2026
Sonntag
22.11.
17:00 Uhr
Glaube und Gemeinschaft

Adventliches Mysterienspiel

Sein Name wird sein „Gott mit uns“

Hengersberg (Deutschland), Frauenbergkirche Hengersberg

Eine ers­te Auf­füh­rung des Spiels vom Stamm­baum Jesu vor zwei Jah­ren fand gro­ßen Anklang bei den Besu­chern und Besu­che­rin­nen. Im Anschluss gab es schnell den Wunsch nach einer Wiederholung. 

Und so laden wir heu­er ein zwei­tes Mal am Nach­mit­tag des Christ­kö­nigs­sonn­tags ein zu die­ser beson­de­ren vor-advent­li­chen Fei­er mit Musik und bibli­schem Spiel.

Der Titel die­ses Mys­te­ri­en­spiels ​„Sein Name wird sein ​‚Gott mit uns‘“ ist dem Mat­thä­us- Evan­ge­li­um ent­nom­men und es ent­fal­tet in dich­ter Wei­se den soge­nann­ten Stamm­baum Jesu im aller­ers­ten Kapi­tel des Neu­en Testaments. 

Es begeg­net uns dar­in eine lan­ge Lis­te fremd­ar­ti­ger, aber auch eini­ger bekann­ter Namen. Der Evan­ge­list möch­te nicht eine his­to­risch exak­te bio­lo­gi­sche Geschlecht­er­fol­ge auf­zei­gen, son­dern er ruft die Geschich­ten der Vor­fah­ren Jesu in Erin­ne­rung: vom Anfang mit Abra­ham über den Höhe­punkt bei König David und den kata­stro­pha­len Tief­punkt des Exils in Baby­lon bis hin zum Kom­men des ver­hei­ße­nen Messias. 

Mat­thä­us erwähnt in der Ahnen­rei­he Jesu auch Frau­en, die für unser Emp­fin­den so gar nicht dort hin­ein­pas­sen wollen: 

Nicht-Israe­li­tin­nen, also Frem­de, dar­un­ter eine kin­der­lo­se Wit­we, eine Hure, eine Ehe­bre­che­rin. Mit List und Tücke und auf durch­aus krum­men Wegen kom­men sie zu ihrer Rol­le im Stamm­baum Jesu. 

Auch Josef nimmt Im Evan­ge­li­um des Mat­thä­us eine beson­ders wich­ti­ge Stel­lung ein. In der her­aus­for­dern­den Situa­ti­on mit Maria, sei­ner Ver­lob­ten und dem mes­sia­ni­schen Kind kommt es für ihn auf das Hören und auf das Han­deln an. Sein ungläu­bi­ges Gegen­bild im Stamm­baum ist König Ahas, der weder hören noch han­deln will.

In unse­rem geist­li­chen Spiel kom­men die­se außer­ge­wöhn­li­chen Gestal­ten der Ahnen­rei­he Jesu zu Wort. Sze­nisch wird die Fro­he Bot­schaft des Stamm­baums sicht­bar und hör­bar gemacht: 

„Was gering ist in die­ser Welt, hat Gott erwählt, um das zu beschä­men, was groß ist.“

Vie­le unse­rer ver­trau­ten Lie­der der Advents­zeit schla­gen die Brü­cke vom Evan­ge­li­um zu unse­rem heu­ti­gen Leben. Chor und Instru­men­ta­lis­ten eröff­nen uns einen Klang-Raum der Besin­nung und Teilnahme.

Der Stamm­baum Jesu kann uns neu den Blick öff­nen für unse­ren eige­nen Weg als Chris­tin­nen und Chris­ten: Wir dür­fen offen und auf Über­ra­schun­gen gefasst sein und wir dür­fen im Neu­en, im Unver­mu­te­ten, im Irri­tie­ren­den und auch in allem Befremd­li­chen Signa­le der Nähe Got­tes erkennen.

*Nach einer Vor­la­ge von Ger­trud Wim­mer (1924−1988) bis 1986 Dozen­tin für Neu­es Tes­ta­ment und Kir­chen­ge­schich­te an der Fach­hoch­schu­le München/​Eich­stätt; über­ar­bei­tet und neu her­aus­ge­ge­ben von Mar­kus Eham und Mar­tin Liebau, EOS – Ver­lag, St. Otti­li­en 2009

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