Bistum

Ein Beginn voller Hoffnung

BAY am 26.09.2025

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Mit einem inspirierenden Auftakt ist am 26. September in der Basilika St. Anna der sechste Adoratio-Kongress für eucharistische Anbetung gestartet. Den Beginn der dreitägigen Veranstaltung bildete der Vortrag „Begründete Hoffnung“ von Pfarrer Daniel Lerch, gefolgt von einer festlichen Eucharistiefeier mit Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg.

Bischof Ste­fan Oster begrüß­te zusam­men mit Orga­ni­sa­to­rin Ingrid Wag­ner und Theo­lo­ge Sebas­ti­an Raber die über 1.5000 Gläu­bi­gen in der Basi­li­ka St. Anna. Dabei über­mit­tel­te er die bes­ten Wün­sche von Papst Leo XIV. für den dies­jäh­ri­gen Glau­bens­kon­gress. Der Bischof freu­te sich über die zahl­rei­chen Teil­neh­mer in der vol­len Basi­li­ka, es sei jedes Jahr wie­der so ein schö­nes Erleb­nis von Gemein­schaft und gläu­bi­ger Erfahrung.

Anschlie­ßend eröff­ne­te Pfar­rer Dani­el Lerch aus dem Erz­bis­tum Mün­chen mit einem ein­drucks­vol­len Vor­trag über die christ­li­che Tugend der Hoff­nung, den dies­jäh­ri­gen Kon­gress. Unter dem Titel Begrün­de­te Hoff­nung“ führ­te er die Gläu­bi­gen in die Bedeu­tung eines Begriffs ein, der in der heu­ti­gen Zeit oft infla­tio­när gebraucht werde. 

„Begründete Hoffnung“ – Pfarrer Daniel Lerch

Lerch erin­ner­te zunächst an die anti­ke Sicht­wei­se: Für die alten Grie­chen sei Hoff­nung eine gefähr­li­che Illu­si­on gewe­sen, die den Men­schen nur an das Uner­reich­ba­re gebun­den hät­te. Selbst Phi­lo­so­phen wie Pla­ton oder Aris­to­te­les hät­ten die Hoff­nung nicht als Tugend, son­dern höchs­tens als trü­ge­ri­sches Gefühl betrach­tet. Heu­te hin­ge­gen spre­chen wir sehr schnell von Hoff­nung, meist in der Bedeu­tung von Wün­schen“, erklär­te Lerch. Man hof­fe auf gutes Wet­ter, eine leich­te Prü­fung oder gar auf eine Nie­der­la­ge des Lieb­lings­fuß­ball­ver­eins. Papst Bene­dikt XVI. habe die­se all­täg­li­chen Wün­sche in sei­ner Enzy­kli­ka Spe sal­vi als klei­ne Hoff­nun­gen“ bezeich­net – wich­tig für den All­tag, aber nicht trag­fä­hig in Krisenzeiten.

Gera­de in einer Zeit mul­ti­pler Kri­sen, von Krie­gen über gesell­schaft­li­che Span­nun­gen bis hin zu wach­sen­der Ver­ein­sa­mung, erle­be er jedoch eine tie­fe Ent­mu­ti­gung in der Gesell­schaft. Unse­re Sicht auf die Zukunft ist oft von einer dunk­len Bril­le geprägt“, so Lerch. Hier brau­che es einen fak­ten­ba­sier­ten, opti­mis­ti­schen Blick, wie ihn der schwe­di­sche Arzt Hans Ros­ling in sei­nem Buch Factful­ness vor­ge­stellt habe. Armut, Kin­der­sterb­lich­keit und Analpha­be­tis­mus sei­en welt­weit stark zurück­ge­gan­gen – Ent­wick­lun­gen, die jedem Men­schen Mut machen sollten.

Auch für die Kir­che in Deutsch­land brau­che es die­sen hoff­nungs­vol­len Blick. Trotz Rück­gang bei Got­tes­dienst­be­su­chern erle­be er in sei­ner Mün­che­ner Pfar­rei eine wach­sen­de Offen­heit jun­ger Men­schen für den Glau­ben. Fünf­zehn Erwach­se­nen­tau­fen in einer Oster­nacht sei­en für ihn ein Zei­chen, dass Got­tes Geist neue Freu­de und Dyna­mik schen­ke. Manch­mal habe ich den Ein­druck, dass gera­de in unse­rer Kir­che etwas Neu­es wächst, das wir noch gar nicht in sei­ner gan­zen Fül­le sehen“, beton­te Lerch.

Der Vor­trag setz­te damit einen ermu­ti­gen­den Akzent zum Auf­takt des Ado­ra­tio-Kon­gres­ses: Hoff­nung als tra­gen­de Kraft, die nicht in Illu­si­on, son­dern in Jesus Chris­tus gründet.

Ich bin zum ers­ten Mal da und hab Ado­ra­tio letz­tes Jahr im Fern­se­hen gese­hen. Ich kom­me aus dem schö­nen Mari­en­wall­fahrts­ort Keve­laer am Nie­der­rhein und freue mich jetzt drei Tage hier zu sein — und auf Bischof Oster.”

Ulrich aus Nordrhein-Westfalen

„Anbetung befreit und führt in die Wahrheit“ – Weihbischof Florian Wörner

Beim anschlie­ßen­den Got­tes­dienst, sprach Weih­bi­schof Flo­ri­an Wör­ner aus Augs­burg in sei­ner Pre­digt über die Kraft der Hoff­nung und die zen­tra­le Bedeu­tung der Anbe­tung. Zu Beginn erin­ner­te Wör­ner an eine aktu­el­le Ent­wick­lung in Frank­reich: Dort hät­ten sich in der Oster­nacht die­ses Jah­res über 10.000 Erwach­se­ne und mehr als 7.000 Jugend­li­che tau­fen las­sen. Auch aus dem Osten Deutsch­lands berich­te­te er von über­ra­schen­den Tauf­zah­len. Für Wör­ner liegt dar­in eine geist­li­che Lek­ti­on: Hoff­nung kön­ne nicht allein aus mensch­li­cher Leis­tung erwach­sen. Zu mei­nen, alles hin­ge von einem selbst ab, führt schnell in Hoff­nungs­lo­sig­keit und Trost­lo­sig­keit“, erklär­te er. Gera­de in der Anbe­tung ler­ne der Mensch, Gott die Ehre zu geben und sein eige­nes Leben neu zu ord­nen. Anbe­tung heißt: Gott, du bist groß. Mehr noch: Gott, du bist alles.“

Der Weih­bi­schof erin­ner­te an die bibli­sche Erzäh­lung vom Turm­bau zu Babel, die zei­ge, wie sehr mensch­li­cher Stolz ohne Gott ins Cha­os füh­re. Anbe­tung dage­gen befreie, las­se auf­at­men und füh­re in die Wahr­heit über Gott und den Men­schen. Wer so bete, wer­de zu einem Lie­ben­den, der sein Leben selbst­los ein­set­ze – nach dem Vor­bild Jesu. Zum Abschluss erin­ner­te Wör­ner an Kon­rad Ade­nau­er, der vor 70 Jah­ren die Frei­las­sung von über 10.000 deut­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen aus Russ­land erwirk­te. Ade­nau­er habe sich dabei nicht nur auf Ver­hand­lungs­ge­schick ver­las­sen, son­dern sein Anlie­gen im Gebet getra­gen. Es wäre eine ande­re Welt, wenn auch heu­te die Mäch­ti­gen vor Gott knien wür­den“, so Wörner.

Die Pre­digt mach­te deut­lich: Wah­re Hoff­nung grün­det nicht in mensch­li­chen Pro­jek­ten, son­dern im Ver­trau­en auf den leben­di­gen Gott, dem in der Anbe­tung alles über­ge­ben wird.

Abend der Barmherzigkeit

Über den Abend der Barmerzigkeit, der von der Gemeinschaft Emmanuel gestaltet wird und in dem Pfarrer Thomas Steinberger einen Impuls gibt, können Sie sich über unsere Social-Media Känale und in unserem Livestream informieren.

Ich war noch nie da, bin jetzt für drei Tage hier und bin sehr glück­lich darüber.”

Anni aus Österreich

Hintergrund zum Adoratio-Kongress

Ado­ra­tio ist ein Kon­gress zur eucha­ris­ti­schen Anbe­tung und Erneue­rung des Glau­bens im deutsch­spra­chi­gen Raum. Inspi­riert vom inter­na­tio­na­len Kon­gress zur ewi­gen eucha­ris­ti­schen Anbe­tung, der 2011 in Rom statt­fand, wur­de Ado­ra­tio in Deutsch­land zum ers­ten Mal 2019 in Alt­öt­ting durch­ge­führt. In die­sem Jahr wird der Kon­gress nun bereits zum sechs­ten Mal im berühm­ten Mari­en­wall­fahrts­ort durchgeführt.

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