Seit dem Jahr 1946 kommt die Passauer Jugendfußwallfahrt nach Altötting. Das Jubiläum der Generationen übergreifenden Großveranstaltung am 18. April feierten rund 6.000 Teilnehmer. Am Ende steht für die Organisatoren vor allem eines fest: Die Wallfahrt lebt - und sie verbindet.
„80 Jahre Jugendfußwallfahrt“ nach Altötting hieß es heuer. Vom 16. bis 19. April waren Tausende rund 90 Kilometer oder mehr zur Gnadenmutter unterwegs; in die Basilika St. Anna eingezogen sind schließlich rund 6.000. Viele haben dann auch noch den in Fernsehen und Internet liveübertragenen Abschlussgottesdienst mit Bischof Stefan Oster mitgefeiert. Stefanie Hintermayr und Michael Glaß zeigen mehr von einer erfolgreichen Jubiläums-Jugendfußwallfahrt.
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Die Liebe sieht mehr: Jesus lebt!
Bischof Stefan Oster SDB wollte es eingangs des Gottesdienstes in der Basilika ganz genau wissen: Wie viele waren schon 1‑, 5‑, 10‑, 20‑, 30- oder 40-mal dabei? Die vielen Hände wurden langsam weniger — einer meldete sich bei der Frage nach der 50. Teilnahme. „So eine große schöne Tradition“, resümierte der Bischof und bedankte sich bei „allen, die das möglich machen“ — bei ehrenamtlichen Helfern, bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, und vor allem bei den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die auf den Routen von Passau, Osterhofen und Schönau nach Altötting gegangen waren — zusammen mit den Freunden und Bekannten, die die Wallfahrer am Kapellplatz in Altötting begrüßten, waren es auch heuer rund 6000, etwas mehr als im vergangenen Jahr. Gerade diese Kontinuität mache die Wallfahrt zu einem lebendigen Zeugnis gelebten Glaubens, betonte der Bischof.
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„Ankommen. Aufbrechen. Gott ist der Herr auch unserer Zeit“, war im Jubiläumsjahr das Motto, das an den Beginn der Wallfahrt vor 80 Jahren anknüpfte. Sowohl Jugendpfarrer Hubertus Kerscher als auch Bischof Stefan Oster erinnerten an die Anfänge der Wallfahrt in einer Zeit, die noch von den Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft geprägt war. Damals stand der bewusste Bruch mit der Vergangenheit im Mittelpunkt: ein klares Bekenntnis zum Glauben und der Wille zum Neuanfang. „Wir sind bereit und rufen es weit: Gott ist der Herr auch unserer Zeit“ — dieser Satz prägte schon damals den Aufbruch und wurde auch dieses Jahr wieder als Leitgedanke hervorgehoben.
Die Predigt als Podcast zum Nachhören
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Im Zentrum des Gottesdienstes stand das Evangelium von der Erscheinung Jesu am See von Tiberias (Joh 21,1−14). In seiner Predigt lenkte Bischof Oster der Blick auf die Deutungskraft der Erinnerung: Der Evangelist Johannes schreibe Jahrzehnte nach den Ereignissen und erkenne im Rückblick tiefer, wer Christus ist. Diese Perspektive verknüpfte der Bischof mit der Erfahrung der Wallfahrt: Auch der Glaube erschließe sich oft erst im Nachhinein — und vor allem durch das Herz.
Text: Michael Glaß
Fotos: Roswitha Dorfner
Mehr zur Jugendfußwallfahrt 2026
Weitere Impressionen und Informationen rund um das große Fest „80 Jahre Jugendfußwallfahrt“ finden Sie ab Montag in der digitalen Ausgabe des Passauer Bistumsblatts.




