Kirche vor Ort

Zwischen Meer, Himmel und Labyrinth

Redaktion am 22.09.2026

Info Icon Foto: KEB Freyung-Grafenau
Die Pilgergruppe der KEB Freyung-Grafenau vor dem Mont Saint-Michel.

Pilgerreise der KEB Freyung-Grafenau nach Reims, zum Mont Saint-Michel, an die bretonische Atlantikküste und nach Chartres

Eine Rei­se vol­ler beein­dru­cken­der Land­schaf­ten, mys­ti­scher Kathe­dra­len und beson­de­rer spi­ri­tu­el­ler Momen­te erleb­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pil­ger­rei­se ​„Mont Saint-Michel und Char­tres“, zu der die Katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung Frey­ung-Gra­fen­au Anfang Sep­tem­ber ein­ge­la­den hatte. 

Sehr früh mor­gens um 4.00 Uhr war die Pil­ger­grup­pe von 20 Per­so­nen mit Rei­se­lei­ter und geist­li­chem Beglei­ter, KEB-Geschäfts­füh­rer Micha­el Winich­ner, vom Frey­un­ger Bus­bahn­hof gestar­tet und erreich­te am frü­hen Abend die ers­te Sta­ti­on der Rei­se: Reims. Dort wur­de die Grup­pe von einer orts­an­säs­si­gen Füh­re­rin durch die wun­der­vol­le Kathe­dra­le, der Krö­nungs­kir­che der fran­zö­si­schen Köni­ge, beglei­tet. Dies war der Auf­takt einer Woche, in der sich Geschich­te, Kunst, Land­schaft und Glau­be immer wie­der mit­ein­an­der verbanden.

Nach einer Über­nach­tung ging es schließ­lich über Hon­fleur, einem wun­der­schö­nen Hafen-Städt­chen an der Mün­dung der Sei­ne in den Atlan­tik, wei­ter zum eigent­li­chen Höhe­punkt der Rei­se: dem Mont Saint-Michel. Schon der ers­te Blick auf den weit­hin sicht­ba­ren Klos­ter­berg, der sich ein­drucks­voll aus der Bucht erhebt, ließ die Teil­neh­mer die beson­de­re Atmo­sphä­re die­ses Ortes spü­ren. Die Besich­ti­gung der Abtei­kir­che und des Klos­ters, die hoch über der Bucht auf dem Fel­sen thro­nen, ver­mit­tel­te ein­drucks­voll die jahr­hun­der­te­al­te Geschich­te die­ses bedeu­ten­den Wall­fahrts­or­tes mit sei­ner mit­tel­al­ter­li­chen Architektur. 

Am Mor­gen des drit­ten Tages mach­te sich die Grup­pe aber­mals auf den Weg zum Mont Saint-Michel und genoss die Ruhe vor der Ankunft der Tou­ris­ten­strö­me. In der klei­nen Kir­che Saint-Pierre fei­er­te die Teil­neh­mer einen Wort­got­tes­dienst und fuh­ren anschlie­ßend nach Avran­ches, das eng mit der Ent­ste­hung des Mont Saint-Michel ver­bun­den ist. Der Über­lie­fe­rung zufol­ge erschien dort der Erz­engel Micha­el dem Bischof Aubert und beauf­trag­te ihn mit dem Bau einer Kir­che auf dem Felsen.

Am Nach­mit­tag war­te­te schließ­lich ein Erleb­nis der ganz beson­de­ren Art: eine Watt­wan­de­rung zum Mont Saint-Michel. Bei Ebbe mach­te sich die Grup­pe zu Fuß auf den Weg durch die Bucht. Für vie­le Teil­neh­mer war es äußerst beein­dru­ckend, sich dem ​„hei­li­gen Berg“ des buch­stäb­lich mit allen Sin­nen zu nähern. Der Wech­sel von Was­ser, Sand und Him­mel, das Gehen auf dem Mee­res­bo­den und der immer näher rücken­de Mont Saint-Michel mach­ten die Wan­de­rung zu einem der nach­hal­tigs­ten Erleb­nis­se der gesam­ten Rei­se. Anschlie­ßend blieb aus­rei­chend Zeit, um den beson­de­ren Ort noch ein­mal ganz in Ruhe auf sich wir­ken zu lassen.

Der fol­gen­de Tag stand ganz im Zei­chen der Geschich­te der Lan­dung der Alli­ier­ten am 6. Juni 1944 in der Nor­man­die und des Atlan­tik­walls. In Arro­man­ches-les-Bains und Longues-sur-Mer wur­de ein ent­spre­chen­des Muse­um sowie die Res­te der Ver­tei­di­gungs­an­la­gen besich­tig. Danach ging es für die Grup­pe nach Bayeux, wo eine geführ­te Besich­ti­gung der ein­drucks­vol­len Kathe­dra­le auf sie war­te­te. Abge­schlos­sen wur­de der Tag mit dem gemein­sa­men Gebet der Ves­per in einer Seitenkapelle. 

Ein wei­te­res gro­ßes High­light erwar­te­te die Teil­neh­mer am fol­gen­den Tag an der bre­to­ni­schen Atlan­tik­küs­te. Nach einer ein­stün­di­gen Fahrt star­te­ten sie eine Wan­de­rung von rund 3,5 km unmit­tel­bar an der spek­ta­ku­lä­ren Küs­te ent­lang zum Leucht­turm von Cap Fré­hel. Stei­le Fel­sen, das offe­ne Meer und der Blick über die Küs­ten­land­schaft mach­ten die Wan­de­rung für alle Teil­neh­mer zu einem wei­te­ren Höhe­punkt der Rei­se. Unter­wegs lud Micha­el Winich­ner zu einem spi­ri­tu­el­len Impuls ein. Inspi­riert vom Son­nen­ge­sang des hei­li­gen Franz von Assi­si rich­te­te sich der Blick dabei auf die Schön­heit und Viel­falt der Schöpfung. 

Am Nach­mit­tag besich­ti­ge die Grup­pe schließ­lich die Hafen­stadt Saint-Malo mit sei­ner mäch­ti­gen Fes­tungs­an­la­ge sowie den Fischer­ort Can­ca­le, wo eini­ge Teil­neh­mer die Gele­gen­heit nutz­ten, die bes­ten und fri­sches­ten Aus­tern Frank­reichs zu kosten. 

Nach vier Näch­ten in einem Hotel nahe des Mont Saint-Michel brach die Grup­pe nach Char­tres auf. Die dor­ti­ge welt­be­rühm­te hoch­go­ti­sche Kathe­dra­le, die ursprüng­lichs­te ihrer Art, beein­druck­te nicht nur durch ihre Archi­tek­tur und die ein­zig­ar­ti­gen 172 mit­tel­al­ter­li­chen Glas­fens­ter. Für vie­le Teil­neh­mer wur­de vor allem das berühm­te Boden­la­by­rinth zu einem tie­fen und ergrei­fen­den Erleb­nis. Sie nutz­ten die Gele­gen­heit, das Laby­rinth in aller Ruhe abzu­schrei­ten – Schritt für Schritt, in der eige­nen Geschwin­dig­keit und mit Zeit für die per­sön­li­chen Gedan­ken. Aus einem kunst­his­to­ri­schen Zeug­nis wur­de so für vie­le ein sehr per­sön­li­cher spi­ri­tu­el­ler Weg.

Been­det wur­de die Rei­se auf dem Rück­weg mit einem Wort­got­tes­dienst in der Kathe­dra­le von Spey­er, der größ­ten roma­ni­schen Kir­che des Abend­lan­des. Am spä­ten Abend kehr­te die Grup­pe schließ­lich nach Frey­ung zurück und es ende­te eine Rei­se, die vie­le unter­schied­li­che Facet­ten mit­ein­an­der ver­bun­den hat­te: ein­drucks­vol­le Kathe­dra­len und Klös­ter, bewe­gen­de Zeug­nis­se euro­päi­scher Geschich­te, die Wei­te der Atlan­tik­küs­te und beson­de­re Momen­te des gemein­sa­men Glau­bens. Im Mit­tel­punkt stan­den dabei immer wie­der Erfah­run­gen, die sich nicht allein in Bil­dern fest­hal­ten las­sen – das Gehen durch das Watt auf den Mont Saint-Michel zu, das Stau­nen über die Kraft des Mee­res am Cap Fré­hel, das gemein­sa­me Gebet und schließ­lich die stil­len Schrit­te durch das Laby­rinth von Chartres.

Eine Pil­ger­rei­se, die damit vor allem eines hin­ter­ließ: vie­le Ein­drü­cke für die Augen – und eben­so vie­le für Herz und Seele.

Text: KEB Freyung-Grafenau

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