Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Bischof Stefan Oster SDB hat bei der Missa chrismatis, der Chrisammesse, im Passauer Stephansdom zu Beginn der Karwoche die drei Heiligen Öle geweiht. Katechumenen-, Chrisam- und Krankenöl werden bei Sakramenten eingesetzt und begleiten Christen ein Leben lang.
Alljährlich am Tag nach dem Palmsonntag werden bei der Chrisammesse die drei Heiligen Öle für das ganze Bistum Passau geweiht. So hat auch heuer wieder Bischof Stefan Oster Katechumenen‑, Chrisam- und Krankenöl, welche in den Pfarreien im Laufe des Kirchenjahrs bei der Spendung von Sakramenten, für Salbungs- oder Weiheakte eingesetzt werden, im Passauer Stephansdom geweiht. Bei der Taufe und Firmung, der Priester- und Bischofsweihe sowie der Altar‑, Kirch- und Glockenweihe wird das Chrisamöl verwendet. Bei der Krankensalbung wird das Krankenöl eingesetzt. Und bei der Salbung der Katechumenen und Täuflinge wird das Katechumenenöl benötigt.
Den Gottesdienst mitgefeiert haben neben vielen Gläubigen auch zahlreiche Firmlinge sowie Priester und Diakone, die hierbei ihr Versprechen vor Gott erneuerten und dabei vor dem Bischof bekräftigten: „Ich bin bereit!“ Die Kleriker waren schon zuvor im St. Valentinssaal zum Priester- und Diakonentag zusammengekommen. „Das ist die Heilige Messe, wo es am deutlichsten wird, dass wir miteinander Kirche von Passau sind“, freute sich Bischof Oster über das zahlreiche Kommen.
Zu Beginn des Gottesdienstes traten die Firmkandidatinnen und Firmkandidaten des pastoralen Raums Pocking vor den Bischof. Stellvertretend für alle Firmlinge im Bistum bekräftigen sie, dass sie sich bewusst für die Firmung entschieden hätten, bei der sie mit dem Chrisamöl gesalbt werden. Im Anschluss an dieses Grußwort segnete sie der Bischof und wünschte ihnen alles Gute und Gottes Segen für die Vorbereitung auf das Firmsakrament.
„Vater“ sagen lernen - Predigt
In seiner Predigt bezog sich Bischof Stefan Oster auf die Erzählung aus dem Lukasevangelium, bei der Jesus, nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, bekräftigte: „Ich bin es!“ Diese Worte habe er gesagt, nachdem er in der Schrift in der Synagoge Nazareths von einer prophetischen Gestalt, auf der der Geist des Herrn ruhe, gelesen habe. Und er habe Gott „Abba“, Vater genannt. Die Reaktionen auf diese Aussagen Jesu fielen sehr gegensätzlich aus, so der Bischof. Schon damals habe es diejenigen gegeben, die an ihn glaubten und diejenigen, die sich über ihn empörten. „Aber die Menschen, die ihm näherkommen, machen eine andere Erfahrung: Da ist jemand, der aus einer tiefen inneren Freiheit lebt. Wahrhaftig, lebendig. So hat noch nie jemand gesprochen. Es ist, als würde Gott selbst durch ihn sprechen – und diese Erfahrung geht auf die über, die an ihn glauben.“ Man könne sich nur für oder gegen Christus entscheiden, so der Bischof weiter.
Die Firmlinge bekräftigte er, ihren Glauben zu stärken und beispielsweise das Vaterunser bewusst zu beten. „Vater, du bist da. Du liebst mich. Dein Wille geschehe – weil er gut für mich ist. Du sorgst für mich. Du vergibst mir – und hilfst mir, auch zu vergeben. Und du bist bei mir in der Versuchung.“ Wenn man lerne, zu Gott „Vater“ zu sagen, könne die Beziehung zu ihm wachsen und der Geist Jesu in einem lebendig werden. Und genau das geschehe in den Sakramenten, betonte der Bischof. „Wenn du zur Beichte gehst, darfst du glauben: Es ist wirklich Vergebung. Wenn du gefirmt wirst: Er stärkt dich. Wenn du die Kommunion empfängst: Er ist dir näher als du dir selbst.“
Damit diese Wirklichkeit in unserer Mitte bleibe, gäbe es Priester und Diakone, erklärte er und schloss die Predigt mit einem Dank: „Liebe Mitbrüder: Ihr erneuert heute euer Versprechen. Danke dafür! Und euch, liebe Firmlinge: Danke, dass ihr euch in dieser Zeit zum Glauben bekennt. Möge eure Firmung dazu beitragen, dass die lebendige Erinnerung an Jesus in euch bleibt – und euer Leben gelingt.“
Die Predigt als Podcast zum Nachhören
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Hintergrund zu Chrisam und den Heiligen Ölen
„Chrisam“ bedeutet Salböl und besteht aus reinem Olivenöl, dem die wohlduftende Substanze der Balsampflanze beigemischt wird. Wird ein Mensch mit Chrisam, dem „Öl der Freude“ gesalbt, betont es die Würde des Gesalbten als Kind Gottes und als von Gott erwählt. Der Ritus der Salbung bezieht sich dabei auf alttestamentliche Schriften, die von der Salbung von Königen, Priestern und Propheten erzählen. Durch den Salbungsakt wurden sie als von Gott Gesegnete ausgezeichnet. Er gilt als Vorausschau auf Jesus Christus als der Gesalbte Gottes. Weitere Informationen zu den drei Heiligen Ölen gibt es hier:



