Foto: Lisa Eichinger
„Hallo, hier von meiner Kaffeemaschine“ – so startet Pfarrer Michael Witti auf den Sozialen Medien unter „pfarrerwitti“ nicht nur persönlich, sondern ganz öffentlich in den Tag.
Doch bleibt es nicht bei der Kaffeemaschine – der bekennende Kaffee-Influencer lässt sich bei jedem seiner kurzen Impulse, Spots oder Reels eine Tasse Espresso von seiner Maschine brauen.
Dass Witti so affin mit den Sociamedia-Kanälen geworden ist, verdankt er einer Fortbildung im letzten Jahr. Kurze Beiträge ein schnelles Storytelling mit Wiedererkennungswert, das kommt bei seinen Followern, inzwischen sind es 1528 und täglich werden es mehr, bestens an.
Kaffee begleitet den heute 52jährigen schon seit seiner Studienzeit, als er für die Kaffeeversorgung seiner Professoren zuständig war. „Ohne Kaffee kann ich nicht in den Morgen starten“, gibt er zu. „Am Nachtkastl steht meine Reiseespressomaschine parat, die ihm schon gleich nach dem ersten Wecker läuten den ersten Espresso braut. Anders komm ich nicht aus dem Bett.“ Dann geht es nach dem Duschen in die Küche, wo es nach dem Morgengebet den zweiten, vielleicht eine dritte Tasse des muntermachenden Getränks gibt und es erst dann aus dem Haus geht. „Am Nachmittag noch eine Tasse Cappuccino, oder nach einem guten Essen, aber dann muss Schluss sein“, schmunzelt er. Für ihn ist Kaffee ein Genuss und kein literweises Trinken, nur weil man Kaffee trinkt. „Guter Kaffee hat mindestens so viele Aromen wie ein guter Wein“, weiß Witti, der gerne seine Fähigkeiten in Sachen in seinem WhatsApp Status mit allen die es sehen wollen, teilt.
Dass er jetzt seinen eigenen Kaffee mit dem Namen „Don Michele“ erhalten hat, das ist Uli Niedersteiner zu verdanken, der sich in der Region einen guten Namen mit seinem „Baruli“-Kaffee gemacht hat. Kräftig, säurearm, vollmundig und schokoladig – so mag Witti den Kaffee am liebsten – wobei der Weg zur richtigen Schokolade nicht weit ist. „Für Nougatschokolade lass ich fast den Kaffee stehen“, so der Genießer mit einem Augenzwinkern. 75 Prozent Arabica Bohne und 25 Prozent Robusta, das ganze etwa 17 Minuten geröstet und dann ruhen lassen. „Das macht nicht nur wach, sondern belebt auch die Sinne“, weiß der Pfarrer, der gerne „Wittis beste Bohne“ in der Kaffeetasse weiß.
Zwei Wochen hat Uli Niedersteiner getüfftelt und nach vier Röstversuchen, war der Kaffee, deren Rohbohne aus Honduras, Indien und Brasilien stammt, fertig. Zuletzt war Niedersteiner in Indien und hat die Kooperative, aus der er seine Kaffeebohnen bezieht, einen Besuch abgestattet. Auch da ist eine weitere Schnittstelle zum Pfarrverband. „Die Kaffeebohnen stammen aus der nördlichen Region Kerala. Aus dem Distrikt stammen auch die meisten indischen Seelsorgekollegen, die in der Diözese Passau arbeiten“, weiß Witti. Sechs bis acht Wochen braucht die Kaffeebohne, bis sie auf dem Seeweg über Hamburg zur Altenmarkter Rösterei kommt. „Wir rösten die Bohne, die als grünes Rohmaterial zu uns kommt selbst“, so Niedersteiner, der sein früheres Hobby zum Beruf gemacht hat. Niedersteiner hat sich vor Jahren schon seinen Kaffee in einem Trommelröster selbst zubereitet. Als gelernter Redakteur und Filmer, unter anderem beim Motorsportmagazin „Grip“ hat er sich durch viele Kaffeesorten getrunken und nie was das Richtige dabei. Vor elf Jahren hat er dann seine eigene Rösterei gegründet und ist seitdem glücklich.
Dass es zum Namen „Don Michele“ gekommen ist, war einfach. Schon als er vor 18 Jahren in den Pfarrverband kam und viel mit Hans Aicher, dem jetzigen Altbürgermeister unterwegs war, hatten die beiden den Namen „Don Camillo und Peppone“ erhalten. Während der Peppone jetzt seinen Ruhestand genießt, hofft der Pfarrer jüngeres Publikum für seine Botschaften zu erreichen. Auch sein Gesicht gibt Pfarrer Michael Witti für den Kaffee. Sein Konterfei samt Collarhemd strahlt von der Packung und gibt so Wiedererkennungswert.
Doch macht den Kaffee nicht nur eine gute Röstung aus, sondern auch die Maschine, die ihn zubereitet. „Für eine Filtermaschine ist dieser Kaffee nicht geeignet“, informiert Niedersteiner und empfiehlt dafür einen Vollautomaten oder eine Bialetti.
Doch ist der Kaffee „Don Michele“ nicht nur für den eigenen Seelengenuß. „Mit dem Kauf tut man auch noch was Gutes“, so Niedersteiner und Witti überzeugt. Mit dem Kauf unterstützt der Käufer die Aktion „Mia san Clown“ des BDKJ. Im Jahr 2013 wurde das Projekt ins Leben gerufen. Den Kindern im Krankenhaus soll Freude bereitet werden. „Lachen bringt Lebensqualität“, darüber sind sich nicht nur die Macher der Aktion, sondern auch Witti und Niedersteiner sicher. Gerade bei chronisch kranken oder schwerkranken Kindern sorgt ein Clownbesuch für Entspannung und ein wenig Zeit, die mit anderen leichteren Gedanken gefüllt wird. Das ist nicht nur bei den Kindern so, sondern auch bei den Eltern, die ihren Kindern in der schweren Zeit oft nicht von der Seite weichen. Die Aktion, bei der Dr. Jojo jeden Mittwoch auf der Altöttinger Kinderstation ein Lächeln in die Gesichter der Kinder und Erwachsenen zaubert, wird rein aus Spenden finanziert.
Den Kaffee gibt es in der Rösterei in Stein an der Traun, im Domladen Passau, im Onlinehandel von Baruli, im Café der Gärtnerei Högner in Hart/Alz und im Feichtner Dorfladen.
Text und Fotos: Tine Limmer

