Foto: Tamina Friedl / pbp
Im Rahmen des Pontifikalgottesdienstes zum Fest der Darstellung des Herrn erinnerte Bischof Stefan Oster an die Darstellung des Jesuskindes im Tempel von Jerusalem, 40 Tage nach seiner Geburt. Zahlreiche Gläubige entzündeten im Passauer Stephansdom ihre Kerzen und zogen bei einer Lichterprozession gemeinsam ein.
Am Tag von Mariä Lichtmess, wie das Fest der Darstellung des Herrn auch genannt wird, wird zugleich der Tag des geweihten Lebens gefeiert. In seiner Predigt verwies Bischof Oster so zunächst auf Thomas von Aquin. Auf sein Werk beziehen sich Theologen noch heute, obwohl es auf den ersten Blick beinahe langweilig daherkomme, so der Bischof. Bei genauerem Hinsehen jedoch werde deutlich, mit welch großer Hingabe und innerem Licht er die Dinge beschrieben habe und dadurch das, was er sagen wollte, zum Leuchten gebracht habe. Thomas von Aquin sei von Anfang an ein Gottgeweihter gewesen, weil er sein Leben in den Dienst Gottes stellte und nichts anderes wollte, als ihn zu verkünden und auf ihn hinzuweisen: „Geweihte Menschen suchen die Nähe, die Wirklichkeit zum Herrn.“
Diese Art der Wirklichkeit beschrieb auch Valentin Tomberg: „Jemanden lieben bedeutet das Wirklichwerden des anderen für mich.“ Jeder könne das nachvollziehen, so Bischof Oster. Wenn man eine Person richtig gern habe, dann werde sie im eigenen Leben ganz wirklich. Dadurch nehme man teil am Leben einer anderen Person, teile Leid und Freud gleichermaßen. In der heiligen Messe feiern wird schließlich das Wirklichwerden Jesu im Hören seines Wortes und in unserer Gemeinschaft. „In gewisser Weise können wir sagen, dass wir alle gottgeweiht sind, weil wir alle getauft sind“, richtet sich der Bischof an die Gläubigen. Warum also feiern wir dann überhaupt diesen Tag des geweihten Lebens? „Weil wir Zeuginnen und Zeugen in unserer Kirche brauchen. Menschen, die sagen: Das, was ich suche, was mir Sinn gibt, was mir innere Freude gibt, was mir Leben und größeres Glück verheißt – Für das oder besser für den will ich ganz leben.“ Diese Menschen würden alle anderen darauf hinweisen, wohin im Grunde jeder Getaufte unterwegs sei. „Wir gehen auf ein Lebensziel zu, in dem Gott unser Leben und das von uns allen miteinander erfüllen wird“, so der Bischof. Menschen wie etwa Ordensleute, die eine Weihe erfahren haben, haben ihr Leben Gott so zur Verfügung gestellt, dass sie anderen genau dies zeigen.
„Geweihte Menschen suchen die Nähe, die Wirklichkeit zum Herrn.”
Die Predigt von Bischof Oster finden Sie hier zum Nachsehen und Nachhören:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
„Die Wirklichkeit des Herrn in unserem Leben verändert uns“, so Bischof Stefan Oster. Dazu genüge Gott allein. Das bedeute nicht, dass wir keine Mitmenschen brauchen, sondern dass wir Gott mehr als alles andere brauchen und er uns helfe, alle anderen aus ihm heraus zu lieben. Bischof Stefan forderte die Gläubigen abschließend auf, sich vorzustellen, dass sie der Herr immer begleite. So würden wir Zeugen einer größeren Freiheit, wenn wir aus Liebe zu ihm und zu den Menschen leben.
Im Anschluss an den Wortgottesdienst wurde traditionell der Blasiussegen gespendet und somit um Schutz gegen Halskrankheiten gebeten. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Domchor und Dombläsern unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger gemeinsam mit Domkantor Maximilian Jäger an der Orgel.




