, wie­der so schö­ne Vasen über dem Por­tal zu haben.“

Trotz der enor­men Schä­den konn­ten wir die Vasen noch sehr zuver­läs­sig rekon­stru­ie­ren und die Por­tal­an­la­ge damit weit­ge­hend in ihrer ent­ste­hungs­zeit­li­chen Erschei­nung wie­der­her­stel­len“, sagt Hüt­ten­meis­ter Jérô­me Zahn, der Lei­ter der Dom­bau­hüt­te Pas­sau: Ledig­lich die eins­ti­ge Far­big­keit, als nicht unwe­sent­li­cher Bestand­teil des Gan­zen, haben wir aktu­ell nicht wie­der auf­ge­bracht. Die umfäng­li­chen Befun­de hier­zu sind jetzt aber doku­men­tiert. Sie las­sen auch hier weit­rei­chen­de Aus­sa­gen zur eins­ti­gen Gestal­tung zu und wür­den eine Wie­der­her­stel­lung eben­falls ermög­li­chen.“

Auch die alten ori­gi­na­len Sand­stein­va­sen blei­ben erhal­ten. Sie wer­den künf­tig in der Pfor­ten­hal­le des Klos­ters aus­ge­stellt.

Das ehe­ma­li­ge Schloss­ge­bäu­de wur­de 171418 im Auf­trag des Fürst­bi­schofs R. F. von Rabatta nach Plä­nen von Dome­ni­co d’Angeli errich­tet und wird seit 1902 als Zis­ter­zi­en­se­rin­nen­klos­ter genutzt. Die Dächer mit dem zen­tra­len Uhren­gie­bel und schlan­ker Later­nen­kup­pel stam­men aus der 2. Hälf­te des 18. Jh. Die Schloss­an­la­ge hat als Klos­ter mehr­fach Ver­än­de­run­gen und Erwei­te­run­gen erfah­ren, 1910 wur­de ein Zel­len­trakt, 1913 eine neu­ba­ro­cke Klos­ter­kir­che angebaut.

PM: Staat­li­ches Bau­amt Passau

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