Bistum

Stolpersteine: In Gedenken…

Stefanie Hintermayr am 20.02.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Das Schicksal von Adelgunde Dölzer und Willi Heckmann, Opfer des Nationalsozialismus, wurde bei der Gedenkveranstaltung im Festsaal St. Valentin nach der Stolpersteinverlegung in der Passauer Altstadt in den Blick genommen.

Nach der Verlegung von Stolpersteinen für Adelgunde Dölzer und Willi Heckmann in der Passauer Altstadt fand im St.-Valentin-Festsaal am Domplatz eine Gedenkveranstaltung statt. Dort sprach man über das Schicksal der beiden Opfer des Nationalsozialismus.

Stol­per­stei­ne – die meis­ten ken­nen die klei­nen, in den Geh­weg ein­ge­las­se­nen Plat­ten als Erin­ne­rungs­ta­feln für jüdi­sche Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Inzwi­schen sind vie­ler­orts aber auch sol­che Stei­ne für ande­re Grup­pen von Ver­folg­ten ver­legt wor­den, zwei davon am Don­ners­tag­vor­mit­tag in Pas­sau in der Roß­trän­ke (vor dem heu­ti­gen Cuba­na) und in der Lede­r­er­gas­se. Der Stein in der Roß­trän­ke erin­nert an den homo­se­xu­el­len Musi­ker Wil­li Heck­mann, der 1937 für ein Enga­ge­ment nach Pas­sau kam, eini­ge Mona­te hier leb­te, von der Gesta­po ver­haf­tet und schließ­lich depor­tiert wur­de. Es folg­ten acht Jah­re Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger – so lan­ge, wie nur weni­ge Men­schen dort über­lebt haben. Der Stein in der Lede­r­er­gas­se ist Adel­gun­de Döl­zer gewid­met, ein soge­nann­tes ​„Eutha­na­sie­op­fer“, wegen ihrer Krank­heit von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ermordet.

Im Anschluss an die Ver­le­gung der Stei­ne, die Künst­ler Gun­ter Dem­nig trotz Schnee­re­gens per­sön­lich vor­nahm, fand im Fest­saal von St. Valen­tin eine Gedenk­ver­an­stal­tung statt, bei der auch Gabi Döl­zer (Enke­lin von Adel­gun­de Döl­zer) und Klaus Stan­jek (Nef­fe von Wil­li Heck­mann) über das Gesche­hen vor fast 90 Jah­ren und wie es ihre Fami­li­en in der Fol­ge beein­flusst hat, spra­chen. Nach der Begrü­ßung von Tobi­as Wald­herr, Vor­sit­zen­der des Stadt­ju­gend­rings Pas­sau, sowie den Gruß­wor­ten von Andre­as Rother, zwei­ter Bür­ger­meis­ter der Stadt Pas­sau, und Ste­fa­nie Denk, Vor­sit­zen­de des Bezirks­ju­gend­rings Nie­der­bay­ern, wur­de durch einen Erin­ne­rungs­bei­trag mehr zur Lebens­ge­schich­te von Wil­li Heck­mann erfahr­bar. Klaus Stan­jek gewähr­te in sei­nem Bei­trag mit dem Titel ​„Was ich über das Schick­sal mei­nes Onkels her­aus­fand und was ich heu­te dar­über den­ke.“ Ein­blick in sei­ne Fami­li­en­ge­schich­te. Im Anschluss dar­an gewähr­te Gabi Döl­zer in ihrer Trau­er­re­de einen Ein­blick in das Schick­sal ihrer Groß­mutter Adel­gun­de Döl­zer. Der Vor­trag mit dem Titel ​„Die Erin­ne­rung an die natio­nal­so­zia­lis­ti­schen ​‚Euthanasie‘-Morde“ von Dr. Win­fried Helm schloss die Gedenk­ver­an­stal­tung, die musi­ka­lisch von einer Spiel­grup­pe des 1. Akkor­de­on­or­ches­ters Pas­sau beglei­tet wur­de, schließ­lich ab.

Einen aus­führ­li­chen Bericht zu den Stol­per­stei­nen und auch zur Geschich­te von Adel­gun­de Döl­zer und Wil­li Heck­mann lesen Sie im Pas­sau­er Bis­tums­blatt, Aus­ga­be 9.

Das Projekt Stolpersteine

Stol­per­stei­ne sind ein euro­pa­wei­tes Erin­ne­rungs­pro­jekt des Künst­lers Gun­ter Dem­nig. In Pas­sau wird das Pro­jekt vom Stadt­ju­gend­ring Pas­sau getra­gen und gemein­sam mit dem Auer­sperg-Gym­na­si­um Freu­den­hain, der Montesso­ri-Schu­le Pas­sau, dem Gym­na­si­um Leo­pol­dinum, der Initia­ti­ve ​„Wochen zur Demo­kra­tie“ sowie dem 1. Akkor­de­on­or­ches­ter Pas­sau ver­wirk­licht. Die betei­lig­ten Ein­rich­tun­gen und Grup­pen über­neh­men die Paten­schaf­ten für die Stol­per­stei­ne und set­zen damit ein sicht­ba­res Zei­chen des Erin­nerns an die Men­schen, denen sie gewid­met sind. Ermög­licht wird die Umset­zung des Pro­jekts durch die Unter­stüt­zung der Arbei­ter­wohl­fahrt (Orts­ver­ein Pas­sau und Hack­lberg), des Bis­tums Pas­sau, des Kul­tur­amts der Stadt Pas­sau und des Bezirks­ju­gend­rings Niederbayern.

Text + Fotos: Bar­ba­ra Osdar­ty / pbb, Ste­fa­nie Hin­ter­mayr / pbp

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