Das glauben wir

Übergangszeiten

Redaktion am 15.05.2026

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Übergangszeiten werden fast immer von einer Mischung aus Erwartung und Unsicherheit begleitet. Vor allem die großen Übergänge im Leben, zum Beispiel zwischen Schule und Ausbildung, sind immer mit einem Abschied und Neubeginn verbunden. Glaube und Gebet können in diesen Zeiten Kraft und Stärke geben. Mehr dazu von Pastoralreferentin Teresa Aigner in ihrem Impuls zum Sonntag.

Ich kann mich noch gut dar­an erin­nern. An die Zeit, in der ich Fahr­an­fän­ge­rin war. Ich weiß noch, dass die Kupp­lung und ich anfangs kei­ne Freun­de waren. Und es hat wirk­lich gedau­ert, bis wir es wur­den. So war zu der Zeit jedes Ste­hen an der Ampel eine Her­aus­for­de­rung. Vor allem wenn die Ampel von rot auf gelb geschal­tet hat. Die­se Erwar­tung, dass es bald grün wird und die damit ver­bun­de­ne Angst vorm Los­fah­ren. Haut das mit dem Kup­peln hin? Oder stirbt mir das Auto ab? 

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Die­se Mischung aus gespann­ter Erwar­tung und Angst, die haben irgend­wie alle Über­gangs­zei­ten so an sich. Ob es nur die­se kur­ze Zeit an der Ampel ist oder ob es ande­re Über­gangs­zei­ten im Leben sind. Zum Bei­spiel die Zeit zwi­schen Schul­ab­schluss und Aus­bil­dung oder Stu­di­um. Oder die Zeit zwi­schen zwei Jobs. 

Neben der Erwar­tung und der Angst sind Über­gangs­zei­ten Zei­ten, in denen ich mich sam­meln kann, mich vor­be­rei­ten auf das, was da kommt. 

Von so einer Über­gangs­zeit hören wir auch am heu­ti­gen Sonn­tag im Got­tes­dienst. Die Apos­tel keh­ren nach Jeru­sa­lem zurück. Jesus ist in den Him­mel auf­ge­fah­ren. Die Zeit des Unter­wegs seins mit Jesus als sei­ne Jün­ger ist vor­bei. Er hat ihnen zwar ver­spro­chen, dass sie einen Bei­stand, die Geist­kraft Got­tes, bekom­men wer­den, aber Pfings­ten ist noch inner­lich weit weg. So ste­cken die Freun­din­nen und Freun­de Jesu in einer Über­gangs­zeit fest. Sie sind kei­ne Jün­ge­rin­nen und Jün­ger mehr, die direkt mit Jesus unter­wegs sind. Sie sind aber auch noch kei­ne Zeu­gin­nen und Zeu­gen sei­ner Botschaft. 

Sie war­ten. Sie ver­krie­chen sich in einem Haus in Jeru­sa­lem. Sie haben Angst, sind unsi­cher. Und gleich­zei­tig vol­ler Erwar­tung, was kom­men wird. Wann die­ser Bei­stand, von dem Jesus gespro­chen hat, da sein wird. Und was machen sie? Sie blei­ben zusam­men und sie beten. So gestal­ten sie die­se Über­gangs­zeit. Gemein­sam beten stärkt und gibt Kraft. Gemein­sam beten, das machen auch wir jeden Sonn­tag gemein­sam im Got­tes­dienst. Auch der Got­tes­dienst ist so eine Über­gangs­zeit. Zwi­schen alter und neu­er Woche. Ich kann mich beim Gebet sam­meln und vor­be­rei­ten. Und dann: qua­si bei Grün gestärkt los­fah­ren in eine neue Woche. 

Tere­sa Aigner, Pastoralreferentin

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