Bild: Susanne Simperl / pbp
Mit einer kleinen Delegation des Bistums Passau ist Bischof Stefan Oster SDB zu Besuch im Bistum Karonga in Malawi. Gestern bekamen die Passauer einen Einblick in soziale Projekte vor Ort.
Die Schultern der Frauen von Karonga tragen viel: Die Catholic Women Association, die Bischof Stefan und die Passauer Delegation gestern Vormittag trafen, ist eine Vereinigung, die auf vielfache Weise kirchliche Aktivitäten katholischer Frauen im Bistum bündelt, miteinander vernetzt und zu einer breiteren Partizipation von Frauen am kirchlichen Leben beiträgt. Wesentliche Bestandteile der Arbeit der Vereinigung sind die Ermutigung zum Gebet, die Förderung der Beteiligung von Frauen an innerkirchlichen Entscheidungsprozessen und eine umfangreiche karitative Arbeit, die sich als Beitrag zur ökonomischen und organisatorischen Selbstermächtigung von Frauen versteht mit dem Ziel, „starke Familien, lebendige Pfarreien und eine nachhaltige Kirche zu fördern“, wie Sprecherin Florence Nthakomwa betonte.
Die Kolping Society of Malawi
Die Kolping Society of Malawi, die zum weltweiten Verbund von Kolpingwerken gehört, stellte den Passauern am Nachmittag Programme vor, die zur nachhaltigen Verringerung von Armut in Malawi beitragen sollen. Die Kolpingbewegung in Malawi ist noch recht jung, sie wurde 2017 ins Leben gerufen. Die Projekte des Vereins sind von fünf Zielen geprägt: Nahrungsmittelsicherheit und landwirtschaftliche Versorgungssicherheit durch eine nachhaltige Landwirtschaft, die Ermutigung und Befähigung zur wirtschaftlichen Initiative, eine ganzheitliche Entwicklung der Menschen in Malawi, die nicht nur ökonomische, sondern auch geistliche Aspekte umfasst und vom Gebet getragen ist, Umweltschutz durch Aufforstungsprojekte und schließlich die Stärkung der Familien. Umgesetzt werden diese Ziele durch ein geistliches Programm, karitative Dienste und ökonomisch-landwirtschaftliche Initiativen.
Die Kolpingfamilien im Bistum Passau engagieren sich für die Kolping Society of Malawi seit ihrer Gründung: Sie führen seit Jahren ein innovatives Projekt durch, bei dem eine Kolpingfamilie im Bistum Passau eine Ziege oder Hühner für eine Kolpingfamilie in Malawi finanziert. „Hier vor Ort werden Ziegen und Hühner gekauft, an arme Bauernfamilien weitergegeben und diese verpflichten sich dann – wenn junge Zicklein zur Welt kommen – eines weiterzugeben an eine andere arme Familie. Ich finde, das ist eine grandiose Idee“, betont Christine Krammer, Leiterin des Referates Weltkirche im Bistum Passau. „Kolping ist eine Organisation, die das soziale Leben in der Diözese Karonga sehr stark vorwärtsbringt.“ Den Mitarbeitenden von Kolping gelinge es, die Menschen zu begeistern, vor allem Frauen und Kinder. Ein Hauptprojekt ist ein eigenständiges Landwirtschaftsprojekt, das ebenfalls von Kolping Passau unterstützt wird. Dabei wird Saatgut gekauft für ärmere Bauernfamilien. „Das Ganze ist auch ein Bildungsprojekt, weil vermittelt wird wie Saatgut richtig ausgebracht und geerntet wird und auch wie z.B. die Ernte verkauft wird.“
Alle Hilfe ist konsequent subsidiär ausgelegt: Alles geschieht innerhalb der lokalen Strukturen, Entscheidungen werden jeweils vor Ort getroffen.
Am späten Nachmittag war die kleine Delegation in der 2026 neugegründeten Pfarrei St. Veronika zu Gast, um sich die Arbeit der Kolpingfamilien vor Ort anzuschauen und die Menschen kennen zu lernen.
Redaktion: Susanne Simperl, Monika Zieringer




