Foto: Bayer / pbp
Ein besonderer Tag für Passau, ein Fest für die Erde und ein starkes Signal für die Zukunft: Mit dem „Festival der Schöpfung“ feierte die Diözese Passau gemeinsam mit vielen kirchlichen Verbänden, dem BUND Naturschutz und zahlreichen Engagierten am Samstag das zehnjährige Jubiläum der Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus.
Bei strahlendem Sonnenschein, begleitet von schwungvollen Rhythmen der Band „Jazz and more“, flanierten hunderte Besucher zwischen den aufgebauten Projektständen vor dem Passauer Stephansdom, wie zum Beispiel der Kleidertauschbörse von Kolping oder dem Stand des Katholischen Deutschen Frauenbunds zum Thema „Wasser“.
Der Passauer Wochenmarkt zog wie gewohnt viele Menschen an – und direkt daneben luden die Stände des „Festivals der Schöpfung“ dazu ein, ins Gespräch zu kommen. Ob beim Fairtrade-Kaffee am Stand des Referats Weltkirche oder bei der Initiative „Klimafreundlich leben“ der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB): Überall suchten Interessierte das Gespräch, stellten Fragen und probierten Angebote aus.
Verena Holzbauer, Leiterin der Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlökonomie, zog eine durchwegs positive Bilanz: Es kamen rund 300 interessierte Besucher zu all unseren Ständen vor dem Passauer Dom, gerade auch als Ergänzung zum Wochenmarkt. Wir sind sehr zufrieden, es haben sich sehr wertvolle Gespräche mit den Leuten ergeben. Das Wetter hat glücklicherweise wunderbar mitgespielt.“
Christine Krammer, Leiterin des Referats, freute sich ebenfalls über das große Interesse: „Es kamen sehr viele Leute an unseren Fairtrade-Kaffestand und informierten sich über unsere vielfältigen Projekte, die Fair-Trade-Produkte und den Eine-Welt-Laden in Passau.“ Viele Passauer nutzten die Gelegenheit, sich über die Arbeit der Weltkirche zu informieren. Es ging um Partnerschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika, um Unterstützung für benachteiligte Regionen, aber auch um die Frage, wie jede und jeder Einzelne durch bewussten Konsum Verantwortung übernehmen kann.
Und auch Thomas Huber, Geschäftsführer für Räte und Verbände im Bistum und Mitorganisator des Festivals, zeigte sich vollauf zufrieden: „Es war ein fortlaufender Strom von Menschen bei uns zu Besuch, natürlich profitierten wir auch enorm von den Besuchern des Mittagskonzerts im Dom.“
Bei der Podiumsdiskussion am Nachmittag im Festsaal St. Maximilian moderierte die Theologin Anna Hennersperger sehr kurzweilig durch das Thema, das den Kern von Laudato si in den Blick nahm: Ökologie, soziale Gerechtigkeit und Spiritualität. Auf dem Podium saßen Bischof Dr. Stefan Oster SDB, der Präsident des Missionswerks missio München, Wolfgang Huber, sowie Dr. Stefan Einsiedel, Biologe und Wirtschaftswissenschaftler von der Hochschule für Philosophie in München. Moderatorin Anna Hennersperger stellte klar: „Das Wort Wandel in Bezug auf das Klima ist sehr euphemistisch — letztlich ist es eine Katastrophe.“
Dr. Stefan Einsiedel warnte davor, soziale Fragen ökologischen gegenüberzustellen: „Man darf nicht das Soziale gegen das Ökologische ausspielen. Beides hängt untrennbar zusammen.” Eine nachhaltige Lösung müsse die Gerechtigkeit für Menschen und den Schutz der Natur zugleich im Blick behalten.
Wolfgang Huber unterstrich die globale Verantwortung der Christinnen und Christen: „Wir haben nur dieses eine Haus, unsere Erde. Und wir haben als Christinnen und Christen die Verantwortung, dieses eine Haus so zu gestalten, dass nicht nur ein paar wenige Privilegierte es sich darin gemütlich machen können, sondern dass Lebensqualität für alle entsteht.“
Bischof Oster schließlich brachte eine spirituelle Dimension mit in die Diskussion, in dem er den Anwesenden von einer Begegnung mit Papst Franziskus in Rom erzählte: „Ich habe Papst Franziskus erleben dürfen, wie er uns die Enzyklika Vom Herzen Jesu vorgelegt hat. Er hat dann betont, dass er möchte, dass auch seine anderen Enzykliken in diesem Sinn gelesen werden. Und deshalb spüre und glaube ich, dass der Umgang mit unserer Schöpfung insgesamt ein Problem des menschlichen Herzens ist.” Es ginge hierbei letztlich immer um die Frage: Mit welchem Blick wir aufeinander, auf die Schöpfung, auf Gott und auch auf uns selbst schauen würden.“ Er verwies dabei auch auf Worte von Papst Benedikt XVI. bei dessen Bundestagsrede, in der er von der „Ökologie des Menschen“ gesprochen hatte.
Nach einem Tag voller Begegnungen, Diskussionen und Musik fand das Festival seinen geistlichen Höhepunkt in einem festlichen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Paul.

