Bistum

Zwei „Neue“ im KiS-Team

Redaktion am 18.11.2025

Info Icon Bild: KiS Bistum Passau
Festakt in Spectrum Kirche. Gemeindereferentin Anna Perl und Pfarrer Michael Osterholzer erhielten ihre KiS-Ausbildungszertifikate. (Im Bild v. links: Generalvikar Josef Ederer, Anna Perl, Pfarrer Michael Osterholzer, Cordula Blüml (KiS-Diözesanbeauftragte), Klaus Wiesmüller (stv. Leitung Schulen und Hochschule))

Seit über 20 Jahren gibt es in den bayerischen Diözesen die „Krisenseelsorge im Schulbereich", kurz KiS. Bei einer Feierstunde in Spectrum Kirche in Passau wurden am Montag zwei „Neue“ ausgesandt. Sie erhielten ihre Zertifikate von Generalvikar Josef Ederer überreicht.

Die Kri­sen­seel­sor­ge im Schul­be­reich (KiS) ist ein Ange­bot der baye­ri­schen Diö­ze­sen für alle Men­schen im Lebens­raum Schu­le, die mit Tod und Trau­er in Berüh­rung kom­men. Die diö­ze­sa­nen KiS-Mit­ar­bei­te­rIn­nen sind spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te kirch­li­che und staat­li­che Lehr­kräf­te aller Schul­ar­ten. Das Anlie­gen ist eine sen­si­ble und an den Bedürf­nis­sen ein­zel­ner Per­so­nen und Sys­te­me ori­en­tier­te Unter­stüt­zung und Beglei­tung. Kri­sen­si­tua­tio­nen in der Schu­le tre­ten meist plötz­lich und unvor­be­rei­tet ein. Ein plötz­li­cher Todes­fall in der Schul­fa­mi­lie, ein Unfall, ein alles ver­än­dern­des Ereig­nis – für alle Betei­lig­ten im Schul­all­tag stel­len sol­che Ereig­nis­se eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Sei es die Schul­lei­tung, Lehr­kräf­te und natür­lich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Um auf sol­che Fäl­le gut vor­be­rei­tet zu sein, gibt es die­se spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten schu­li­schen Kri­sen­teams. 
Am Mon­tag­abend kamen zum KiS-Team im Bis­tum Pas­sau zwei wei­te­re Per­so­nen hin­zu. Sie erhiel­ten ihre Zer­ti­fi­ka­te von Gene­ral­vi­kar Josef Ede­rer über­reicht. Im Radio­bei­trag erzäh­len Sie von der Aus­bil­dung und auch von ihren bis­he­ri­gen Erfah­run­gen im Schul­be­reich, als z.B. plötz­lich jemand verstarb.

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Anna Perl ist Gemein­de­re­fe­ren­tin im Pfarr­ver­band Pfarr­kir­chen und z.B. auch in der Arbeits­ge­mein­schaft Psy­cho­so­zia­le Not­fall­ver­sor­gung (PSNV). Für sie stell­te die Aus­bil­dung eine sinn­vol­le Ergän­zung zu ihrer Aus­bil­dung als Not­fall­seel­sor­ge­rin dar. Gera­de weil eine Trau­er- oder Ver­lust­pro­ble­ma­tik mit Kin­dern und Jugend­li­chen den Seel­sor­ger doch noch ein­mal anders her­aus­for­dert. In der Not­fall­seel­sor­ge bist im Grun­de über­all unter­wegs, drau­ßen. Man bekommt einen Anruf und fährt dann los. KiS ist wie­der ein ganz spe­zi­el­ler Bereich, eben die Schu­le und das schu­li­sche Umfeld. Und da musst du eben genau die­sen Kon­text Schu­le ken­nen, das ist eben anders als bei der Not­fall­seel­sor­ge“, erklärt Anna Perl die Unter­schie­de. Auch der recht­li­che Hin­ter­grund sei anders im Schul­be­reich, weil z.B. die Anfor­de­rung durch die Schul­lei­tung erfol­gen müs­se. Ich habe da sehr viel Hand­werks­zeug mit­be­kom­men in der Kis-Aus­bil­dung. Es gibt für sol­che Fäl­le aber kei­nen kon­kre­ten Ablauf­plan, aber man lernt wie man reagie­ren muss, wel­che Mate­ria­li­en sind ver­füg­bar.“ Nütz­lich war das Erlern­te auch schon in der bit­te­ren Rea­li­tät, als die Mut­ter einer Schü­le­rin ver­starb. Da hast du dann eine Klas­se vor dir. Und ganz vie­le reagie­ren unter­schied­lich. Freun­din­nen, Freun­de sind wahn­sin­nig betrof­fen. Und ganz vie­le fra­gen sich dann — oh mein Gott, was ist, wenn mei­ne Mama krank wird, oder das mei­ner Mama pas­siert. Und die muss man dann alle auf eine beson­de­re Art und Wei­se auf­fan­gen. Und da bist du dann auch — Gott sei Dank — nie allei­ne. Du hast immer auch den Klas­sen­leh­rer mit dabei, weil der ja schon einen Bezug zu den Kin­dern hat.“

Micha­el Oster­hol­zer ist seit Sep­tem­ber 2024 Pfar­rer im Team des Pfarr­ver­ban­des Arnstorf, im Land­kreis Rot­tal-Inn. Sei­ne Moti­va­ti­on den KiS-Kurs zu bele­gen: Ich arbei­te gern in der Schu­le, mir lie­gen Kin­der und Jugend­li­che sehr am Her­zen und ich glau­be, dass das ein ganz wich­ti­ges Arbeits­feld ist, um an Schü­ler her­an­zu­kom­men. Gera­de wenn da Pro­ble­me auf­tre­ten, wenn schlim­me Sachen vor­fal­len, dass man da als Kir­che auch Prä­senz zeigt.“ Es sei ein beson­de­rer Bereich, weil Kin­der und Jugend­li­che z.B. auf eine ande­re Art und Wei­se trau­ern, wie Erwach­se­ne. Es ist natür­lich eine ganz ande­re Welt für uns als Erwach­se­ne, in die man sich dann erst wie­der ein­ar­bei­ten muss. Und ich fin­de es wahn­sin­nig span­nend, zu ver­ste­hen, was beschäf­tigt denn die heu­ti­ge Jugend? Wie tickt die nächs­te Gene­ra­ti­on?“. Wie wich­tig und nütz­lich die Aus­bil­dung ist, muss­te Pfar­rer Micha­el Oster­hol­zer nur kurz nach Antritt als Pfar­rer in Arns­dorf erfah­ren, als eine Leh­re­rin plötz­lich ver­starb und auf­grund ihrer gro­ßen Beliebt­heit eine rie­si­ge Lücke in der Schul­fa­mi­lie hin­ter­ließ. Dort war die KiS-Aus­bil­dung sehr wert­voll, um mit dem Kol­le­gi­um und den Schü­le­rin­nen und Schü­lern die­sen Ver­lust auf­zu­ar­bei­ten: Da haben wir dann ja in der Schu­le sel­ber einen Trau­er­raum ein­ge­rich­tet, da sind Brie­fe geschrie­ben wor­den an die Ange­hö­ri­gen. Und wir haben dann eine gro­ße Andacht abge­hal­ten, für die Schü­ler der Schu­le, und das war wirk­lich eine sehr prä­gen­de Erfah­rung. Ein sehr trau­ri­ger Anlass, aber es war sehr nach­hal­tig, eine wirk­lich wert­vol­le Erfah­rung in der schlim­men Krise“.

Hier geht es zu den Web­sei­ten von KiS im Bis­tum Passau:

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