Bistum

Wer nicht liebt, bleibt im Tod.

Susanne Simperl am 02.11.2026

Info Icon Foto: Susanne Simperl

Am Allerseelentag betet die Kirche für die Verstorbenen, die noch der Reinigung bedürfen. In besonderem Gedenken an die verstorbenen Passauer Bischöfe zelebrierte Bischof Stefan Oster am 2. November 2026 die Liturgie dieses Tages.

In sei­ner Pre­digt ging der Bischof von einer Begeg­nung aus, bei der ein Mann ihn ange­spro­chen habe. Die­ser stell­te infra­ge, ob es Lie­be ​‚umsonst‘ – ohne Eigen­nutz und Hin­ter­ge­dan­ken – über­haupt gebe. Dass Men­schen, wenn sie Gutes tun, oft auch an das Eige­ne den­ken, sei tat­säch­lich nicht unge­wöhn­lich, so der Bischof. Auch er selbst gehe etwa lie­ber zu Ter­mi­nen, bei denen man sich auf ihn freue.

Zugleich sage ihm aber der Glau­be: ​“Im geist­li­chen Leben soll man eigent­lich kei­nen Unter­schied machen — egal wer kommt.” In her­aus­for­dern­den Situa­tio­nen bit­te er: ​“Herr, hilf mir, gib mir die Geduld, ein hören­der Mensch zu sein. Hilf mir, dass die ande­re Per­son mir auch noch Über­ra­schung und Gabe sein kann.” 

Dar­um im Gebet zu bit­ten, sei zen­tral, denn ​“wirk­li­che Selbst­lo­sig­keit, die den ande­ren in sei­ner Anders­heit meint, um sei­net­wil­len, die dann auch noch gut zu dem ist, wenn er mich nicht gut fin­det oder mich sogar bekämpft: Die gibt es nur in Chris­tus. Die Fein­de lie­ben: Das gibt es nur in Chris­tus. Immer und immer wie­der ver­ge­ben: Das gibt es nur in Chris­tus. Das gibt es nicht woanders.” 

Aus­ge­hend von die­sen Gedan­ken lei­te­te der Bischof zum beson­de­ren Geprä­ge des Aller­see­len­tags über: Wenn man für die Ver­stor­be­nen bete, sei das Gebet beson­ders selbst­los und nicht am eige­nen Nut­zen ori­en­tiert: ​“Wenn wir es ernst mei­nen, dann ist es gewis­ser­ma­ßen ein Aus­weis für die Lie­be, die umsonst ist. Denn die Toten sind doch die, die uns am wenigs­ten brin­gen.” In unse­rem Gebet könn­ten wir dar­um bit­ten, dass die Ver­stor­be­nen hin­ein­ge­nom­men wer­den in die Lie­be Chris­ti und so ihre Voll­endung finden.

In den Für­bit­ten der Lit­ur­gie wur­de die­se Bit­te für die im Dom Bestat­te­ten wie für alle Ver­stor­be­nen vor Gott gebracht. Im Anschluss an die Hei­li­ge Mes­se bega­ben sich Bischof und Dom­ka­pi­tel in die Gruft des Doms, um die dort befind­li­chen Grä­ber mit Weih­was­ser zu bespren­gen. Danach waren die Gläu­bi­gen zum Gebet an und in der Gruft eingeladen.

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de die Lit­ur­gie durch das Frau­en­stim­men­en­sem­ble und die Dom­or­gel unter der Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Guggenberger.

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