Foto: Bayer / pbp
Im Mittelpunkt des diesjährigen Monats der Weltmission stehen die Philippinen – ein Land, in dem Armut, Gewalt und politische Repression das Leben vieler Menschen bestimmen. Die Menschenrechtslage bleibt alarmierend: Kinderprostitution, Missachtung der Kinderrechte und häusliche Gewalt gehören noch immer zum Alltag.
Zu Gast im Bistum Passau war Schwester Ailyn Binco vom Orden der Good Shepherd Sisters und berichtete im Festsaal von St. Maximilian vor rund 30 treuen Spenderinnen und Spendern über die Arbeit ihres Ordens. In einem Schutzhaus nahe Manila betreut sie mit Mitschwestern und vier Sozialarbeiterinnen rund fünfzig Mädchen zwischen sieben und fünfzehn Jahren, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. „Als Good Shepherd Sister glaube ich fest daran, dass jeder Mensch das Recht auf ein erfülltes Leben hat“, sagt sie. Viele der Kinder, die in ihr Haus kommen, seien unterernährt, ohne Schulbildung und medizinische Versorgung. „Die meisten wurden vom eigenen Vater missbraucht oder von Bekannten – manche sogar von der eigenen Mutter, die ihr Kind zu Handlungen vor der Kamera zwingt.“
Bevor Ailyn Binco Ordensschwester wurde, arbeitete sie als Sozialarbeiterin für die Caritas Manila. Sie weiß, was es heißt, Kindern eine zweite Chance zu geben. Fünf Jahre bleiben die Mädchen im Schutzhaus, bis sie – wenn möglich – wieder in ihre Familie zurückkehren oder in ein selbstständiges Leben starten können. „Es ist ein Teufelskreis“, sagt sie leise, während sie von den Zuständen in ihrem Land erzählt kommen ihr mehrmals die Tränen und es bricht ihre Stimme. „Unsere Mädchen sind Opfer von Opfern. Aber wir glauben daran, dass Heilung möglich ist. Es ist unsere Mission, für ihre Rechte einzutreten und ihnen zu zeigen, dass Gott bei ihnen ist.“
Radio-Interview mit Sister Ailyn Binco:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Auch Bischof Stefan Oster zeigte sich tief berührt von der Arbeit der philippinischen Ordensfrau. „Mich rührt es zutiefst, wenn ich höre, wie sie diesen Kindern hilft, ins Leben zurückzufinden – durch echte, aufrichtige Zuwendung“, sagte er beim Treffen mit missio-Präsident Wolfgang Huber in Passau. Der Bischof erinnerte daran, dass auch die Kirche in Deutschland aus ihrer eigenen Geschichte heraus verpflichtet sei, Missbrauch aufzuarbeiten, zu verhindern und Betroffene zu begleiten. „Das ist Arbeit an der Würde des Menschen – ein großes Zeugnis unseres Glaubens.“
Hier können Sie schnell und unkompliziert helfen:
Der Monat der Weltmission, die weltweit größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken, ruft in diesem Oktober dazu auf, die Projekte von missio auf den Philippinen zu unterstützen – für eine Zukunft, in der kein Kind mehr Opfer von Gewalt sein muss.
Foto: Bayer / pbp
Als Internationales Katholisches Hilfswerk steht missio an der Seite der Ärmsten und verbessert so die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Die Vision von missio ist eine gerechte Welt, in der alle Menschen in Würde leben können.


