Bistum

Tag der Religionslehrkräfte 2026

Redaktion am 18.05.2026

Info Icon Foto: Dr. Manuel Stinglhammer
v.l.n.r.: Schulrat i.K. Klaus Wiesmüller, Ltd. Regierungsschuldirektorin Nicola Holzapfel von der Regierung von Niederbayern, Hauptreferent Schulrat i.K. Rudolf Lentner, Schulamtsdirektorin i.K. Anja Wagner-Hölzl, Prof. Dr. Hans Mendl.

Mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Schularten stand der katholische Religionslehrertag 2026 im Bistum Passau ganz im Zeichen der Frage, wie Menschen Übergänge im Leben gestalten und darin Gottes Gegenwart entdecken können. 

Schul­amts­di­rek­to­rin i.K. Anja Wag­ner-Hölzl begrüß­te die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer herz­lich und dank­te den Reli­gi­ons­lehr­kräf­ten aus­drück­lich für ihr gro­ßes Enga­ge­ment – gera­de auch in her­aus­for­dern­den Zei­ten gesell­schaft­li­cher Unsi­cher­hei­ten und tief­grei­fen­der Ver­än­de­run­gen. Zugleich hieß sie die Ehren­gäs­te will­kom­men: Frau Lei­ten­de Regie­rungs­schul­di­rek­to­rin Nico­la Holz­ap­fel von der Regie­rung von Nie­der­bay­ern, Oli­ver Weindl als Schul­re­fe­rent der evan­ge­li­schen Kir­che, Schul­amts­di­rek­tor i.K. Lud­wig Sau­ter aus dem Bis­tum Augs­burg sowie Prof. Dr. Hans Mendl und Aka­de­mi­schen Direk­tor Dr. Rudolf Sitz­ber­ger von der Uni­ver­si­tät Passau. 

„So geht es nicht mehr wei­ter!“ Mit die­ser poin­tier­ten Aus­sa­ge griff Schul­rat i.K. Klaus Wies­mül­ler, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Abtei­lung Schu­len und Hoch­schu­le, ein Lebens­ge­fühl auf, das der­zeit vie­le Men­schen beglei­te. Gera­de die­se Wahr­neh­mung mache deut­lich, dass Gesell­schaft, Schu­le und Kir­che an einem Punkt des Über­gangs stün­den. Über­gän­ge sei­en dabei nicht nur Kri­sen­zei­ten, son­dern auch Räu­me neu­er Mög­lich­kei­ten und Entwicklungen.

Lei­ten­de Regie­rungs­schul­di­rek­to­rin Nico­la Holz­ap­fel brach­te in ihrem Gruß­wort im Namen der Regie­rung von Nie­der­bay­ern ihre gro­ße Wert­schät­zung des Reli­gi­ons­un­ter­richts zum Aus­druck. Der Reli­gi­ons­leh­rer­tag mach­te deut­lich: Gera­de in einer Zeit gesell­schaft­li­cher Umbrü­che bleibt reli­giö­se Bil­dung ein wich­ti­ger Ort der Ori­en­tie­rung, der Wer­te, der Hoff­nung und der mensch­li­chen Beglei­tung. Beson­ders hob sie die Vor­bild­funk­ti­on der Reli­gi­ons­leh­re­rin­nen und Reli­gi­ons­leh­rer her­vor, die jun­ge Men­schen nicht nur fach­lich, son­dern auch mensch­lich und per­sön­lich begleiteten.

Einen ein­drucks­vol­len Zugang eröff­ne­te im Haupt­re­fe­rat Schul­rat i.K. Rudolf Lent­ner, der Lei­ter des Reli­gi­ons­päd­ago­gi­schen Semi­nars dabei mit dem Song ​„Ich gehör repa­riert“ des öster­rei­chi­schen Musi­kers Josh. Das Lied brin­ge ein Grund­ge­fühl vie­ler Men­schen auf den Punkt: dass vie­les repa­ra­tur­be­dürf­tig erschei­ne – gesell­schaft­li­che Bezie­hun­gen eben­so wie das eige­ne Leben. Die sei sicher­lich auch eine Fol­ge des per­ma­nen­ten Wan­delns und der Ver­än­de­rung als oft ein­zig ver­blie­be­ner Kon­stan­te der Post­mo­der­ne. Auch jun­ge Men­schen stün­den unter dem Druck per­ma­nen­ter Beschleu­ni­gung, stän­di­ger Selbst­op­ti­mie­rung und wach­sen­der Unsi­cher­heit. Umso wich­ti­ger sei es, Räu­me zu schaf­fen, in denen Über­gän­ge bewusst wahr­ge­nom­men und gestal­tet wer­den können.

Beson­ders mar­kant war Lent­ners theo­lo­gi­sche Ein­ord­nung im Bild der ​„neu­tra­len Zone“ des Kar­sams­tags, jener Zwi­schen­zeit zwi­schen Kar­frei­tag und Ostern, in der das Alte ver­gan­gen ist, das Neue jedoch noch nicht sicht­bar wird. Vie­le Lebens­über­gän­ge – etwa Schul­wech­sel, fami­liä­re Ver­än­de­run­gen, Kri­sen oder die Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät – sei­en von genau sol­chen Zwi­schen­zei­ten geprägt, die inte­gra­ler Bestand­teil eines Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses sei­en und nicht über­sprun­gen wer­den kön­nen: ​„Trans­for­ma­ti­on gelingt im Los­las­sen, nicht in der Beschleu­ni­gung.“ Die­se Hal­tung ste­he quer zu einer beschleu­nig­ten, digi­ta­len Gesell­schaft, die schnel­le Lösun­gen und per­ma­nen­te Ver­füg­bar­keit ein­for­de­re. Gera­de der Reli­gi­ons­un­ter­richt kön­ne hier einen wich­ti­gen Akzent set­zen. Er eröff­ne Räu­me für Fra­gen, Zwei­fel, Hoff­nung und per­sön­li­che Entwicklung.

In den nach­fol­gen­den Work­shops konn­ten die Lehr­kräf­te sol­chen Über­gän­gen im Nach­den­ken, in der krea­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zung und mit bibli­schen Impul­sen nach­ge­hen und erhiel­ten vie­ler­lei Anre­gun­gen für die Gestal­tung des Reli­gi­ons­un­ter­richts im Hori­zont von Über­gän­gen im Leben. 

Für die Pra­xis des Reli­gi­ons­un­ter­richts wur­den dar­aus kon­kre­te Per­spek­ti­ven abge­lei­tet: Über­gän­ge im Leben von Kin­dern und Jugend­li­chen sen­si­bel wahr­neh­men, Resi­li­enz stär­ken und Hoff­nungs­per­spek­ti­ven eröff­nen. Reli­gi­ons­un­ter­richt kön­ne jun­gen Men­schen hel­fen, Brü­che und Unsi­cher­hei­ten nicht nur als Defi­zit, son­dern auch als Mög­lich­keit von Wachs­tum und Neu­ori­en­tie­rung zu ver­ste­hen. Die christ­li­che Bot­schaft eröff­ne dabei einen Hori­zont, in dem Wan­del nicht ins Boden­lo­se füh­re, son­dern von Got­tes unbe­ding­ter Zusa­ge beglei­tet sei.

Text: Dr. Manu­el Stinglhammer

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