Bistum

Trauer um Sr. M. Virginie Lentner CJ

Redaktion am 17.03.2026

Info Icon Bild: Archiv Passauer Bistumsblatt

Das Bistum Passau und insbesondere die Schulfamilie der Giselaschulen in Passau trauert um die frühere Schulleiterin Sr. M. Virginie Lentner CJ, die am 13. März 2026 verstorben ist.

Ein Nachruf vom Schulleiter der Giselaschulen, Dr. Markus Eberhardt

Wenn Schwes­ter Vir­gi­nie über Nie­dern­burg sprach, dann nicht zuerst von Gebäu­den oder Struk­tu­ren, sie sprach von Men­schen. In ihrer Abschieds­re­de 2006 beschrieb sie das pul­sie­ren­de Leben“, das ihr jeden Tag begeg­ne­te: Schü­le­rin­nen, die fröh­lich oder auch etwas ver­un­si­chert durch die Klos­ter­pfor­te kamen, Lehr­kräf­te vol­ler Ideen und Enga­ge­ment, manch­mal aber auch mit inne­rer Span­nung, Eltern mit ihren Sor­gen um die Töch­ter, die Erzie­hungs­ar­beit der Schu­le jedoch immer unter­stüt­zend. Die­ses Bild zeigt sehr deut­lich, was ihr Ver­ständ­nis von Schu­le war: ein Ort der Ver­ant­wor­tung füreinander.

Fünf Jahr­zehn­te hat Schwes­ter Vir­gi­nie die­se Phi­lo­so­phie an unse­ren Schu­len geprägt, zuerst als Leh­re­rin, spä­ter als Schul­lei­te­rin. Gene­ra­tio­nen von Schü­le­rin­nen erin­nern sich an sie als eine warm­her­zi­ge Per­sön­lich­keit, die nicht nur Wis­sen ver­mit­tel­te, son­dern immer den Men­schen wahr­nahm und alle ihre Schü­le­rin­nen beim Namen nen­nen konnte.

Gebo­ren wur­de sie am 26. April 1930 in Spie­gel­au als eines von acht Kin­dern des Holz­bild­hau­ers Hans Lent­ner. Doch mit zwölf Jah­ren fand sie ihre zwei­te Hei­mat. Sie kam als Inter­nats­schü­le­rin nach Nie­dern­burg und ent­deck­te dort ihre beson­de­re Begeis­te­rung für die Natur­wis­sen­schaf­ten, eine Lei­den­schaft, die sie spä­ter an ihre Schü­le­rin­nen wei­ter­ge­ben soll­te. Nach dem Abitur wur­de sie Novi­zin bei den Maria-Ward-Schwes­tern in Alt­öt­ting. In Mün­chen stu­dier­te sie schließ­lich die Fächer Bio­lo­gie und Che­mie und absol­vier­te dort auch ihr Referendariat. 

Ich bete jeden Tag für Niedernburg.”

Sr. M. Virginie Lentner CJ

1957 begann ihre Lauf­bahn am Gise­la-Gym­na­si­um, zunächst als Leh­re­rin. Neben dem Unter­richt stu­dier­te sie Deutsch und Geschich­te für das Lehr­amt an Real­schu­len und wur­de schnell zur rech­ten Hand der dama­li­gen Schul­lei­te­rin Schwes­ter Ger­tru­dis Segl. Es war ein unglaub­li­ches Arbeits­pen­sum, das sie in die­ser Zeit bewäl­tigt hat. 1994 über­nahm Schwes­ter Vir­gi­nie schließ­lich die Lei­tung der Gise­la-Schu­len, zwölf Jah­re lang stand sie an ihrer Spit­ze. Die­se Zeit war geprägt von der Über­nah­me der Trä­ger­schaft durch die Diö­ze­se Pas­sau, dem Auf­bau der sechs­stu­fi­gen Real­schu­le, der Ver­grö­ße­rung der Schul­ge­mein­schaft auf über 1.000 Schü­le­rin­nen, vie­len Reno­vie­rungs­maß­na­hem und zuletzt dem Beginn des G8. Mit gro­ßem Enga­ge­ment, Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und einem kla­ren Blick für das Wesent­li­che meis­ter­te sie alle die­se Aufgaben. 

2006 wur­de sie nach fast einem hal­ben Jahr­hun­dert in Nie­dern­burg in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Doch auch danach blieb sie ihrer Schu­le stets ver­bun­den. Ich bete jeden Tag für Nie­dern­burg“, sag­te sie mir bei unse­rer ers­ten Begeg­nung im Sep­tem­ber 2020. Nach eini­gen Mona­ten in Jeru­sa­lem und Rom zog sie in das Maria-Ward-Haus in der Neu­en Rie­ser Stra­ße. Die letz­ten bei­den Lebens­jah­re war sie im Wohn- und Pfle­ge­heim der Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz in Alt­öt­ting zuhau­se, wo sie in der Nacht zum Sams­tag verstarb.

Mit Schwes­ter Vir­gi­nie ver­lie­ren wir eine Per­sön­lich­keit, die unse­re Schu­le nach­hal­tig geprägt hat: als Leh­re­rin, als Schul­lei­te­rin und vor allem als Mensch. Ihre Tat­kraft, ihre Klar­heit, ihre Für­sor­ge für Schü­le­rin­nen und Mit­ar­bei­ten­de, ihre tie­fe Ver­wur­ze­lung im Nie­dern­bur­ger Geist“ und in ihrem Glau­ben wer­den unver­ges­sen blei­ben. Wir ver­nei­gen uns in Dank­bar­keit vor ihrem Lebens­werk. Möge sie nun im Frie­den Got­tes ruhen.

Beerdigung

Eucha­ris­tie­fei­er am 18. März 2026 um 10:00 Uhr in der Fried­hofs­kir­che St. Micha­el in Alt­öt­ting, anschlie­ßend Beer­di­gung auf dem Michaeli-Friedhof.

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