Bistum

Fazit: Diözesanratsvorsitzender Biber nach letzter Synodalversammlung

Redaktion am 02.02.2026

Info Icon Bild: Synodaler Weg / Marko Orlovic

Am Wochenende ist in Stuttgart mit der 6. Vollversammlung der Synodale Weg formell beendet worden. Aus dem Bistum Passau nahmen Bischof Stefan Oster SDB und Diözesanratsvorsitzender Markus Biber teil. Beide haben wir nach Ende der Versammlung um ihre Einschätzung gebeten. Hier das Interview mit Diözesanratsvorsitzendem Markus Biber.

Herr Biber, mit welchem Gefühl endet für Sie der Synodale Weg?

Der Syn­oda­le Weg“ endet für mich mit einem wei­nen­den und einem lachen­den Auge. Wei­nend, weil man die vie­len Men­schen mit denen man in den ver­gan­ge­nen 6 Jah­ren gern und inten­siv über Fra­gen der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land dis­ku­tiert hat, so schnell nicht wie­der in die­ser Zusam­men­set­zung sehen wird. Lachend, weil der Syn­oda­le Weg“ ein gro­ßer Erfolg in vie­ler­lei Hin­sicht war und ist. So hat man sich durch die Dis­kus­sio­nen und das Umfeld bes­ser ken­nen­ge­lernt, das Kli­ma unter den Dis­ku­tan­ten hat sich im Ver­gleich zum Anfang doch deut­lich ver­bes­sert und man hat Wege gefun­den mit­ein­an­der gute Ergeb­nis­se zu errin­gen, die vor­her nie­mand erwar­tet hät­te. Dies kann man erken­nen, wenn man sich die Papie­re ansieht die gemein­sam ver­ab­schie­det wur­den. Wich­tig ist natür­lich nun, dass die­se in den ein­zel­nen Diö­ze­sen auch umge­setzt werden.

Der Synodale Weg sollte die Stimme der Laien stärken. Hat er das tatsächlich getan – oder blieb am Ende doch alles in bischöflicher Hand?

Die letz­te Ent­schei­dung bzw. Ver­ant­wor­tung für die Umset­zung der gemein­sam getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen auf dem Syn­oda­len Weg aber auch all­ge­mein in jedem Bis­tum bleibt in der Hand der Bischö­fe. Aller­dings führt die Ver­pflich­tung der Bischö­fe zur Syn­oda­li­tät – die von Papst Fran­zis­kus und Papst Leo gestützt wur­de bzw. wird auch dazu, dass die­se trans­pa­rent und vor allem nach einer vor­her­ge­hen­den gemein­sa­men Wil­lens­bil­dung unter Ein­be­zie­hung aller zustän­di­gen Beschluss­gre­mi­en und damit auch der Lai­en getrof­fen werden. 

Info Icon Bild: Markus Biber
Diözesanratsvorsitzender Markus Biber zusammen mit Bischof Stefan Oster SDB bei der 6. Synodalversammlung in Stuttgart.

Viele Beschlüsse des Synodalen Weges sind rechtlich nicht bindend. Wie groß ist Ihre Sorge, dass am Ende wenig umgesetzt wird?

Die­se Sor­ge ist für mich nur theo­re­ti­scher Natur. Selbst­ver­ständ­lich ist es theo­re­tisch in die Hand jedes ein­zel­nen Bischofs gelegt, ob die Ent­schei­dun­gen ‑wie soeben aus­ge­führt — umge­setzt wer­den. Aller­dings wird es sicher­lich zahl­rei­che Bischö­fe geben die, dies mit vol­ler Über­zeu­gung durch­füh­ren wer­den. Sobald sich dies in ein­zel­nen Diö­ze­sen abzeich­net, wer­den auch die Bischö­fe, die nicht gewillt sind alles umzu­set­zen, in Zug­zwang gera­ten, nach­zu­zie­hen, um kei­ne unter­schied­li­chen Rechts­la­gen oder Vor­ga­ben in Deutsch­land zu schaffen.

Wenn man sieht, was … alles an Auf­ar­bei­tung und Prä­ven­ti­ons­ar­beit ange­sto­ßen wur­de und … umge­setzt wur­de, dann kann man sagen, dass die katho­li­sche Kir­che hier bereits mehr getan hat als etwa die ver­schie­de­nen staat­li­chen Ebenen.”

Diözesanratsvorsitzender Markus Biber

Der Synodale Weg sollte auch Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal ziehen. Ist das gelungen?

Mei­nes Erach­tens wur­den hier sehr gro­ße Fort­schrit­te erzielt und zahl­rei­che Kon­se­quen­zen aus dem vor­an­ge­gan­ge­nen Miss­brauchs­skan­dal gezo­gen. Man hat sich gera­de den sys­te­mi­schen Pro­ble­men der Kir­che gestellt, ver­sucht deren Ent­ste­hung zu ergrün­den und Maß­nah­men dage­gen zu ergrei­fen. Dies war ja auch der Aus­gangs­punkt des Syn­oda­len Weges, als die Bischofs­kon­fe­renz nach Erschei­nen der MHG-Stu­die das ZdK gebe­ten hat, gemein­sam die­sen Weg zu gehen und die sys­te­mi­schen Ursa­chen in der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land anzu­ge­hen. Wenn man sieht, was dadurch alles an Auf­ar­bei­tung und Prä­ven­ti­ons­ar­beit ange­sto­ßen wur­de und auch schon umge­setzt wur­de, dann kann man sagen, dass die katho­li­sche Kir­che hier bereits mehr getan hat als etwa die ver­schie­de­nen staat­li­chen Ebenen.

Der Synodale Weg ist formal beendet, wie soll es nun weitergehen – auch im Bistum Passau?

Es ist rich­tig, dass der Syn­oda­le Weg“ in Deutsch­land been­det ist. Gleich­zei­tig hat die­ser jedoch mit der Schaf­fung einer gemein­sa­men bun­des­wei­te Syn­odal­kon­fe­renz (zusam­men mit ZdK und Bischofs­kon­fe­renz), die auch mit dem Vati­kan in Rom abge­stimmt ist, die Wei­chen für Syn­oda­li­tät in der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land auf Dau­er gestellt. Die­se wird in den kom­men­den Mona­ten kon­sti­tu­iert und dann deren Mit­glie­der gewählt. Dort sol­len künf­tig gemein­sam grund­le­gen­de Ent­schei­dun­gen für die Kir­che in Deutsch­land syn­odal getrof­fen werden. 

Des Wei­te­ren hat Papst Leo alle Bischö­fe ange­hal­ten, in Ihren Diö­ze­sen auf ein syn­oda­les Mit­ein­an­der hin­zu­wir­ken und hier­zu Syn­od­al­teams auf allen Ebe­nen der katho­li­schen Kir­che zu schaf­fen. Auch in der Diö­ze­se ist bereits ein sol­ches Team am Ent­ste­hen. So wird ver­mut­lich rund um den Bis­tums­rat im Febru­ar 2026 die­ses Team end­gül­tig gegrün­det wer­den und dann nach einer Aus­bil­dung in den Grund­zü­gen der Syn­oda­li­tät, sei­ne Arbeit auf­neh­men kön­nen, mit dem Ziel die Hal­tung von Syn­oda­li­tät und die For­men, wie man die­se leben kann, auch in die Brei­te und Flä­che der Diö­ze­se tra­gen zu können.

(Redak­ti­on: Armin Berger)

Diözesanratsvorsitzender Markus Biber im Radiointerview:

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