Soziales

Lebensmittel retten und Menschen helfen

Redaktion am 02.11.2026

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Ein Bogen von 25 Jahren: Bischof Dr. Stefan Oster (v.r.) mit Christine Heinrichs und Christl Eichinger, die von Anfang dabei waren sowie der aktuellen Koordinatorin Monika Wagner.

25 Jahre Passauer Tafel – Bischof Oster würdigt Einsatz der Ehrenamtlichen.

Die knapp 1000 Tafeln in Deutsch­land ret­ten und ver­tei­len jähr­lich rund 265.000 Ton­nen Lebens­mit­tel. Das ent­spricht etwa 271 Ton­nen pro Tafel im Jahr. Rein sta­tis­tisch gese­hen ergibt dies rech­ne­risch für eine Stadt wie Pas­sau mit einem zusätz­li­chen Ein­zugs­ge­biet rund 158 Ton­nen. Hoch­ge­rech­net auf die Gesamt­be­völ­ke­rung (ca. 84 Mil­lio­nen Men­schen) darf man nach den Durch­schnitts­wer­ten von Tafel Deutsch­land von etwa 3,15 kg Lebens­mit­tel pro Ein­woh­ner und Woche aus­ge­hen. Die 158 Ton­nen auf 25 Jah­re hoch­ge­rech­net erge­ben fast 4000 Ton­nen. Wie­der die Sta­tis­tik bemüht spricht man von 222 LKW-Ladun­gen. Hin­ter­ein­an­der auf­ge­reiht wären das rund 4 Kilo­me­ter. 25 Jah­re Pas­sau­er Tafel wur­den am Sams­tag, 31. Okto­ber, began­gen. Denn fei­ern ist ange­sichts der Not der Men­schen, um die es geht, weni­ger angebracht.

Tafeln sind ein Grad­mes­ser für stei­gen­de Armut

Beein­dru­cken­de Daten erge­ben sich beim Zah­len­spiel. Das ist aber nur die eine Ebe­ne. Bei Tafeln geht es um Men­schen in Not. Immer mehr Men­schen erle­ben Exis­tenz­angst und wis­sen nicht mehr, wie sie Grund­le­gen­des bezah­len sol­len. Die Tafeln sind ein Grad­mes­ser für die stei­gen­de Armut. So unter­schied­lich die per­sön­li­che Situa­ti­on auch sein mag — ob Fami­li­en am Exis­tenz­mi­ni­mum, Allein­er­zie­hen­de, älte­re Men­schen, Allein­ste­hen­de — vie­le kön­nen sich und ihre Kin­der nicht selbst ver­sor­gen. Dann Hil­fe anneh­men zu müs­sen, ist für vie­le Men­schen ein per­sön­li­cher Kon­kurs und alles ande­re als leicht. 

In Pas­sau wer­den zur­zeit rund 700 Per­so­nen über die Tafel des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des mit Nah­rungs­mit­teln ver­sorgt. Die Kapa­zi­tä­ten wie Res­sour­cen sind der­zeit prak­tisch auf­ge­braucht. Dann gibt es die drit­te Ebe­ne: den Ein­satz der aktu­ell 85 Ehren­amt­lich Täti­gen. Sie sind mit gro­ßem Ein­satz dabei. Sie orga­ni­sie­ren, räu­men ver­tei­len. Und geben jeden Don­ners­tag­nach­mit­tag gegen eine Berech­ti­gungs­aus­wei­ses die Waren aus. Doch sie hät­ten lee­re Hän­de, wenn da nicht in Ebe­ne vier Zulie­fer-Fir­men oder die Spender:innen wären. Doch bei all die­sem per­sön­li­chen soli­da­ri­schen Enga­ge­ment will ange­merkt sein: es ist und bleibt pri­mär Auf­ga­be des Staa­tes dafür zur sor­gen, dass Men­schen ihr Aus­kom­men haben. Dies darf nicht still­schwei­gend dele­giert wer­den, weil Men­schen sich sozi­al ver­ant­wort­lich wissen.

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Beim 25jährigen Jubiläum der Caritas-Tafel Passau v.li.: Andreas Dittlmann, 2. Bürgermeister, Caritas-Abteilungsleiterin Ingrid Aldozo-Entholzner, Stefan Seiderer, Caritasvorstand, Bischof Dr. Stefan Oster, Peter Zilles, Tafel Deutschland, Ulrike Kammerer, Präsidentin Innerwheel, Monika Winkler, Koordinatorin der Tafel und Beate Heindl, Fachbereichsleiterin Ehrenamt.

Bischof Oster: ​„Umsonst, aber nie­mals vergeblich“

Beim Got­tes­dienst beton­te Bischof Dr. Ste­fan Oster die­sen per­sön­li­chen Ein­satz aller ehe­ma­li­gen und jet­zi­gen Ehren­amt­li­chen. Er dank­te den Zulie­fe­rern und Unter­stüt­zern. Das Jubi­lä­um war sozu­sa­gen ein gro­ßes Netz­werktref­fen, für alle, denen Arbeit der Cari­tas-Tafel ein Anlie­gen ist. ​„Die­nen um Jesu wil­len und im Not­lei­den­den Jesus erken­ne“. Dar­um gehe es. So sei die Arbeit in der Tafel ein selbst­lo­ser Dienst, ​„gra­tis und umsonst, aber nie­mals ver­geb­lich“. Mit die­sem Glau­bens­zeug­nis ver­bin­de sich die Fei­er der Sakra­men­te mit dem Dienst der Cari­tas im Wir­ken der Kirche.

Sowohl Cari­tas­vor­stand und Bischöf­lich Beauf­trag­ter, Ste­fan Sei­de­rer, als auch Andre­as Dittl­mann, 2. Bür­ger­meis­ter, sowie Ulri­ke Kam­me­rer, Prä­si­den­tin Inner­wheel, und Ingrid Aldo­zo-Ent­holz­ner, Abtei­lungs­lei­tung Cari­tas & Pas­to­ral, wür­dig­ten in ihren Gruß­wor­ten die Arbeit der Tafel. Ste­fan Sei­de­rer dank­te für 25 Jah­re gesell­schaft­li­chen Enga­ge­ments und Soli­da­ri­tät. Solan­ge Lebens­mit­tel ver­schwen­det wür­den und Men­schen hier­zu­lan­de Not lei­den, sei der Tafel-Dienst not­wen­dig. Auch Andre­as Dittl­mann, war sich bewusst, dass die­ser künf­tig not­wen­dig sei. Peter Zil­les, Vor­stands­mit­glied Tafel Bay­ern und Tafel Deutsch­land gab zu beden­ken, dass sol­che Ein­rich­tun­gen – rund 1000 in Deutsch­land — etwa auf­grund der stei­gen­den Alters­ar­mut ​„wich­ti­ger denn je sind“.

25 Jah­re Pas­sau­er Tafel – Heu­te ste­hen 350 Haus­hal­te auf der Warteliste

Moni­ka Wink­ler, die Koor­di­na­to­rin Pas­sau­er Tafel, gab einen Über­blick mit Geschich­ten aus dem Tafel-Leben. Am 10. Okto­ber 2001 wur­de die ​„Pas­sau­er Tafel“ zusam­men mit dem ​„Inner Wheel Club Pas­sau“ offi­zi­ell gegrün­det. Der Zulauf hat sich ste­tig gestei­gert. Seit 2011 arbei­tet die ​„Pas­sau­er Tafel“ unter der Trä­ger­schaft des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des. Rein­hil­de Keil­bach, Ger­trud Sebening oder Ute Senff sind mit Rein­hold Url, damals Lei­ter der Abtei­lung Integration/​Soziale Siche­rung, Per­so­nen, deren Namen mit die­ser wich­ti­gen Cari­tas-Ein­rich­tung ver­bun­den blei­ben. Es begann 2001 mit 25 Ehren­amt­li­chen, die für 140 Tafel­kun­den sorg­ten. In der ers­ten Cari­tas Jah­res­sta­tis­tik 2011 zähl­te die Tafel 213 Betreu­te und arbei­te­te mit einem Team von 56 Ehren­amt­li­chen. Heu­te sind 85 Helfer:innen tätig. Sie küm­mern sich um 700 Tafel­kun­den, 200 davon sind Kin­der. Und das ist das drän­gen­de Pro­blem: 350 Haus­hal­te ste­hen auf der War­te­lis­te. Moni­ka Wink­ler und Bea­te Heindl, die Fach­be­reichs­lei­te­rin Ehren­amt und Enga­ge­ment dank­ten allen in der Tafel täti­gen Per­so­nen und zeich­ne­te Chris­ti­ne Hein­richs und Christl Eichin­ger beson­ders aus. Sie aus dem Ursprungs­team bis heu­te aktiv.

Hier ist die Tafel: Zu fin­den ist die ​„Pas­sau­er Tafel“ im Cari­tas-Zen­trum Kon­ra­dinum nähe Bahn­hof. Mitarbeiter:innen wer­den lau­fend gesucht, Waren­spen­den ger­ne ange­nom­men und Spen­den sind stets will­kom­men. Kto. bei der Spar­kas­se Pas­sau: Cari­tas­ver­band f. d. Diö­ze­se Pas­sau e. V., IBAN: DE16 7405 0000 0000 0012 30; BIC: BYLADEM1PAS; Ver­wen­dungs­zweck: Konradinum/​Passauer Tafel. 

Text: Wolf­gang Duschl

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