Soziales

Wenn das eigene Dach fehlt

Redaktion am 10.09.2025

Info Icon Foto: Caritas Passau
Ein sicherer Hafen in Passau: Angelika Leitl-Weber und ihr Team in der Bahnhofsmission helfen Menschen ohne Unterkunft.

Bahnhofsmission Passau macht zum Tag der Wohnungslosen auf die Situation von Menschen ohne Zuhause aufmerksam

Pas­sau (can). Miet- und Ener­gie­schul­den, Kon­flik­te im Wohn­um­feld, Tren­nung oder Schei­dung sowie Krank­heit kön­nen Men­schen in die Woh­nungs­lo­sig­keit trei­ben – mit all ihren Här­ten. Immer mehr Betrof­fe­ne ste­hen ohne eige­nes Dach über dem Kopf da, häu­fig ohne Pri­vat­sphä­re, Sicher­heit und Per­spek­ti­ve. Am 11. Sep­tem­ber wird mit dem Tag der Woh­nungs­lo­sen auf die­se schwie­ri­ge Lebens­si­tua­ti­on auf­merk­sam gemacht.

Aktu­ell sind laut BAG Woh­nungs­lo­sen­hil­fe rund 474.000 woh­nungs­lo­se Men­schen in Deutsch­land unter­ge­bracht. Eine Trend­um­kehr ist nicht in Sicht. Etwa 10 Pro­zent leben dau­er­haft auf der Stra­ße. Doch: woh­nungs­los ist nicht gleich obdach­los. Vie­le Betrof­fe­ne fin­den vor­über­ge­hend Unter­schlupf bei Bekann­ten, Ver­wand­ten oder in Notunterkünften.

Auch die Vor­stel­lung, Woh­nungs­lo­sig­keit gehe immer mit Arbeits­lo­sig­keit ein­her, ist falsch: Rund 13 Pro­zent der Betrof­fe­nen haben eine gere­gel­te Arbeit – nur eben kein Dach über dem Kopf. Beson­ders alar­mie­rend: Inzwi­schen sind auch Fami­li­en betrof­fen, ihr Anteil liegt bei rund 11 Prozent.

Hier wie­der her­aus­zu­kom­men, ist sehr schwer. Wer kei­ne Woh­nung hat, lebt ohne Pri­vat­sphä­re, ohne Sicher­heit und ohne Per­spek­ti­ve. Man ver­liert nicht nur den eige­nen Wohn­raum, son­dern auch das Gefühl von Sta­bi­li­tät und Selbstbestimmung.

Die Bahn­hofs­mis­si­on ist für vie­le die­ser Men­schen die ein­zi­ge Anlauf­stel­le, die ihnen Zuflucht, Akzep­tanz und Wert­schät­zung schenkt. Die zwölf Bahn­hofs­mis­sio­nen in Bay­ern ver­zeich­ne­ten im ver­gan­ge­nen Jahr 565.000 Gäs­te­kon­tak­te. In Pas­sau, der kleins­ten Bahn­hofs­mis­si­on, waren es allein 29.052 Kon­tak­te. Rund 40 Pro­zent der Besucher:innen haben kei­nen fes­ten Wohn­sitz, vie­le schla­fen auf der Stra­ße. Mehr als ein Drit­tel lei­det an psy­chi­schen Erkran­kun­gen oder Abhän­gig­keits­er­kran­kun­gen – oft auch an beidem.

Für die­se Men­schen sind Frau Leitl-Weber und ihr Team oft die ein­zi­gen ver­läss­li­chen Bezugs­per­so­nen. Wäh­rend ande­re im Café Freund:innen tref­fen, ist die Bahn­hofs­mis­si­on für sie der ein­zi­ge Ort, an dem sie sozia­le Teil­ha­be und mensch­li­che Begeg­nung erfah­ren. Neben Kaf­fee und Gebäck gibt es klei­ne Hil­fen im All­tag, dazu Klei­dung, Schlaf­sä­cke und Iso­mat­ten. Gera­de nach einer Nacht im Regen sind fri­sche, war­me Sachen ein Geschenk von unschätz­ba­rem Wert.

Unter­stüt­zen Sie die Arbeit der Bahn­hofs­mis­si­on mit Ihrer Spen­de:
Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau
Spar­kas­se Pas­sau
IBAN: DE16 7405 0000 0000 0012 30
Kenn­wort: Bahnhofsmission

Text: Cari­tas Passau

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