Soziales

Raum für Trauer, Begegnung und Lebensmut

Redaktion am 21.09.2026

Info Icon Foto: privat
v. l. Tanja Kemper (KDFB), Lothar Zerer (Trauercafé Friedhof Haidenhof), Birgit Seidler („leere Wiege“), Stephan Schmoll (Evang. Bildung in Ostbayern), Birgit Czippek (KDFB), Juscha Stuber-Kranixfeld (Hospizverein), István Bruncsak (Referat für Trauerpastoral) präsentierten den neuen Flyer „Lichtblicke“ des Kooperationsnetzwerks Trauer.

Manche suchen das Gespräch, andere sehnen sich nach Ruhe. Wieder anderen hilft Zeit in der Gemeinschaft oder in der Natur. Trauernde Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. 

Um die­sen Bedürf­nis­sen Raum zu geben, wur­de vor über zehn Jah­ren das Koope­ra­ti­ons­netz Trau­er gegrün­det. Dar­in bün­deln Pas­sau­er Orga­ni­sa­tio­nen ihr Fach­wis­sen und ihre Erfah­rung in der Trau­er­be­glei­tung. Wie viel­fäl­tig die Wege durch die Trau­er sein kön­nen, zeigt das neue Jah­res­pro­gramm unter dem Mot­to ​„Licht­bli­cke – The­men­an­ge­bo­te zu Abschied, Trau­er und Lebensmut“.

„Unser Anlie­gen ist es, die Viel­falt der Trau­er ernst zu neh­men. Des­halb bie­tet unser Pro­gramm unter­schied­lichs­te For­ma­te; dar­in fin­den sich auch Ange­bo­te zum The­ma Trau­er für alle Inter­es­sier­ten, nicht nur für akut Trau­ern­de. Mit die­ser Mischung haben wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sehr gute Erfah­run­gen gesam­melt“, betont Tan­ja Kem­per, Bil­dungs­re­fe­ren­tin und Trau­er­be­glei­te­rin beim Katho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund (KDFB) in der Diö­ze­se Pas­sau. Die ers­te Ver­an­stal­tung des neu­en Pro­gramms fin­det bereits am Sams­tag, 10. Okto­ber 2026, statt. Der KDFB orga­ni­siert eine Fahrt zur Son­der­aus­stel­lung ​„Jetzt geht’s dahi – Ster­ben, Tod und Trau­er in Nie­der­bay­ern und anders­wo“ ins Frei­licht­mu­se­um Fins­ter­au. Die Aus­stel­lung beleuch­tet kul­tu­rel­le Tra­di­tio­nen, Ritua­le und den gesell­schaft­li­chen Umgang mit Ster­ben und Trau­er in Nie­der­bay­ern. Am Frei­tag, 30. Okto­ber 2026, wird es musi­ka­lisch. ​„Musik und Tex­te kön­nen die Her­zen öff­nen und Gefüh­le spür­bar machen, um wie­der neue Kraft zu schöp­fen“, betont Trau­er­be­glei­te­rin Gudu­la Bie­ber Reyn­artz von der ​„offe­nen Grup­pe für Ver­wais­te Eltern“, die gemein­sam mit Gemein­de­re­fe­ren­tin Bir­git Seid­ler und dem Pas­sau­er Hos­piz­ver­ein den Abend in der Unter­kir­che St. Peter in Pas­sau orga­ni­siert. Das Pro­gramm bleibt zunächst musi­ka­lisch: Am Frei­tag, 13. Novem­ber 2026, folgt eine musi­ka­li­sche Lesung. Karin Hoisl-Schmidt, Autorin, Lie­der­ma­che­rin und Psy­cho­lo­gin, ist mit ihrem Buch ​„Sie­ben Tage Ster­ben und ein gan­zes Leben“ zu Gast im Pfarr­heim Tie­fen­bach. Dabei han­delt es sich um einen auto­bio­gra­fi­schen Roman über Leben, Ster­ben und Ver­söh­nung. Beginn ist um 19 Uhr.

„Eine Beson­der­heit unse­rer Ange­bo­te liegt auch dar­in, dass wir uns nicht aus­schließ­lich an Trau­ern­de wen­den“, sagt Juscha Stu­ber-Kra­nix­feld vom Pas­sau­er Hos­piz­ver­ein. Das Pro­gramm ent­hält immer auch Ver­an­stal­tun­gen für Ange­hö­ri­ge und Men­schen, die sich ganz grund­sätz­lich mit den The­men Tod und Ster­ben aus­ein­an­der­set­zen möch­ten. Dies­mal wird am Mon­tag, 16. Novem­ber 2026, von 13 bis 17 Uhr im Haus der Gene­ra­tio­nen in Pas­sau ein ​„Letz­te Hil­fe Kurs“ ange­bo­ten. Der Kurs ver­mit­telt das ​„klei­ne 1×1 der Ster­be­be­glei­tung“: das Umsor­gen von schwer­kran­ken und ster­ben­den Men­schen am Lebens­en­de. Zudem bie­tet das Trau­er­netz in Koope­ra­ti­on mit der Evan­ge­li­schen Bil­dung Ost­bay­ern die Mög­lich­keit, sich mit den Ver­än­de­run­gen in der Bestat­tungs­kul­tur zu beschäf­ti­gen. Bestat­ter Chris­ti­an Karas wird am 11. März 2027 das brei­te Spek­trum der Mög­lich­kei­ten dar­stel­len und auf die sich ver­än­dern­de Trau­er­kul­tur und aktu­el­le Trends eingehen.

Wei­ter­hin umfasst das neue Pro­gramm eine öku­me­ni­sche Andacht zum Mut­ter­tag und eine Wan­de­rung für Trau­ern­de unter der Über­schrift ​„Am Was­ser des Lebens, mei­ne Trau­er flie­ßen las­sen“. Sämt­li­che Ange­bo­te sind im neu­en Fly­er des Koope­ra­ti­ons­netz­werks Trau­er zu fin­den. Die­ser wird in den kom­men­den Wochen groß­flä­chig im Raum Pas­sau und dar­über hin­aus verteilt.

Zum Koope­ra­ti­ons­netz­werk gehö­ren das Refe­rat Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral des Bischöf­li­chen Seel­sor­ge­amts, die Evan­ge­li­sche Bil­dung Ost­bay­ern, der Hos­piz­ver­ein Pas­sau e. V., der KDFB, die Kri­sen­seel­sor­ge im Schul­be­reich (KiS), die Tele­fon­seel­sor­ge Pas­sau, die Selbst­hil­fe­grup­pe ​„Ver­wit­wet mit Kind“, die offe­ne Grup­pe für Ver­wais­te Eltern sowie die Selbst­hil­fe­grup­pe ​„Lee­re Wiege“.

Text: KDFB

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