Soziales

Benefizkonzert mit dem Bundespolizeiorchester München im Dom St. Stephan

Sarah Joas am 08.07.2019

Orchester

Die Polizei, dein Freund und Helfer: In vielen Lebenssituationen brauchen Menschen Unterstützung. Dass sich die Polizei auch über den täglichen Dienst hinaus für Menschen in Not engagiert, bewies das Bundespolizeiorchester mit einem beeindruckenden Benefizkonzert.

Ganz nah am Menschen

Wenn man mit­ge­teilt bekommt, dass man ernst­haft krank ist, dann ist das ein Schock. Das Leben gerät in Unord­nung, droht, ins Cha­os zu stür­zen.“ – In sei­ner Begrü­ßung zum gemein­sa­men Bene­fiz­kon­zert von Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruck­de­schel und dem Bun­des­po­li­zei­or­ches­ter Mün­chen ver­setz­te sich Dom­propst Dr. Micha­el Bär mit viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen in die Lage eines Men­schen, des­sen Leben durch die Dia­gno­se Leuk­ämie aus der Bahn zu gera­ten droht. Wer so etwas erle­ben muss, des­sen Situa­ti­on glei­che ein wenig dem aktu­el­len Zustand des Doms, wo die Ver­an­stal­tung statt­fand: Gro­ße Tei­le sind im Moment ein­ge­rüs­tet, alles ist under con­struc­tion‘, und damit in Unord­nung.“ In der Musik dage­gen spie­gelt sich eine ande­re Welt: eine heil­sa­me, wohl­klin­gen­de, har­mo­ni­sche Ord­nung. So kann sie Hoff­nung spen­den auch in dunk­len Zei­ten, vor allem, weil sie eine Spra­che ist, die ver­bin­det“, wie Dr. David Par­ma, der stellv. Inspek­ti­ons­lei­ter der Bun­des­po­li­zei­in­spek­ti­on Pas­sau in sei­nem Gruß­wort hervorhob.

Auch beim Bene­fiz­kon­zert im Dom ist ihr das gelun­gen: Wäh­rend ein Teil der Kon­zert­be­su­cher vor allem aus sozia­len Grün­den dabei war, kamen ande­re pri­mär wegen des Musik­ge­nus­ses – alle waren sich aber dar­in einig, dass die Leuk­ämie Hil­fe Pas­sau e. V. und der Rota­ry-Club Vils­ho­fen zwei Orga­ni­sa­tio­nen sind, die zu unter­stüt­zen sich auf jeden Fall lohnt, und so kam am Ende des Kon­zer­tes die stol­ze Sum­me von 3700 Euro zusam­men. Musi­ka­lisch war es ein bewe­gen­der Abend mit Gän­se­haut-Garan­tie. Einer der Höhe­punk­te war dabei Oscar Navar­ros Il Con­cer­to“: Musik, deren Emo­tio­na­li­tät sich nur schwer in Wor­te fas­sen lässt, die aber tief hin­ein geht ins Herz und die See­le. Auch in den lei­sen, zar­ten Tönen raum­fül­lend, über­zeug­te das sin­fo­ni­sche Blas­or­ches­ter in allen Klang­far­ben, wobei sich der Genuss bei jenen Stü­cken, bei denen Orches­ter und Dom­or­gel zusam­men­wirk­ten, noch erheb­lich stei­ger­te. Es war ein gewal­ti­ges‘ Musik­erleb­nis, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, eines, das sicher lang in Erin­ne­rung blei­ben wird. Zum Abschluss des Abends durf­te dann auch das Publi­kum noch mit ein­stim­men: Nach einer span­nungs­rei­chen Orgel­im­pro­vi­sa­ti­on über die Bay­ern­hym­ne durch Lud­wig Ruck­de­schel san­gen auch die Besu­cher das Bay­ern­lied“ laut­stark mit. 

Text und Fotos: Bar­ba­ra Osdarty