Foto: K. Ascher
„Lobet und preiset ihr Völker den Herrn!“ erscholl es am Samstag, den 21. März aus den ca. 40 Pilgerkehlen beim Ankommen in Passaus Innenstadt.
Nicht nur mit den Füßen gebetet
Raus aus dem Alltag — sich besinnen aufs Wesentliche – pilgern macht glücklich
Die 25 km zwischen Waldkirchen und der Dreiflüssestadt ließen Zeit, Gott und dem Mitpilger näherzukommen. Schweigen, Rosenkranzbeten, Ratschen und Singen mischten sich in gelungener Dosis während der siebenstündigen Wallfahrt, die alljährlich am Samstag vor dem Palmsonntagswochenende stattfindet. Pastoralreferentin Alexa Weber aus Waldkirchen lud mit Meditationsfragen an drei Stationen zum Nachdenken über die eigene Gottesbeziehung ein: Wie ist mein Glaube seit meiner Kindheit gewachsen? Wozu ruft mich Jesus in meiner jetzigen Lebenssituation? Was in mir bedarf noch der Heilungskraft Jesu? Schweigend gemeinsam zu gehen, mit seinen Gedanken bei sich selber und bei Gott zu sein: Eine Erfahrung, die hilft, aus der Alltagsroutine auszusteigen und zum Wesentlichen zu kommen. Im abwechselnd gesprochenen Rosenkranzgebet wurde die Gemeinschaft im Herrn ganz spürbar und dazwischen hat so mancher sicherlich die ein oder andere Wallfahrer-Bekanntschaft gemacht. Die Pilger hatten teils lange Anfahrtswege auf sich genommen, um pünktlich um fünf Uhr in der Früh an der Pfarrkirche in Waldkirchen zu erscheinen und sich dann mit dem Pilgersegen von Pfarrer Michael Nirschl ausgestattet Richtung Bärnreuth auf den Weg zu machen. In Büchelberg empfingen Pfarrmitglieder aus Karlsbach die Pilgergruppe mit heißen Getränken und Tee. Einige Kilometer weiter schwang Thomas Weggartner zur Begrüßung der Pilger die weiß-blaue Bayernfahne und empfing sie zusammen mit einigen Freiwilligen im Haus des Trachtenvereins Salzweg. Da die Strecke ausschließlich über Straßen führt, soll für nächstes Jahr gemeinsam mit den Pilgern eine neue Route in den Blick genommen werden, vielleicht ab Kalteneck an der Ilz entlang auf schönen Wegen durch die Natur. Das Ziel bleibt gleich: nach Maria-Hilf in Passau. Mit der letzten Puste sangen die Pilger auf der Wallfahrtstiege ihren Gruß an die Gottesmutter, brachten ihr ihre Anliegen und Heimatpfarreien. Pfarrer Nirschl machte in der Predigt während der Messe, dem krönenden Abschluss des Vormittages, deutlich: Maria hilft, wenn wir Jesus vertrauen und tun, was er uns sagt. Erschöpft und glücklich ging es dann wieder heimwärts – diesmal aber auf vier Rädern.
Text: Alexa Weber


