Wenn jemand stirbt, was tröstet die Hinterbliebenen, was gibt ihnen Kraft in ihrer Trauer? In den grauen Novembertagen, eingerahmt zwischen Allerseelen und Totensonntag, denken wir häufiger über den Tod nach, besuchen die Gräber unserer Verstorbenen. Was tröstet uns Trauernde?
Zunächst ist es die Gemeinschaft der Trauernden, die sich Zeit nehmen zur Beerdigung zu kommen. Ich erinnere mich an die Beerdigung meiner Eltern. Viele Verwandte, Freunde, Nachbarn waren gekommen. Und ich war überwältigt über die große Teilnahme. Das hat mir damals gutgetan.
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Das Requiem, die gottesdienstliche Messfeier für einen Verstorbenen ist geprägt von passender Musik. Oft wünschen sich Hinterbliebene Lieblingslieder der Verstorbenen. Für Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nicht selten eine Hymne aus der verlorenen Heimat gespielt oder gesungen. Das geht einem Trauernden freilich sehr nahe, rührt oft zu Tränen, aber es tröstet.
Musik tröstet.
Blumen leisten ebenfalls ihren Anteil am Trost, bin ich überzeugt. Sie stehen für die Schönheit der Schöpfung, sie erinnern an den Paradiesgarten, in dem alles blüht. Ein angemessener Blumenschmuck rührt das Herz und ist ein letztes Liebeszeichen für einen Verstorbenen. Die nahen Verwandten legen gerne Rosen auf das Grab.
In der Vorbereitung für die Beerdigung spreche ich mit den Verwandten und vor allem über den Lebenslauf des oder der Verstorbenen. Auch ein solches Trauergespräch tröstet, vergegenwärtigt einen lieben, verstorbenen Menschen. Es tröstet natürlich, wenn er alt und lebenssatt sterben durfte, wenn er auf ein gelingendes Leben zurückblicken konnte. Der Priester bemüht sich, in der Feier dieses Leben Revue passieren zu lassen und es tröstlich zur Sprache zu bringen.
Den entscheidenden Trost in der Zeit der Trauer schenkt unser christlicher Glaube. Der Apostel Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Thessalonich (1 Thess,13 – 14.17b.18) entscheidende Sätze:
Wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen. Dann werden wir immer beim Herrn sein. Tröstet also einander mit diesen Worten!
Dort – beim Herrn — gibt es, so glauben wir und lesen wir in der Heiligen Schrift, ein Wiedersehen mit unseren Lieben, ein himmlisches Hochzeitsmahl, Wohnungen, die für uns bereitstehen, eine ewige Geborgenheit wie in Abrahams Schoß. Das ist der große Trost unseres christlichen Glaubens.
Dompropst Dr. Michael Bär



