Das glauben wir

Ein Stück vom Himmel

Redaktion am 30.10.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Wo, was und wie ist eigentlich der Himmel? Diese Fragen stellen wir uns vielleicht gerade an Allerheiligen. Der Ort, wo wir Trost erfahren und eine gelingende Beziehung mit Gott leben – können Antworten sein. Ein Stück von diesem Himmel zu Lebzeiten erfahren wir immer dann, wenn wir Frieden säen, Trost spenden und barmherzig sind. Ein Impuls zum 1. November 2026 von Jugendpfarrer Hubertus Kerscher.

Die­ses Wochen­en­de fällt der Sonn­tag mit dem Hoch­fest Aller­hei­li­gen zusam­men. Wir fei­ern die Men­schen, die vor uns gelebt haben und von denen wir glau­ben, dass sie nun bei Gott im Him­mel sind – also die Hei­li­gen. Nun wol­len wir alle ja mal so weit kom­men. Und obwohl der Him­mel das gro­ße End­ziel für jede Chris­tin und jeden Chris­ten ist, liest man in der Bibel erstaun­lich wenig dar­über, ​„wo“ sich der Him­mel eigent­lich befin­den soll. Es macht wenig Sinn den Him­mel mit dem Fin­ger auf der Land­kar­te zu suchen – denn so ver­stan­den führt die Fra­ge am Ziel vorbei.

Wir hören an Aller­hei­li­gen tra­di­tio­nell den Anfang der Berg­pre­digt Jesu, die soge­nann­ten Selig­prei­sun­gen. Sie sind viel­leicht die schöns­te Beschrei­bung des Him­mels, die wir haben. Es geht dort aber zunächst nicht um ein ​„Wo“, son­dern dar­um ​„wie“ das Him­mel­reich sein wird:

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Him­mel­reich.
Selig die Trau­ern­den; denn sie wer­den getrös­tet wer­den.
Selig die Sanft­mü­ti­gen; denn sie wer­den das Land erben.
Selig, die hun­gern und dürs­ten nach der Gerech­tig­keit; denn sie wer­den gesät­tigt wer­den.
Selig die Barm­her­zi­gen; denn sie wer­den Erbar­men fin­den. Und so weiter.

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Das Him­mel­reich ist jener Ort, wo wir wah­ren Trost erfah­ren. Wo alles Leid und aller Schmerz nicht ver­ges­sen, son­dern ver­stan­den und heil gemacht wer­den sol­len. Wo Demut und Sanft­mut kei­ne Schwä­che sind. Es ist der Ort, an dem Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit sich nicht wider­spre­chen, son­dern zusam­men­kom­men. Mit ande­ren Wor­ten: Der Him­mel wird Bezie­hung sein. Ech­te, gelin­gen­de Bezie­hung mit Gott und mit der Gemein­schaft der Heiligen.

Und hier kommt das span­nen­de am Gedan­ken der Selig­prei­sun­gen: Das Him­mel­reich ist nicht mehr los­ge­löst von die­ser Welt – ganz woan­ders. Die letz­te Voll­endung von all dem liegt in der Hand unse­res Herrn. Auf unse­rem Weg dort­hin kön­nen uns die Hei­li­gen hel­fen. Zu ihren Leb­zei­ten waren sie Men­schen, durch deren Wor­te und Taten ande­re auf die­se Wei­se ein Stück vom Him­mel wahr­neh­men konn­ten. Ihre Für­spra­che beim Vater und ihr Vor­bild sol­len uns jetzt hel­fen, auch zu sol­chen Men­schen zu werden.

Huber­tus Ker­scher
Jugend­pfar­rer

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