Vertrauen, Hoffnung, Glaube und die Liebe: Das hat Dr. Hans Wagenhammer, bei vielen in Feichten an der Alz auch als der „Muiner Hansl“ bekannt, bewogen, 61 Jahre lang den Priesterdienst auszuüben. Am Morgen des Maria Himmelfahrtstag ist der 86jährige gebürtige Feichtner nun im Alter von 86 Jahren gestorben.
Zu seinem diamantenen Priesterjubiläum im vergangenen Jahr hat er bei einem Festgottesdienst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Feichten eine Lebensbilanz gezogen. Im bischöflichen Auftrag sei er durch die Welt gereist, war für viele Bereiche im Bistum zuständig und hat in der knapp bemessenen Freizeit Zeit gefunden um seinen Hobby‘s wie Bergsteigen, Motorradfahren oder Wildwasserrafting nachzugehen, erzählte er damals. Am Peter und Paul Tag vor 61 Jahren, dem 29. Juni 1964 wurde er in Passau von Bischof Simon Landersdorfer zum Priester geweiht. An seinem Geburtstag feierte er vor 61 Jahren in Feichten seine Primiz. Rückblickend sagte er vor einem Jahr: „Ich habe keine großen Wunder wie in der Bibel bewirkt. Aber manchmal soll man die kleinen Wunder nicht verachten und sie für ein gelingendes Leben schätzen lernen“, so Wagenhammer und bemerkte: „Mir ist bewusst, dass meine künftige Heimat im Himmel sein wird.“
Dompropst emeritus Monsignore Dr. Hans Wagenhammer wurde am 4. Juli 1939 auf dem Müllneranwesen in Brunnthal, Pfarrei Feichten und Gemeinde Garching, geboren. Dort wuchs er mit seinen beiden Schwestern Anni und Zenzi auf und besuchte die Volksschule in Wald an der Alz. „Jeden Tag sind wir zu Fuß in die Schule gegangen“ weiß Wagenhammer zu berichten. Durch Religionslehrer Pfarrer Thomas Brücklmeier wurde sein Interesse am Glauben und der Theologie geweckt und er war es auch, der Wagenhammer für das Knabenseminar in Burghausen empfohlen hat. „Brücklmeier konnte begeistern, wie kein anderer.“, berichtet er. Ein Jahr besuchter er dort die Schule, bevor er nach Passau ins Gymnasium wechselte, sein Abitur machte und ins Priesterseminar eintrat. Am 29. Juni, damals noch ein Feiertag erhielt er als einer von 15 weiteren Priesteranwärter von Bischof Simon Landersdorfer die Priesterweihe. Seine Primiz feierte er am 5. Juli auf dem Pfarranger. Im Feichtner Heimatbuch ist dazu festgehalten, dass Prof. Dr. Franz Mußner die Festrede hielt, mehr als 6000 Besucher anwesend waren und über 2000 Automobile gezählt wurden.
Eine seiner ersten Wirkungsstätten waren die Pfarreien Oberkreuzberg als Aushilfspfarrer und Bad Griesbach als Kaplan. Im Jahre 1965 wurde er zum weiteren Studium beurlaubt, war ab 1971 wissenschaftlicher Assistent an der Uni Tübingen, wo er 1976 zum Doktor der Theologie promovierte. Besonders gut erinnerte er sich auch an seine Zeit in Innsbruck, in der er von Karl Rahner, einem katholischen Theologen und dem zweiten vatikanischen Konzil geprägt wurde. Auch das intensive Erleben der Aufbruchszeiten bei den Studentenrevolten in Tübingen wird ihm Zeit seines Lebens in Erinnerung bleiben. „Es waren 12 spannende Jahre, besonders zurzeit nach dem zweiten vatikanischen Konzil“, erinnert er sich. „Ich habe meinen Beitrag zur Forschung geleistet“, ist er sich sicher.
Es folgte eine kurzzeitige Tätigkeit als Pfarrverwalter in Künzing und Wallersdorf, bevor ihm der Bischof 1978 Antonius Hofmann das Amt des Regens im Priesterseminares St. Stefan in Passau übertrug, das er erst 1992 an Josef Werkstätter abgab. „Es waren 14 Jahre in denen ich gereift bin“, weiß er heute.
1988 folgte er dem Ruf ins Passauer Domkapitel. KAB (Katholische Arbeiterbewegung), Erwachsenenbildung, Diözesanrat, Bau- und Kunstreferat, Bildungshäuser, geistlicher Beirat, zuständig für die Diözesanpilgerstelle, für Hochschulfragen, Mission und Männerseelsorge — viele Aufgaben hatte Wagenhammer dort und sie haben ihm alle viel Spaß bereitet, wie er berichtet. Doch vor allem setzte er sich für die Jugend ein, die ihm immer wichtig war. Die Priesteranwärter begleitete er oft zu Exerzitien ins Stift Admont in Österreich.
2005 wurde er als Dompropst eingesetzt und stand dem Domkapitel vor. In dieser Funktion berief er Sitzungen ein, leitete sie, vertrat das Kapitel nach außen und wann immer es nötig war auch den Bischof.
2009 war es Zeit die Theorie in die Praxis umzusetzen und einen Pastoralplan zu erstellen. „Der hat sich aber nicht durchgesetzt“, berichtete Wagenhammer noch vor einem Jahr.
Als Verantwortlicher für die Weltkirche reiste er vor 15 Jahren mit Wilhelm Schraml nach Brasilien um dort Bischof Dom Paulo einen Gegenbesuch abzustatten. Unter brasilianischer Sonne konnte er dort auch seinen 70sten Geburtstag feiern. Weltkirche auf der einen Seite und Ortskirche auf der andern – Dr. Hans Wagenhammer ist es ein Anliegen die Fundamentaltheologie praktisch anzuwenden. Hier hat er immer Wege gesucht, Grundsätzliches mit Aktuellem auf einen Nenner zu bringen und sie den Menschen zu vermitteln.
Die Freizeit, die ihm bei den reichhaltigen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten blieb, nutzte er gerne für sportliche Aktivitäten. Alpinistisch war er oftmals auf den bekannten Klettersteigen der bayrischen und österreichischen Alpen unterwegs und konnte nicht nur den Großglockner und Großvenediger besteigen. Skifahren war ebenfalls eine große Leidenschaft. Sein Kajak, mit dem er so manche Wildwasserfahrt mit Eskimorolle unternahm, legte er längst auf’s Abstellgleis.
Als Leiter der Diözesanpilgerstelle hat er viele Reisen unternommen und die Reisenden als geistlicher Begleiter ins Heilige Land und die Pilgerorte mit Lourdes, Assisi oder Fatima begleitet.
Vor 16 Jahren hat er seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Sein Amt als Dompropst hat er damals an Hans Striedl abgegeben. Doch klassisch war sein Ruhestand nie. „Ich muß den Ruhestand immer wieder unterbrechen, es ist ja noch keine ewige Ruhe.“ so Wagenhammer verschmitzt. Er wußte mit seiner Zeit genug anzufangen. Besonders in seinem kleinen Blumengarten am Domplatz war er gerne zugange. Die Stippvisiten in Feichten wurden jedoch weniger, gab er zu.
Bild: Tine Limmer / pbp
Jetzt ist er nach schwerer Krankheit im Klinikum Passau verstorben.
Der Sterberosenkranz wird gebetet am Mittwoch, 20. August 2025, um 18.00 Uhr im Hohen Dom zu Passau. Dort wird dann auch das Requiem am Donnerstag, 21. August 2025, um 10.00 Uhr gefeiert. Anschließend ist die Beerdigung im Domherrengrab bei St. Severin in Passau.
Seine Heimatpfarrei lädt ein zu einer Trauerandacht am Mittwoch, 20. August um 19 Uhr in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Feichten / Alz.
Text und Bilder: Tine Limmer

