Bistum

Neue Hoffnung – Der 2. Tag Adoratio

Stefanie Hintermayr am 27.09.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Auch der zweite Tag Adoratio in Altötting war nach dem gelungenen Auftakt ein Erfolg und stand, ganz dem Motto getreu, im Zeichen von neuer Hoffnung. Das zeigen die Impressionen zu Vortrag von Bischof Stefan Oster SDB „Anbetung – Quelle der Hoffnung“ und der Eucharistiefeier, dem Podiumsgespräch „Leo XIV. – ein Pontifikat der Hoffnung“ unter der Leitung von Sophia Kuby, den Workshops, dem Gebetsabend und der abschließenden Lichterprozession.

Ein neuer Tag im Zeichen neuer Hoffnung

Schon der Start in den zwei­ten Ado­ra­tio-Tag mit der Lau­des, die von den Schwes­tern vom Klos­ter Wet­ten­hau­sen gestal­tet wur­de, gab den Teil­neh­men­den neue Hoff­nung mit auf den Weg. Das Mot­to zog sich dann auch – wie über­haupt an den drei Kon­gress­ta­gen – durch den gan­zen Tag. Anbe­tung – Quel­le der Hoff­nung“ lau­te­te der Titel des Vor­trags von Bischof Ste­fan Oster im Anschluss an die Lau­des in einer erneut vol­len Basi­li­ka St. Anna, in deren Anschluss man wie­der in die stil­le Anbe­tung gehen konnte.

„Anbetung – Quelle der Hoffnung“

Inwie­fern Anbe­tung eine Quel­le der Hoff­nung sein kann, führ­te Bischof Ste­fan Oster, der selbst jeden Tag früh­mor­gens eine hal­be Stun­de vor dem Aller­hei­ligs­ten anbe­tet, in sei­nem Vor­trag aus. Er berich­te­te von zwei völ­lig gegen­sätz­li­chen per­sön­li­chen Erleb­nis­sen. Bei dem einen hat er einen ster­ben­den Mann beim Ster­ben beglei­tet, der schließ­lich in inne­rem Frie­den nach Hau­se gehen“ durf­te. Bei dem ande­ren Erleb­nis hat er den Tod eines wei­te­ren Man­nes erlebt, der trost­los und hoff­nungs­los starb. Eine Kon­trast­er­fah­rung“, wie der Bischof mein­te. Er ver­wies dar­auf, dass Glau­be eine zwei­te Natur sei, die über das welt­li­che hin­aus­ge­he. In den tie­fe­ren Glau­ben und damit in den tie­fe­ren inne­ren Frie­den, so wie ihn der ers­te Mann erlebt habe, wür­de wir durch die stil­le Anbe­tung fin­den. Anbe­tung ist aber nicht immer leicht“, beton­te Bischof Oster. Sie kos­te die Ver­än­de­rung des Her­zens. Doch lohnt es sich, die­sen Weg zu gehen, wie er ausführte. 

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Sei­ne Bot­schaft: Die Stil­le lernt neu­es Den­ken! Qua­li­tä­ten wie Zuhö­ren- und Lie­ben-Ler­nen, wah­res Erken­nen (von Gott) und dass Gott die Mit­te von Allem ist, gehö­ren ihm zufol­ge dazu. Das sei der Weg, dass wir hei­ler bzw. hei­li­ger wer­den, so der Bischof. Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung ist, sich lie­ben zu las­sen, sodass er aus dir her­aus­lie­ben kann, was wirk­lich ist.“ Genau das sei Anbe­tung. Die Stil­le vor Gott füh­re schließ­lich in die inne­re Frei­heit und dass wir in Kri­sen ler­nen, freie Men­schen zu sein“. Genau das hät­te der ers­te­re der bei­den ster­ben­den Män­ner erlebt, so Bischof Oster. Wir sind geret­tet, aber in der Hoff­nung“, zitier­te er den Apos­tel Pau­lus. Er schloss mit einem wich­ti­gen Satz aus dem Römer­brief: Wir wis­sen, dass Gott bei denen, die ihn lie­ben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach sei­nem ewi­gen Plan beru­fen sind; denn alle, die er im Vor­aus erkannt hat, hat er auch im Vor­aus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt sei­nes Soh­nes teil­zu­ha­ben, damit die­ser der Erst­ge­bo­re­ne von vie­len Brü­dern sei.“ (Römer­brief 8,2829)

Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung, hei­ler bzw. hei­li­ger zu wer­den, ist, sich lie­ben zu las­sen, sodass er aus dir her­aus­lie­ben kann, was wirk­lich ist.”

Bischof Stefan Oster SDB

Eucharistiefeier

Wie wir aus Hei­li­gen neue Hoff­nung schöp­fen kön­nen, the­ma­ti­sier­te Bischof Oster dann in sei­ner Pre­digt in der Eucha­ris­tie­fei­er, die musi­ka­lisch von der Jugend2000 Mün­chen gestal­tet wur­de. Er erin­ner­te zuerst an den Hei­li­gen Vin­zenz von Paul, des­sen Gedenk­tag wir am heu­ti­gen 27. Sep­tem­ber fei­ern. Er hat­te sich zu Leb­zei­ten im 17. Jahr­hun­dert beson­ders für Arme ein­ge­setzt und sei Gott dadurch näher­ge­kom­men, so der Bischof. Nicht die Rei­chen und Mäch­ti­gen habe Gott geach­tet. Gott erwählt die Ein­fa­chen, die Schwa­chen, die nichts gel­ten“, beton­te er. Als bes­te Bei­spie­le nann­te er die Hei­li­gen der bedeu­tends­ten Wall­fahrts­or­te wie bei­spiels­wei­se die Hei­li­ge Ber­na­dette von Lour­des oder den Hei­li­gen Bru­der Kon­rad von Par­zham, der zeit­le­bens an der Klos­ter­pfor­te des Kapu­zi­ner­klos­ters in Alt­öt­ting für die Bedürf­ti­gen da war. Wei­te­re Bei­spie­le für klei­ne Hei­li­ge“ sei­en die Hei­li­ge The­re­se von Lisieux und die Hei­li­ge Mut­ter Tere­sa. Sie alle sei­en Zeu­gin­nen und Zeu­gen geist­li­chen Lebens, so Bischof Oster. Die Welt braucht die­ses Zeug­nis“, beton­te er und ver­wies auf den zuneh­men­den Pries­ter­man­gel. Er ermu­tig­te all jene, die ein geist­li­ches Leben als Pries­ter oder Ordens­mensch anstreb­ten, sich zu trau­en, die­sen Weg zu gehen. Die Gläu­bi­gen ermu­tig­te er schließ­lich, die Nähe zu Gott zu suchen und auch Zeu­gin­nen und Zeu­gen zu sein. Leben wir bei ihm, gehen wir hin­aus und erzäh­len, wie sehr wir ihn brauchen!“

„„Leben wir bei ihm, gehen wir hin­aus und erzäh­len, wie sehr wir ihn brauchen!“”

Bischof Stefan Oster SDB

„Leo XIV. – ein Pontifikat der Hoffnung“

Der am 8. Mai neu­ge­wähl­te Papst Leo XIV. mit sei­nem Pon­ti­fi­kat als eines, das Hoff­nung gibt, war The­ma der Podi­ums­dis­kus­si­on am Nach­mit­tag. Dar­über sprach Sophia Kuby, Lei­te­rin der christ­li­chen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ADF Inter­na­tio­nal in Wien, mit dem Focus-Mis­sio­nar Jim­my Har­ri­son, der Autorin und Online-Redak­teu­rin Anna Diouf, und Ste­pha­nie Stamp­fer, Redak­teu­rin beim YOU! Maga­zin und Host des Pod­cast Unver­schämt Katho­lisch. Grund­sätz­lich waren sich alle einig, dass der neue Papst ein Hoff­nungs­zei­chen für die katho­li­sche Kir­che ist. Wir leben in einer Zeit der Umbrü­che, in der wir einen Papst wie Leo brau­chen“, mei­ne Anna Diouf zum Zeit­geist, der geprägt ist von ste­ti­gen Neue­run­gen und Fort­schritt wie bei­spiels­wei­se aktu­ell die Künst­li­che Intel­li­genz (KI). Ich habe das Gefühl, dass Men­schen jetzt wie­der ver­mehrt die Fra­ge nach dem Sinn stel­len“, so Diouf wei­ter und beton­te, dass dies eine gro­ße Chan­ce für die Kir­che sei. Ste­pha­nie Stamp­fer und Jim­my Har­ri­son bestä­tig­ten Dioufs Sicht­wei­se. Men­schen wol­len Ant­wor­ten auf die Fra­ge, was oder wer der Mensch ist“, so Har­ri­son. Nur eine Ant­wort hier­auf gäbe es: Jesus Chris­tus ist der ein­zi­ge Sinn!“ Offen, authen­tisch und mit Selbst­ver­trau­en zu ihm zu ste­hen, dazu ermu­tig­te Ste­pha­nie Stamp­fer. Ganz ihrem Pod­cast-Titel Unver­schämt“ getreu mein­te sie: Wir dür­fen unver­schämt zu Jesus ste­hen.“ Dazu aber brau­che es zual­ler­erst das Gebet, ergänz­te Focus-Mis­sio­nar Har­ri­son, und – neben Ordens­leu­ten – auch kon­tem­pla­ti­ve Mis­sio­na­re. Die Kir­che müs­se sich schließ­lich nicht ver­ste­cken, mein­te Anna Diouf dann dazu. Es gibt hier so viel Schö­nes, was noch dazu auch wahr ist.“ Bes­te Bei­spie­le sei­en präch­ti­ge Kir­chen mit ihren Schät­zen und Kunst­wer­ken sowie Kir­chen­mu­sik und Kul­tur. Das dür­fe die Kir­che auch zeigen.

Dass der neue Papst das Apos­to­li­sche Schrei­ben Evan­ge­lii Gau­di­um“ (zu dt. die Freu­de am Evan­ge­li­um) des ver­stor­be­nen Paps­tes Fran­zis­kus so kom­pro­miss­los vor­le­be, schät­ze Jim­my Har­ri­son beson­ders an Leo XIV., mit einer kla­ren und ent­schie­de­nen Hal­tung. Das ist wirk­lich ein Mann, der sein eige­nes Leben für sei­ne Her­de auf­gibt“, wür­dig­te Ste­pha­nie Stamp­fer den Pon­ti­fex. Was also gibt der Kir­che neue Hoff­nung? – So lau­te­te die abschlie­ßen­de Fra­ge von Sophia Kuby an die Podi­ums­gäs­te. Focus ‑Mis­sio­nar Har­ri­son hat­te sei­ne Ant­wort sofort parat: Jesus und sei­ne Wor­te. Er hat gesagt: Ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“ Mit Ver­weis auf ihre vie­len Erfah­run­gen von Auf­bruch ant­wor­te­te Online-Redak­teu­rin Diouf: Die vie­len Erwa­chungs- und Bekeh­rungs­ge­schich­ten geben mir Hoff­nung.“ Und Pod­cast-Host Stamp­fer mein­te: Die aktu­el­le Kri­se gibt mir Hoff­nung. Denn unse­re Zeit bringt sehr feu­ri­ge Glau­bens­zeug­nis­se mit sich.“ Eine Kri­se sei schließ­lich auch immer eine gro­ße Chan­ce und las­se defi­ni­tiv hoffen.

Wir haben ja alles. Es ist alles da. Wir brau­chen nichts neu erfin­den. Wir müs­sen uns nur trau­en, es herauszuholen.”

Anna Diouf, Autorin und Online-Redakteurin

Workshops – Neue Hoffnung erfahren

In den zahl­rei­chen Work­shops im Anschluss an die Podi­ums­dis­kus­si­on konn­ten sich die Teil­neh­men­den zum The­ma Neue Hoff­nung“ inspi­rie­ren las­sen. So spra­chen bei­spiels­wei­se Prof. Dr. San­dra Hue­ben­thal über Wer die Schrift nicht kennt, kennt Chris­tus nicht“, Samu­el Sie­ber, Refe­rent für Neue­van­ge­li­sie­rung in Pas­sau, über den Alpha-Kurs, und Dekan Bern­hard Hes­se, zusam­men mit Ursu­la Schwarz und Man­fred Ben­kert, über die 24/7 Anbe­tung in einer Pfar­rei. Und auf die Spu­ren der Wall­fahrt konn­te man sich dem Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl zusam­men mit dem Kapu­zi­ner­pa­ter Mari­nus Par­zin­ger bei einer geist­li­chen Stadt­füh­rung durch den Wall­fahrts­ort begeben.

Gebetsabend und Lichterprozession

Sei­nen Abschluss fand der zwei­te Ado­ra­tio-Tag in der Basi­li­ka mit dem gemein­sa­men Gebets­abend, der musi­ka­lisch von Tom Weißl und Band gestal­tet wur­de. Neben dem gemein­sa­men Gebet wur­den hier auch ein­zel­ne Bit­ten vor­ge­tra­gen. Bei der anschlie­ßen­den von Prä­lat Klaus Metzl gelei­te­ten Lich­ter­pro­zes­si­on zog man hin­auf zum Kapell­platz und um die Gna­den­ka­pel­le. Am Hei­lig­tum ange­kom­men erfleh­ten die Gläu­bi­gen, in Beglei­tung einer Alt­öt­tin­ger Blas­ka­pel­le, den Schutz der Gna­den­mut­ter und bete­ten dabei mit Ker­zen in den Hän­den gemein­sam den Rosen­kranz. Nach­dem er die Gna­den­mut­ter erneut geweiht hat­te, ver­ab­schie­de­te Bischof Ste­fan Oster schließ­lich die Gebets­ge­mein­schaft mit einem herz­li­chen Gute Nacht!“ Am Sonn­tag ist dann der drit­te und letz­te Ado­ra­tio-Tag, an dem der Münch­ner Kar­di­nal Rein­hard Marx der Eucha­ris­tie­fei­er vorsteht.

Mehr zu Adoratio

Ado­ra­tio Alt­öt­ting ist ein Kon­gress, der sich der eucha­ris­ti­schen Anbe­tung und der Erneue­rung des Glau­bens im deutsch­spra­chi­gen Raum wid­met. Inspi­riert von dem inter­na­tio­na­len Kon­gress zur ewi­gen eucha­ris­ti­schen Anbe­tung, der 2011 erst­mals in Rom statt­fand, wur­de Ado­ra­tio 2019 in Alt­öt­ting ins Leben geru­fen. Unter der Lei­tung des Refe­rats für Neue­van­ge­li­sie­rung des Bis­tums Pas­sau wird der Kon­gress 2025 in Zusam­men­ar­beit mit den Bis­tü­mern Augs­burg und Eich­stätt bereits zum sechs­ten Mal veranstaltet.

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