Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Über „Alles bleibt anders?! Arbeiten im Pastoralen Raum“ haben sich beim Treffen der Pastoralen Dienste am 30. Juni pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Passau ausgetauscht. Referentin Ursula Stacheder gab den Teilnehmenden der Veranstaltung, bei der auch Bischof Stefan Oster SDB dabei war, Impulse zum Thema.
Dass das Thema „Arbeiten im Pastoralen Raum“ viele in der Pastoral Beschäftigten bewegt, zeigte sich schon an der Teilnehmerzahl. Rund 50 Frauen und Männer aus dem ganzen Bistum Passau haben am 30. Juni bei dem nachmittäglichen Treffen die Gelegenheit genutzt, neue Ideen und Impulse zu dieser Thematik zu sammeln. Mit dabei waren aber nicht nur in der Pastoral beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pfarrverbänden, sondern auch Mitarbeitende aus den Abteilungen und Referaten des Bischöflichen Ordinariates. Vertreten waren das Referat Ehe, Familien und Kinder, die Senioren- und die Berufungspastoral, das Referat Neuevangelisierung, das Ministrantenreferat, das Referat Exerzitien und Spiritualität, die Gemeindecaritas und das Bibelreferat. Aber nicht nur die positive Resonanz, sondern auch der gute Austausch der Teilnehmenden untereinander sprach für sich und zeigte, wie sehr das Arbeiten in Pastoralen Räumen die Gemüter beschäftigt. Dass die Mitarbeitenden in diesem großen Veränderungsprozess gut begleitet werden, ist auch der Bistumsleitung ein großes Anliegen. Bischof Stefan Oster, der beim Treffen mit dabei war, nutzte auch hier die Gelegenheit, sich mit den Teilnehmenden auszutauschen.
Zu Beginn der Veranstaltung verwies die Verantwortliche des Pastoraltreffens Dr. Veronika Augustin von der Theologischen Fort- und Weiterbildung im Bistum bei ihrer Begrüßung auf die vielen Veränderungen, sowohl in der kirchlichen Welt als auch im Bistum Passau. Daher auch der Titel des Treffens „Alles bleibt anders?!“ mit Fragestellungen wie: Was bleibt, was wird anders, was ist mit alles gemeint? Dieses Thema knüpft direkt an das Treffen der Pastoralen Dienste vom Vorjahr an, bei dem Ideen und Erfahrungen sowie Probleme und Fragen zum Arbeiten in Pastoralen Räumen ausgetauscht wurden. Basierend darauf und mit Impulsen der Referentin Ursula Stacheder wolle man jetzt Antworten erarbeiten, so Augustin. „Was kann ein Weg sein, um von dieser Unsicherheit zu einer Neu- oder Wiederentdeckung der eigenen Berufung zu kommen, wie kann der eigene Glaube da beitragen, und wie kann Glaubensweitergabe in großen pastoralen Räumen gelingen?“
„Als pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Sie die Hauptträger dieses Veränderungsprozesses.”
Das Bistum Passau stecke inmitten des größten Veränderungsprozesses seit Langem, betonte dann Bischof Oster in seinem Grußwort und meinte, an die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt: „Sie sind die Hauptträger dieses Veränderungsprozesses.“ Ein Prozess, der ihn aber hoffen lässt, „dass die Chancen mindestens genauso groß sind wie die Herausforderungen.“ Doch brauche es Flexibilität, in der heutigen Zeit das Evangelium zu verkünden, betonte er. „Danke für Ihren Dienst. Ich hoffe, dass es im September (mit dem Start für die Pastoralen Räume, Anm. d. Red.) für Sie gut losgeht.“
„Sich auf einer anderen Ebene den Menschen zu nähern und dorthin zu gehen, wo die Leute sind, wirklich erfinderisch zu werden und zu schauen: Wo ist welcher Ort für wen denn gut? Das sehe ich also als Chance.”
Impulse mit Gedanken und Erfahrungen zur Glaubensweitergabe in Pastoralen Räumen bekamen die Teilnehmenden im ersten Teil der Veranstaltung von der eingeladenen Referentin Ursula Stacheder. Die ausgebildete Gemeindereferentin mit Zusatzausbildung in Pastoralpsychologie arbeitet derzeit als Referentin für geistliche Begleitung und Supervisorin in der Begleitung von Einzelpersonen und Gruppen im Erzbischöflichen Ordinariat München. Sie gab den Frauen und Männern eine spirituelle, pastoralpsychologische Methode an die Hand, um selbst kreativ zu werden und Ideen für das Arbeiten in Pastoralen Räumen zu erarbeiten. „Um den Weg gut anzufangen oder gut weiterzugehen. Damit wir dahin zurückkommen, was unser Kerngeschäft ist und das, was uns trägt: unser Glaube, unser Verbundensein mit Gott. Das ist ja eigentlich die Berufung derer, die heute da sind.“
Ganz zentral beim Arbeiten in großen Pastoralen Räumen, so ihre Erfahrung, seien Ehrenamtliche. „Wichtig ist, Ehrenamtliche zu schulen, in seelsorgliche Verantwortung zu gehen. Das ist auch ein Thema, das man zusammen mit den Hauptamtlichen erarbeiten muss. Wie viel gebe ich ab, was lasse ich los, was lasse ich die anderen tun? Dabei verändert sich ganz viel, auch an den Rollen. Im Prinzip bekommen die Teams eine andere Funktion.“ Die große Chance im Veränderungsprozess sieht sie darin, neue Wege zu gehen. „Sich auf einer anderen Ebene den Menschen zu nähern und dorthin zu gehen, wo die Leute sind, wirklich erfinderisch zu werden und zu schauen: Wo ist welcher Ort für wen denn gut? Das sehe ich also als Chance.“ Nicht zuletzt sieht Stacheder es auch für wichtig an, sich als Kirche mit andern zu verbünden. „Wir haben ja viele Verbände und Vereine. Pfarrheime könnten beispielsweise auch gemeinsam genutzt werden, sodass sie Pfarrheime für alle werden. Da gibt es viele Ideen, die man ausprobieren könnte.“
Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Dass das Thema „Arbeiten in Pastoralen Räumen“ gut kommuniziert und begleitet wird, ist nicht zuletzt auch ein großes Anliegen der Mitarbeitervertretung (MAV) des Bistums Passau. Andreas Nock, Vorsitzender der MAV Pastorale Dienste, betonte: „Wir bringen das Thema Pastorale Räume immer wieder ein und haben auch die Thematik für das Treffen der pastoralen Dienste angestoßen. Also die Frage: Wie schaut das Arbeiten im Pastoralen Raum aus? Denn das ist leicht gesagt. Doch braucht es für die Umsetzung Zeit, Raum und Kreativität.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so sein Eindruck, gehen den Prozess mit, sehen aber durch aus, wo es noch Schwierigkeiten gibt und Klärungsbedarf besteht, gerade auch bei Ehrenamtlichen. „Die Ehrenamtlichen sind sehr nah an der Praxis den Menschen dran und bringen sich entsprechend ein. Viele sehen, dass etwas getan werden muss und sich etwas ändern wird und gehen den Weg auch mit, möchten aber nicht unvorbereitet sein.“

