Bistum

Trauer um Dompropst i.R. Hans Wagenhammer

Redaktion am 16.08.2025

Info Icon Bild: Tine Limmer / pbp
Das Bistum Passau trauert um Dompropst i.R. Dr. Hans Wagenhammer.

Das Bistum Passau trauert um Dompropst i.R. Dr. Hans Wagenhammer. Dieser ist am Feiertag Mariä Himmelfahrt im Alter von 86 Jahren gestorben. 

Ver­trau­en, Hoff­nung, Glau­be und die Lie­be: Das hat Dr. Hans Wagen­ham­mer, bei vie­len in Feich­ten an der Alz auch als der ​„Mui­ner Hansl“ bekannt, bewo­gen, 61 Jah­re lang den Pries­ter­dienst aus­zu­üben. Am Mor­gen des Maria Him­mel­fahrts­tag ist der 86jährige gebür­ti­ge Feicht­ner nun im Alter von 86 Jah­ren gestorben. 

Zu sei­nem dia­man­te­nen Pries­ter­ju­bi­lä­um im ver­gan­ge­nen Jahr hat er bei einem Fest­got­tes­dienst in der Pfarr- und Wall­fahrts­kir­che in Feich­ten eine Lebens­bi­lanz gezo­gen. Im bischöf­li­chen Auf­trag sei er durch die Welt gereist, war für vie­le Berei­che im Bis­tum zustän­dig und hat in der knapp bemes­se­nen Frei­zeit Zeit gefun­den um sei­nen Hobby‘s wie Berg­stei­gen, Motor­rad­fah­ren oder Wild­was­ser­raf­ting nach­zu­ge­hen, erzähl­te er damals. Am Peter und Paul Tag vor 61 Jah­ren, dem 29. Juni 1964 wur­de er in Pas­sau von Bischof Simon Land­ers­dor­fer zum Pries­ter geweiht. An sei­nem Geburts­tag fei­er­te er vor 61 Jah­ren in Feich­ten sei­ne Pri­miz. Rück­bli­ckend sag­te er vor einem Jahr: ​„Ich habe kei­ne gro­ßen Wun­der wie in der Bibel bewirkt. Aber manch­mal soll man die klei­nen Wun­der nicht ver­ach­ten und sie für ein gelin­gen­des Leben schät­zen ler­nen“, so Wagen­ham­mer und bemerk­te: ​„Mir ist bewusst, dass mei­ne künf­ti­ge Hei­mat im Him­mel sein wird.“ 

Info Icon Bild: Tine Limmer / pbp
2024 feierte Wagenhammer (Mitte) in der Heimat einen letzten Gottesdienst anlässlich seines 60. Weihejubiläums. Zum Schluss des Gottesdienstes erteilte er den Primizsegen nochmals in lateinischer und deutscher Sprache – ein Segen der weiterwirkt in den Herzen derer, die ihn kennen durften! Auf dem Bild eingerahmt von zwei Ministrantinnen mit Dekan Heribert Schauer (r) und Ortspfarrer Michael Witti.

Dom­propst eme­ri­tus Mon­si­gno­re Dr. Hans Wagen­ham­mer wur­de am 4. Juli 1939 auf dem Müll­ner­an­we­sen in Brunn­thal, Pfar­rei Feich­ten und Gemein­de Gar­ching, gebo­ren. Dort wuchs er mit sei­nen bei­den Schwes­tern Anni und Zen­zi auf und besuch­te die Volks­schu­le in Wald an der Alz. ​„Jeden Tag sind wir zu Fuß in die Schu­le gegan­gen“ weiß Wagen­ham­mer zu berich­ten. Durch Reli­gi­ons­leh­rer Pfar­rer Tho­mas Brück­lmei­er wur­de sein Inter­es­se am Glau­ben und der Theo­lo­gie geweckt und er war es auch, der Wagen­ham­mer für das Kna­ben­se­mi­nar in Burg­hau­sen emp­foh­len hat. ​„Brück­lmei­er konn­te begeis­tern, wie kein ande­rer.“, berich­tet er. Ein Jahr besuch­ter er dort die Schu­le, bevor er nach Pas­sau ins Gym­na­si­um wech­sel­te, sein Abitur mach­te und ins Pries­ter­se­mi­nar ein­trat. Am 29. Juni, damals noch ein Fei­er­tag erhielt er als einer von 15 wei­te­ren Pries­ter­an­wär­ter von Bischof Simon Land­ers­dor­fer die Pries­ter­wei­he. Sei­ne Pri­miz fei­er­te er am 5. Juli auf dem Pfarr­an­ger. Im Feicht­ner Hei­mat­buch ist dazu fest­ge­hal­ten, dass Prof. Dr. Franz Muß­ner die Fest­re­de hielt, mehr als 6000 Besu­cher anwe­send waren und über 2000 Auto­mo­bi­le gezählt wurden. 

Eine sei­ner ers­ten Wir­kungs­stät­ten waren die Pfar­rei­en Ober­kreuz­berg als Aus­hilfs­pfar­rer und Bad Gries­bach als Kaplan. Im Jah­re 1965 wur­de er zum wei­te­ren Stu­di­um beur­laubt, war ab 1971 wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent an der Uni Tübin­gen, wo er 1976 zum Dok­tor der Theo­lo­gie pro­mo­vier­te. Beson­ders gut erin­ner­te er sich auch an sei­ne Zeit in Inns­bruck, in der er von Karl Rah­ner, einem katho­li­schen Theo­lo­gen und dem zwei­ten vati­ka­ni­schen Kon­zil geprägt wur­de. Auch das inten­si­ve Erle­ben der Auf­bruchs­zei­ten bei den Stu­den­ten­re­vol­ten in Tübin­gen wird ihm Zeit sei­nes Lebens in Erin­ne­rung blei­ben. ​„Es waren 12 span­nen­de Jah­re, beson­ders zur­zeit nach dem zwei­ten vati­ka­ni­schen Kon­zil“, erin­nert er sich. ​„Ich habe mei­nen Bei­trag zur For­schung geleis­tet“, ist er sich sicher. 

Es folg­te eine kurz­zei­ti­ge Tätig­keit als Pfarr­ver­wal­ter in Künz­ing und Wal­lers­dorf, bevor ihm der Bischof 1978 Anto­ni­us Hof­mann das Amt des Regens im Pries­ter­se­mi­na­res St. Ste­fan in Pas­sau über­trug, das er erst 1992 an Josef Werk­stät­ter abgab. ​„Es waren 14 Jah­re in denen ich gereift bin“, weiß er heute. 

Info Icon Bild: Tine Limmer / pbp

1988 folg­te er dem Ruf ins Pas­sau­er Dom­ka­pi­tel. KAB (Katho­li­sche Arbei­ter­be­we­gung), Erwach­se­nen­bil­dung, Diö­ze­san­rat, Bau- und Kunst­re­fe­rat, Bil­dungs­häu­ser, geist­li­cher Bei­rat, zustän­dig für die Diö­ze­san­pil­ger­stel­le, für Hoch­schul­fra­gen, Mis­si­on und Män­ner­seel­sor­ge — vie­le Auf­ga­ben hat­te Wagen­ham­mer dort und sie haben ihm alle viel Spaß berei­tet, wie er berich­tet. Doch vor allem setz­te er sich für die Jugend ein, die ihm immer wich­tig war. Die Pries­ter­an­wär­ter beglei­te­te er oft zu Exer­zi­ti­en ins Stift Admont in Österreich. 

2005 wur­de er als Dom­propst ein­ge­setzt und stand dem Dom­ka­pi­tel vor. In die­ser Funk­ti­on berief er Sit­zun­gen ein, lei­te­te sie, ver­trat das Kapi­tel nach außen und wann immer es nötig war auch den Bischof. 

2009 war es Zeit die Theo­rie in die Pra­xis umzu­set­zen und einen Pas­to­ral­plan zu erstel­len. ​„Der hat sich aber nicht durch­ge­setzt“, berich­te­te Wagen­ham­mer noch vor einem Jahr. 

Als Ver­ant­wort­li­cher für die Welt­kir­che reis­te er vor 15 Jah­ren mit Wil­helm Schraml nach Bra­si­li­en um dort Bischof Dom Pau­lo einen Gegen­be­such abzu­stat­ten. Unter bra­si­lia­ni­scher Son­ne konn­te er dort auch sei­nen 70sten Geburts­tag fei­ern. Welt­kir­che auf der einen Sei­te und Orts­kir­che auf der andern – Dr. Hans Wagen­ham­mer ist es ein Anlie­gen die Fun­da­men­tal­theo­lo­gie prak­tisch anzu­wen­den. Hier hat er immer Wege gesucht, Grund­sätz­li­ches mit Aktu­el­lem auf einen Nen­ner zu brin­gen und sie den Men­schen zu vermitteln. 

Die Frei­zeit, die ihm bei den reich­hal­ti­gen Tätig­kei­ten und Ver­ant­wort­lich­kei­ten blieb, nutz­te er ger­ne für sport­li­che Akti­vi­tä­ten. Alpi­nis­tisch war er oft­mals auf den bekann­ten Klet­ter­stei­gen der bay­ri­schen und öster­rei­chi­schen Alpen unter­wegs und konn­te nicht nur den Groß­glock­ner und Groß­ve­ne­di­ger bestei­gen. Ski­fah­ren war eben­falls eine gro­ße Lei­den­schaft. Sein Kajak, mit dem er so man­che Wild­was­ser­fahrt mit Eski­mo­rol­le unter­nahm, leg­te er längst auf’s Abstellgleis. 

Als Lei­ter der Diö­ze­san­pil­ger­stel­le hat er vie­le Rei­sen unter­nom­men und die Rei­sen­den als geist­li­cher Beglei­ter ins Hei­li­ge Land und die Pil­ger­or­te mit Lour­des, Assi­si oder Fati­ma begleitet. 

Vor 16 Jah­ren hat er sei­nen wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand ange­tre­ten. Sein Amt als Dom­propst hat er damals an Hans Striedl abge­ge­ben. Doch klas­sisch war sein Ruhe­stand nie. ​„Ich muß den Ruhe­stand immer wie­der unter­bre­chen, es ist ja noch kei­ne ewi­ge Ruhe.“ so Wagen­ham­mer ver­schmitzt. Er wuß­te mit sei­ner Zeit genug anzu­fan­gen. Beson­ders in sei­nem klei­nen Blu­men­gar­ten am Dom­platz war er ger­ne zugan­ge. Die Stipp­vi­si­ten in Feich­ten wur­den jedoch weni­ger, gab er zu. 

Info Icon Bild: Tine Limmer / pbp
Hans Wagenhammer war seiner Heimat zeitlebens sehr verbunden. Im Bild eine kleine Kapelle in der Nähe von Feichten an der Alz, in der er gerne zum Gebet verweilte.

Jetzt ist er nach schwe­rer Krank­heit im Kli­ni­kum Pas­sau verstorben. 

Der Ster­be­ro­sen­kranz wird gebe­tet am Mitt­woch, 20. August 2025, um 18.00 Uhr im Hohen Dom zu Pas­sau. Dort wird dann auch das Requi­em am Don­ners­tag, 21. August 2025, um 10.00 Uhr gefei­ert. Anschlie­ßend ist die Beer­di­gung im Dom­her­ren­grab bei St. Seve­rin in Passau.

Sei­ne Hei­mat­pfar­rei lädt ein zu einer Trau­er­an­dacht am Mitt­woch, 20. August um 19 Uhr in der Pfarr- und Wall­fahrts­kir­che Feich­ten / Alz. 

Text und Bil­der: Tine Limmer

Weitere Nachrichten

Das glauben wir
23.10.2026

Es kommt anders als man denkt!

Die Predigt zum 25. Oktober 2026 von Jennifer Kinder, Gemeindereferentin in Fürstenzell.

Bistumsblatt
21.10.2026

Gemeinsam durchs Wallfahrtsjahr

Der neue „Wallfahrtskalender Unserer Lieben Frau von Altötting“ ist ab sofort erhältlich.

Bistum
21.10.2026

Neue Wege gehen

Der Auftaktgottesdienst zum „Pastoralen Raum Osterhofen“ in der ...

Weltkirche
21.10.2026

25. Oktober - Weltmissionssonntag

Im Weltmissionsmonat Oktober ist Erzbischof Gustavo Bombín Espino aus Madagaskar zu Gast im Bistum Passau.