Weltkirche

Ein Fest für die Schöpfung

BAY am 20.09.2025

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Ein besonderer Tag für Passau, ein Fest für die Erde und ein starkes Signal für die Zukunft: Mit dem „Festival der Schöpfung“ feierte die Diözese Passau gemeinsam mit vielen kirchlichen Verbänden, dem BUND Naturschutz und zahlreichen Engagierten am Samstag das zehnjährige Jubiläum der Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus. 

Bei strah­len­dem Son­nen­schein, beglei­tet von schwung­vol­len Rhyth­men der Band Jazz and more“, fla­nier­ten hun­der­te Besu­cher zwi­schen den auf­ge­bau­ten Pro­jekt­stän­den vor dem Pas­sau­er Ste­phans­dom, wie zum Bei­spiel der Klei­der­tausch­bör­se von Kol­ping oder dem Stand des Katho­li­schen Deut­schen Frau­en­bunds zum The­ma Was­ser“.

Der Pas­sau­er Wochen­markt zog wie gewohnt vie­le Men­schen an – und direkt dane­ben luden die Stän­de des Fes­ti­vals der Schöp­fung“ dazu ein, ins Gespräch zu kom­men. Ob beim Fair­trade-Kaf­fee am Stand des Refe­rats Welt­kir­che oder bei der Initia­ti­ve Kli­ma­freund­lich leben“ der Katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung (KEB): Über­all such­ten Inter­es­sier­te das Gespräch, stell­ten Fra­gen und pro­bier­ten Ange­bo­te aus.

Vere­na Holz­bau­er, Lei­te­rin der Stabs­stel­le Umwelt und Gemein­wohl­öko­no­mie, zog eine durch­wegs posi­ti­ve Bilanz: Es kamen rund 300 inter­es­sier­te Besu­cher zu all unse­ren Stän­den vor dem Pas­sau­er Dom, gera­de auch als Ergän­zung zum Wochen­markt. Wir sind sehr zufrie­den, es haben sich sehr wert­vol­le Gesprä­che mit den Leu­ten erge­ben. Das Wet­ter hat glück­li­cher­wei­se wun­der­bar mitgespielt.“

Chris­ti­ne Kram­mer, Lei­te­rin des Refe­rats, freu­te sich eben­falls über das gro­ße Inter­es­se: Es kamen sehr vie­le Leu­te an unse­ren Fair­trade-Kaf­fe­st­and und infor­mier­ten sich über unse­re viel­fäl­ti­gen Pro­jek­te, die Fair-Trade-Pro­duk­te und den Eine-Welt-Laden in Pas­sau.“ Vie­le Pas­sau­er nutz­ten die Gele­gen­heit, sich über die Arbeit der Welt­kir­che zu infor­mie­ren. Es ging um Part­ner­schaf­ten in Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka, um Unter­stüt­zung für benach­tei­lig­te Regio­nen, aber auch um die Fra­ge, wie jede und jeder Ein­zel­ne durch bewuss­ten Kon­sum Ver­ant­wor­tung über­neh­men kann.

Und auch Tho­mas Huber, Geschäfts­füh­rer für Räte und Ver­bän­de im Bis­tum und Mit­or­ga­ni­sa­tor des Fes­ti­vals, zeig­te sich voll­auf zufrie­den: Es war ein fort­lau­fen­der Strom von Men­schen bei uns zu Besuch, natür­lich pro­fi­tier­ten wir auch enorm von den Besu­chern des Mit­tags­kon­zerts im Dom.“

Bei der Podi­ums­dis­kus­si­on am Nach­mit­tag im Fest­saal St. Maxi­mi­li­an mode­rier­te die Theo­lo­gin Anna Hen­ner­sper­ger sehr kurz­wei­lig durch das The­ma, das den Kern von Lau­da­to si in den Blick nahm: Öko­lo­gie, sozia­le Gerech­tig­keit und Spi­ri­tua­li­tät. Auf dem Podi­um saßen Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB, der Prä­si­dent des Mis­si­ons­werks mis­sio Mün­chen, Wolf­gang Huber, sowie Dr. Ste­fan Ein­sie­del, Bio­lo­ge und Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler von der Hoch­schu­le für Phi­lo­so­phie in Mün­chen. Mode­ra­to­rin Anna Hen­ner­sper­ger stell­te klar: Das Wort Wan­del in Bezug auf das Kli­ma ist sehr euphe­mis­tisch — letzt­lich ist es eine Katastrophe.“

Dr. Ste­fan Ein­sie­del warn­te davor, sozia­le Fra­gen öko­lo­gi­schen gegen­über­zu­stel­len: Man darf nicht das Sozia­le gegen das Öko­lo­gi­sche aus­spie­len. Bei­des hängt untrenn­bar zusam­men.” Eine nach­hal­ti­ge Lösung müs­se die Gerech­tig­keit für Men­schen und den Schutz der Natur zugleich im Blick behalten.

Wolf­gang Huber unter­strich die glo­ba­le Ver­ant­wor­tung der Chris­tin­nen und Chris­ten: Wir haben nur die­ses eine Haus, unse­re Erde. Und wir haben als Chris­tin­nen und Chris­ten die Ver­ant­wor­tung, die­ses eine Haus so zu gestal­ten, dass nicht nur ein paar weni­ge Pri­vi­le­gier­te es sich dar­in gemüt­lich machen kön­nen, son­dern dass Lebens­qua­li­tät für alle entsteht.“

Bischof Oster schließ­lich brach­te eine spi­ri­tu­el­le Dimen­si­on mit in die Dis­kus­si­on, in dem er den Anwe­sen­den von einer Begeg­nung mit Papst Fran­zis­kus in Rom erzähl­te: Ich habe Papst Fran­zis­kus erle­ben dür­fen, wie er uns die Enzy­kli­ka Vom Her­zen Jesu vor­ge­legt hat. Er hat dann betont, dass er möch­te, dass auch sei­ne ande­ren Enzy­kli­ken in die­sem Sinn gele­sen wer­den. Und des­halb spü­re und glau­be ich, dass der Umgang mit unse­rer Schöp­fung ins­ge­samt ein Pro­blem des mensch­li­chen Her­zens ist.” Es gin­ge hier­bei letzt­lich immer um die Fra­ge: Mit wel­chem Blick wir auf­ein­an­der, auf die Schöp­fung, auf Gott und auch auf uns selbst schau­en wür­den.“ Er ver­wies dabei auch auf Wor­te von Papst Bene­dikt XVI. bei des­sen Bun­des­tags­re­de, in der er von der Öko­lo­gie des Men­schen“ gespro­chen hatte.

Nach einem Tag vol­ler Begeg­nun­gen, Dis­kus­sio­nen und Musik fand das Fes­ti­val sei­nen geist­li­chen Höhe­punkt in einem fest­li­chen Got­tes­dienst in der Stadt­pfarr­kir­che St. Paul.

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