Bild: Susanne Simperl / pbp
Gestern führte die Reise in die Berge Malawis: Im Dekanat Kapoka besuchten Bischof Stefan Oster und die Passauer Delegation zunächst die Pfarrei Hl. Johannes Paul II. in Kapoka, in der sich in den vergangenen Jahren ein lebendiges kirchliches Leben entwickelt hat.
Ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens ist die Sonntagsschule. Dort erwartet Kinder und Jugendliche jeden Sonntag ein vielfältiges Programm mit Unterricht in Glaubens- und Lebensfragen, sportlichen Aktivitäten sowie karitativen Diensten für hilfsbedürftige Menschen. Zudem erhalten die Teilnehmenden eine kostenlose Mahlzeit.
Neben diesen positiven Entwicklungen berichteten die Verantwortlichen auch von anhaltenden Herausforderungen: Während arbeitsintensiver Phasen in der Landwirtschaft gehe die Zahl der Teilnehmenden deutlich zurück. Zudem würden in der Regenzeit manche Wege zur Sonntagsschule unpassierbar. Dennoch nehmen viele Kinder Sonntag für Sonntag Fußwege von bis zu sechs Kilometern auf sich, um das Gebetszentrum zu erreichen.
Geprägt wird das Pfarreileben außerdem von etlichen Kolpingfamilien. Die vielen Begegnungen mit den Gläubigen und deren herzliche Gastfreundschaft werden den Mitgliedern der Delegation in besonderer Erinnerung bleiben.
„Besonders beeindruckt hat uns, wie stark die Frauen den Glauben der Kirche tragen. Gleichzeitig erleben wir aber auch, wie prekär die Situation vieler Frauen in diesem Land ist.”
Nach der Heiligen Messe reiste die Passauer Delegation weiter nach Kaseye. Dort besichtigten die Gäste das örtliche Krankenhaus, das sich in Trägerschaft des Bistums befindet, sowie eine katholische Mädchenschule.
Der Glaube spielt in Malawi eine zentrale Rolle. Die Kirche des Landes wächst – eine Erfahrung, die Bischof Stefan Oster während seines Aufenthalts in der Diözese Karonga macht. Er beschreibt seine Eindrücke so:
„Die Kirche wächst hier, und die Menschen, die wir innerhalb der katholischen Kirche kennengelernt haben, nehmen ihren Glauben überaus ernst. Manchmal haben wir den Eindruck, dass der Glaube tatsächlich der tiefste und letzte Halt ist, wenn Menschen schwierige Zeiten durchleben – Prüfungen, Armut, Krankheiten, Verlassenheit oder Unfälle. Der Glaube trägt, Jesus trägt, und die Menschen freuen sich an seiner Gegenwart. Das ist für mich außerordentlich ermutigend. Besonders beeindruckt hat uns, wie stark die Frauen den Glauben der Kirche tragen. Gleichzeitig erleben wir aber auch, wie prekär die Situation vieler Frauen in diesem Land ist.“
Christine Krammer, Referentin im Referat Mission und Weltkirche des Bistums Passau und Mitglied der Delegation in Malawi, weist auf die schwierige Lage junger Menschen im Allgemeinen und junger Frauen im Besonderen hin. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit führe zu einer deutlich erhöhten Suizidrate. Zudem begünstigten die wirtschaftlichen Probleme des Landes Formen wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung bis hin zum Menschenhandel. Deshalb wirbt sie um „Solidarität innerhalb der Kirche“ mit den Menschen in Malawi.
Redaktion: Susanne Simperl, Armin Berger





