Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Wo, was und wie ist eigentlich der Himmel? Diese Fragen stellen wir uns vielleicht gerade an Allerheiligen. Der Ort, wo wir Trost erfahren und eine gelingende Beziehung mit Gott leben – können Antworten sein. Ein Stück von diesem Himmel zu Lebzeiten erfahren wir immer dann, wenn wir Frieden säen, Trost spenden und barmherzig sind. Ein Impuls zum 1. November 2026 von Jugendpfarrer Hubertus Kerscher.
Dieses Wochenende fällt der Sonntag mit dem Hochfest Allerheiligen zusammen. Wir feiern die Menschen, die vor uns gelebt haben und von denen wir glauben, dass sie nun bei Gott im Himmel sind – also die Heiligen. Nun wollen wir alle ja mal so weit kommen. Und obwohl der Himmel das große Endziel für jede Christin und jeden Christen ist, liest man in der Bibel erstaunlich wenig darüber, „wo“ sich der Himmel eigentlich befinden soll. Es macht wenig Sinn den Himmel mit dem Finger auf der Landkarte zu suchen – denn so verstanden führt die Frage am Ziel vorbei.
Wir hören an Allerheiligen traditionell den Anfang der Bergpredigt Jesu, die sogenannten Seligpreisungen. Sie sind vielleicht die schönste Beschreibung des Himmels, die wir haben. Es geht dort aber zunächst nicht um ein „Wo“, sondern darum „wie“ das Himmelreich sein wird:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Und so weiter.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Das Himmelreich ist jener Ort, wo wir wahren Trost erfahren. Wo alles Leid und aller Schmerz nicht vergessen, sondern verstanden und heil gemacht werden sollen. Wo Demut und Sanftmut keine Schwäche sind. Es ist der Ort, an dem Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sich nicht widersprechen, sondern zusammenkommen. Mit anderen Worten: Der Himmel wird Beziehung sein. Echte, gelingende Beziehung mit Gott und mit der Gemeinschaft der Heiligen.
Und hier kommt das spannende am Gedanken der Seligpreisungen: Das Himmelreich ist nicht mehr losgelöst von dieser Welt – ganz woanders. Die letzte Vollendung von all dem liegt in der Hand unseres Herrn. Auf unserem Weg dorthin können uns die Heiligen helfen. Zu ihren Lebzeiten waren sie Menschen, durch deren Worte und Taten andere auf diese Weise ein Stück vom Himmel wahrnehmen konnten. Ihre Fürsprache beim Vater und ihr Vorbild sollen uns jetzt helfen, auch zu solchen Menschen zu werden.
Hubertus Kerscher
Jugendpfarrer



