Bistum

Ein würdevoller Abschied

BAY am 27.07.2026

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Am Sonntag nahm Domkapitular Dr. Anton Spreitzer im Auftrag von Bischof Stefan die Profanierung der Kirche Christi Himmelfahrt vor, bei der zahlreiche Gläubige und Prominente aus Regionalpolitik und Kultur anwesend waren. Mit dem letzten Gottesdienst endet nun die liturgische Nutzung des Gotteshauses. Ein Einschnitt, der bei vielen Gläubigen, aber auch beim Zelebranten selbst tiefe Emotionen auslöste.

Schon bei sei­ner Begrü­ßung am Anfang des Got­tes­diens­tes mach­te Dom­ka­pi­tu­lar Dr. Anton Spreit­zer deut­lich, dass ihn die­ser Abschied per­sön­lich bewegt. ​„Wir haben uns lan­ge auf die­sen letz­ten Got­tes­dienst vor­be­rei­tet, und das war manch­mal schon nicht so ein­fach“ und auch jetzt habe er einen ziem­lich gro­ßen Kloß im Bauch. Gleich­zei­tig beton­te er, dass die Ent­schei­dung nicht leicht­fer­tig getrof­fen wor­den sei: ​„Mir ist aber klar, dass das gut über­legt ist und dass es Grün­de gibt, vor allem auch finan­zi­el­ler Art, vor allem auch, wenn man im Sin­ne des nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­tens an die Zukunft denkt.“

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Den­noch sei der Unter­schied zwi­schen ratio­na­ler Ein­sicht und per­sön­li­chem Emp­fin­den deut­lich spür­bar. ​„Das eine ist der Kopf und das ande­re ist das Herz“, erklär­te Anton Spreit­zer. Als Pries­ter kön­ne er einen sol­chen Moment nicht nüch­tern und ohne Emo­tio­nen erle­ben. ​„Das ist schon etwas, was weh­tut, wenn man Pries­ter ist.“

Zugleich ord­ne­te er die Pro­fa­nie­rung in die grö­ße­ren Ent­wick­lun­gen der Kir­che ein. Die sin­ken­den Mit­glie­der­zah­len und klei­ner wer­den­den Kir­chen­ge­mein­den sei­en seit Jah­ren bekannt. Nun wür­den die­se Ver­än­de­run­gen jedoch auch im unmit­tel­ba­ren Lebens­um­feld sicht­bar. Die Pro­fa­nie­rung der Kir­che Chris­ti Him­mel­fahrt sei des­halb ver­mut­lich nicht die letz­te ihrer Art. Man müs­se ​„kein Pro­phet“ zu sein, um vor­aus­zu­sa­gen, dass wei­te­re ähn­li­che Ent­schei­dun­gen fol­gen würden.

„Bleib bei uns, Herr, im Dun­kel unse­rer Sor­gen. Du bist das Licht, das nie­mals mehr erlischt. Bleib bei uns, Herr, bei dir sind wir gebor­gen. Führ uns durchs Dun­kel, bis der Tag anbricht.”

Franz Josef Rahe (Gotteslob 94)

Trotz aller Trau­er stell­te der Stadt­pfar­rer die Hoff­nung des christ­li­chen Glau­bens in den Mit­tel­punkt. Wie ein roter Faden hät­ten sich die Wor­te Jesu aus dem Mat­thä­us­evan­ge­li­um durch den Got­tes­dienst gezo­gen: ​„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Die­ser Satz, der auch auf den Türen des Taber­na­kels der Kir­che zu lesen ist, habe an die­sem Tag eine beson­de­re Bedeu­tung erhalten.

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Gläubige entzünden ein Licht an der Osterkerze und stellen es auf den entweihten Altar, aus dem zuvor Domkapitular Dr. Anton Spreitzer die Reliquien entnommen hat.

In einer Situa­ti­on wie der Pro­fa­nie­rung stel­le sich die ent­schei­den­de Fra­ge, ob die­se Zusa­ge Chris­ti tat­säch­lich geglaubt wer­de. Gera­de dann, wenn äuße­re Umstän­de schwie­ri­ger wür­den, kön­ne die­se Wor­te Trost spen­den, beton­te der Dom­ka­pi­tu­lar. Vie­le Gläu­bi­ge kenn­ten die­se Wor­te zwar aus­wen­dig, doch mög­li­cher­wei­se erschlie­ße sich ihre eigent­li­che Bedeu­tung erst in Momen­ten des Abschieds. Letzt­lich gehe es dar­um, dar­auf zu ver­trau­en, dass Chris­tus gegen­wär­tig blei­be, unab­hän­gig davon, ob eine Kir­che wei­ter als Got­tes­haus genutzt wer­de oder nicht.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst tra­fen sich die Gläu­bi­gen auf dem Vor­platz der Kir­che, um sich bei Kuchen und Geträn­ken über den Abschied und die Erin­ne­run­gen an Chris­ti Him­mel­fahrt zu unterhalten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Profanierung:

Bistum
20.07.2026

Profanierung der Kirche Christi Himmelfahrt

Die Pfarrei St. Anton im Bistum Passau lädt am 26. Juli zu einem besonders schweren Abschied ein. Die…

Bereits am Vor­tag fand eine klei­ne Andacht mit Stadt­pfar­rer Anton Spreit­zer sowie ein Vor­trag von Richard Schaff­ner statt. Der Pas­sau­er Stadt­ar­chi­var ging dabei auf die inter­es­san­te Geschich­te rund um den Bau der Kir­che Chris­ti Him­mel­fahrt in dem frü­he­ren Stadt­teil Hait­zing ein.

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