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Manche suchen das Gespräch, andere sehnen sich nach Ruhe. Wieder anderen hilft Zeit in der Gemeinschaft oder in der Natur. Trauernde Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse.
Um diesen Bedürfnissen Raum zu geben, wurde vor über zehn Jahren das Kooperationsnetz Trauer gegründet. Darin bündeln Passauer Organisationen ihr Fachwissen und ihre Erfahrung in der Trauerbegleitung. Wie vielfältig die Wege durch die Trauer sein können, zeigt das neue Jahresprogramm unter dem Motto „Lichtblicke – Themenangebote zu Abschied, Trauer und Lebensmut“.
„Unser Anliegen ist es, die Vielfalt der Trauer ernst zu nehmen. Deshalb bietet unser Programm unterschiedlichste Formate; darin finden sich auch Angebote zum Thema Trauer für alle Interessierten, nicht nur für akut Trauernde. Mit dieser Mischung haben wir in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gesammelt“, betont Tanja Kemper, Bildungsreferentin und Trauerbegleiterin beim Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau. Die erste Veranstaltung des neuen Programms findet bereits am Samstag, 10. Oktober 2026, statt. Der KDFB organisiert eine Fahrt zur Sonderausstellung „Jetzt geht’s dahi – Sterben, Tod und Trauer in Niederbayern und anderswo“ ins Freilichtmuseum Finsterau. Die Ausstellung beleuchtet kulturelle Traditionen, Rituale und den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Trauer in Niederbayern. Am Freitag, 30. Oktober 2026, wird es musikalisch. „Musik und Texte können die Herzen öffnen und Gefühle spürbar machen, um wieder neue Kraft zu schöpfen“, betont Trauerbegleiterin Gudula Bieber Reynartz von der „offenen Gruppe für Verwaiste Eltern“, die gemeinsam mit Gemeindereferentin Birgit Seidler und dem Passauer Hospizverein den Abend in der Unterkirche St. Peter in Passau organisiert. Das Programm bleibt zunächst musikalisch: Am Freitag, 13. November 2026, folgt eine musikalische Lesung. Karin Hoisl-Schmidt, Autorin, Liedermacherin und Psychologin, ist mit ihrem Buch „Sieben Tage Sterben und ein ganzes Leben“ zu Gast im Pfarrheim Tiefenbach. Dabei handelt es sich um einen autobiografischen Roman über Leben, Sterben und Versöhnung. Beginn ist um 19 Uhr.
„Eine Besonderheit unserer Angebote liegt auch darin, dass wir uns nicht ausschließlich an Trauernde wenden“, sagt Juscha Stuber-Kranixfeld vom Passauer Hospizverein. Das Programm enthält immer auch Veranstaltungen für Angehörige und Menschen, die sich ganz grundsätzlich mit den Themen Tod und Sterben auseinandersetzen möchten. Diesmal wird am Montag, 16. November 2026, von 13 bis 17 Uhr im Haus der Generationen in Passau ein „Letzte Hilfe Kurs“ angeboten. Der Kurs vermittelt das „kleine 1×1 der Sterbebegleitung“: das Umsorgen von schwerkranken und sterbenden Menschen am Lebensende. Zudem bietet das Trauernetz in Kooperation mit der Evangelischen Bildung Ostbayern die Möglichkeit, sich mit den Veränderungen in der Bestattungskultur zu beschäftigen. Bestatter Christian Karas wird am 11. März 2027 das breite Spektrum der Möglichkeiten darstellen und auf die sich verändernde Trauerkultur und aktuelle Trends eingehen.
Weiterhin umfasst das neue Programm eine ökumenische Andacht zum Muttertag und eine Wanderung für Trauernde unter der Überschrift „Am Wasser des Lebens, meine Trauer fließen lassen“. Sämtliche Angebote sind im neuen Flyer des Kooperationsnetzwerks Trauer zu finden. Dieser wird in den kommenden Wochen großflächig im Raum Passau und darüber hinaus verteilt.
Zum Kooperationsnetzwerk gehören das Referat Hospiz- und Trauerpastoral des Bischöflichen Seelsorgeamts, die Evangelische Bildung Ostbayern, der Hospizverein Passau e. V., der KDFB, die Krisenseelsorge im Schulbereich (KiS), die Telefonseelsorge Passau, die Selbsthilfegruppe „Verwitwet mit Kind“, die offene Gruppe für Verwaiste Eltern sowie die Selbsthilfegruppe „Leere Wiege“.
Text: KDFB

