Bistum

People Pleaser oder erfüllt vom Heiligen Geist?

BAY am 24.05.2026

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst im Passauer Stephansdom hat Bischof Oster am Pfingstsonntag nicht nur das Hochfest der Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert, sondern zugleich die 11. Maria-Hilf-Woche im Bistum Passau ausgerufen und sein 12. Bischofsjubiläum begangen.

Im Mit­tel­punkt der Pre­digt stand die Fra­ge nach dem Sinn mensch­li­chen Lebens und nach dem Wir­ken des Hei­li­gen Geis­tes. Dabei spann­te Bischof Oster einen wei­ten Bogen von den Sehn­süch­ten und Ängs­ten des Men­schen bis hin zur befrei­en­den Bot­schaft von Pfings­ten, dem Geburts­tag der Kir­che“. Gleich zu Beginn stell­te er die Fra­ge: Was ist Geschich­te?“ Geschich­te sei der Ver­such des Men­schen, dem Leben des Ein­zel­nen, dem Leben von Fami­li­en, von Grup­pen, von Natio­nen, von der gan­zen Welt irgend­wie Sinn abzugewinnen“.

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In die­sem Zusam­men­hang griff der Pas­sau­er Bischof Gedan­ken des rus­si­schen Schrift­stel­lers Fjo­dor Dos­to­jew­ski auf, der Geschich­te sinn­ge­mäß als die Erzäh­lung des ver­zwei­fel­ten Ver­suchs der Men­schen, ohne Gott glück­lich zu wer­den“ beschrie­ben habe. Oster benann­te dabei vier gro­ße Ver­su­chun­gen, mit denen Men­schen ihr Glück häu­fig allein sichern woll­ten: Aner­ken­nung, Ver­gnü­gen, Sicher­heit und Macht.

Wer aus­schließ­lich nach Aner­ken­nung stre­be, lau­fe Gefahr, zum Peo­p­le Plea­ser“ zu wer­den, erklär­te der Bischof. Mit Blick auf gesell­schaft­li­che Anpas­sung sag­te er: Die meis­ten Men­schen wer­den als Ori­gi­nal gebo­ren und ster­ben als Kopie.“ Auch die Suche nach Ver­gnü­gen kön­ne in Abhän­gig­kei­ten füh­ren. Die Natur der Sucht bestehe dar­in, dass sie nicht gestillt wer­den kann“. Reich­tum ver­spre­che Sicher­heit, kön­ne den Men­schen letzt­lich aber eben­so wenig erfül­len wie Macht, wenn die­se dazu genutzt wer­de, ande­re kleinzuhalten.

All die­se Din­ge sei­en nicht per se schlecht, beton­te Oster. Doch wer dar­in das letz­te Glück suche, ver­lan­ge immer nach mehr und gera­te zugleich in Angst vor Ver­lust, Krank­heit und Tod. Wir sind end­lich und wir gehen auf den Tod zu“, sag­te der Bischof. Gera­de des­halb ver­such­ten vie­le Men­schen, sich an Besitz, Ein­fluss oder Aner­ken­nung festzuklammern.

Die Bot­schaft von Pfings­ten stel­le sich genau in die­se mensch­li­che Grund­si­tua­ti­on hin­ein. Mit Ver­weis auf den Apos­tel Pau­lus sag­te Oster: Nie­mand kann sagen: Jesus ist der Herr, es sei denn, er spricht aus dem Hei­li­gen Geist.“ Der Geist Got­tes ent­lar­ve die fal­schen Göt­zen“ und füh­re den Men­schen zu der Erkennt­nis, dass das Herz erst in Gott Ruhe fin­de. Dabei zitier­te der Bischof auch den Kir­chen­va­ter Augus­ti­nus von Hip­po: Unru­hig ist unser Herz, bis es ruhe fin­det in dir.“

Mit Blick auf das Evan­ge­li­um erin­ner­te Oster an die ver­ängs­tig­ten Jün­ger hin­ter ver­schlos­se­nen Türen. Der auf­er­stan­de­ne Chris­tus tre­te mit­ten unter sie und spre­che die Wor­te: Der Frie­de sei mit euch.“ Die­ser Frie­de – der bibli­sche Scha­lom – bedeu­te das gro­ße Heil­sein in Gott“, die Har­mo­nie von Leib und See­le, Mensch und Schöpfung.

Beson­ders ein­drück­lich deu­te­te der Bischof die Sze­ne, in der Jesus sei­ne Jün­ger anhaucht und spricht: Emp­fangt den Hei­li­gen Geist.“ Pfings­ten sei des­halb eine Neu­schöp­fung“. Wer sich vom Geist Got­tes berüh­ren las­se, des­sen Leben ver­än­de­re sich grund­le­gend. Men­schen, die aus die­sem Geist leb­ten, hät­ten ein ande­res Gesicht“: frei­er, dank­ba­rer, weni­ger ängst­lich und liebesfähiger.

Hier können Sie sich die Predigt anhören:

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Für die fest­li­che musi­ka­li­sche Gestal­tung sorg­ten der Dom­chor und das Domor­ches­ter mit ihren Solis­ten. Dom­kan­tor Maxi­mi­li­an Jäger musi­zier­te an der Tru­hen­or­gel und Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruck­de­schel an der Haupt­or­gel. Die Gesamt­lei­tung lag bei Andre­as Unterguggenberger.

Im Anschluss an das Pon­ti­fi­kal­amt fand auf dem Dom­platz ein gemein­sa­mes Pfingst­fest statt, zu dem unter ande­rem die Katho­li­sche Stu­den­ten­ge­mein­de Pas­sau als Mit­or­ga­ni­sa­tor ein­ge­la­den hat­te. Bei Kai­ser­wet­ter, baye­ri­scher Blas­mu­sik und küh­lem Frei­bier der Hack­lber­ger Braue­rei nutz­ten zahl­rei­che Got­tes­dienst­be­su­cher die Gele­gen­heit zum Aus­tausch und zur per­sön­li­chen Begeg­nung mit Bischof Stefan.

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