icons / 24px / close
Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Bistum

DJK-Familie unter Schock

Redaktion am 08.02.2021

Moosbauer DJK info-icon-20px Foto: Josef Heisl
DJK – das waren für Klaus Moosbauer viel mehr als drei Buchstaben, es war seine Lebensphilosophie. Der allseits geschätzte Vorsitzende des Verbands starb plötzlich und unerwartet mit 72 Jahren.

Plötzlich und unerwartet ist der allseits geschätzte DJK-Vorsitzende Klaus Moosbauer im Alter von 72 Jahren verstorben. Er war über viele Jahre das Herz des größten katholischen Verbands in der Diözese Passau.

Wie ein Lauf­feu­er ver­brei­te­te sich in der ver­gan­ge­nen Woche die Nach­richt vom Tode Klaus Moos­bau­ers. Er war in der Nacht zum Frei­tag (5. Febru­ar) an einer Gehirn­blu­tung verstorben. 

Die Nach­richt hat uns alle tief getrof­fen und stimmt uns sehr trau­rig. Er ver­kör­per­te regel­recht die DJK. Alles, was der größ­te katho­li­sche Ver­band in der Diö­ze­se Pas­sau dar­stellt, hat er zum größ­ten Teil Klaus Moos­bau­er zu ver­dan­ken“, fass­te Geschäfts­füh­rer Ralph Mül­ler in einer Nach­richt an die DJK-Vor­stän­de und ‑Freun­de die Trau­er in Wor­te. Mit sei­ner ruhi­gen und beschwich­ti­gen­den, aber immer bestimm­ten Art sei er bei allen in den Ver­ei­nen bekannt und beliebt gewe­sen. Auf sein Wort konn­te man sich ver­las­sen“, so Mül­ler. Die drei Säu­len der DJK – Sport, Glau­be und Gemein­schaft – sei­en im Tun und Han­deln Moos­bau­ers das Dog­ma gewe­sen, nach dem er sich aus­ge­rich­tet habe. Damit habe er den Ver­band auf Diö­ze­san­e­be­ne (1999 bis heu­te), spä­ter auch auf Lan­des­ebe­ne (bis 2015) geleitet. 

Auf­grund sei­ner über­ra­gen­den Ver­diens­te im Ehren­amt wur­de dem Ver­stor­be­nen im Novem­ber 2012 das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Ban­de der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ver­lie­hen, das ihm Staats­mi­nis­ter Bernd Sibler im Damen­stift von Oster­ho­fen fei­er­lich überreichte.

Der Minis­ter lob­te Klaus Moos­bau­er damals ganz beson­ders für sein Ein­tre­ten für die Wer­te­ori­en­tie­rung in Sport und Gesell­schaft, die För­de­rung der Jugend- und Behin­der­ten­ar­beit, aber auch die Aus­bil­dung der Füh­rungs­kräf­te in den DJK-Ver­ei­nen, wofür der Ver­stor­be­ne ganz beson­ders stand. So gibt es seit fast 20 Jah­ren schon die Baye­ri­schen Behin­der­ten­meis­ter­schaf­ten und das Inter­na­tio­na­le Tur­nier im Roll­stuhl­ten­nis in Moos­bau­ers Hei­mat­ver­ein DJK-TC Büch­lberg, den er mit gegrün­det und 36 Jah­re lang als 1. Vor­sit­zen­der gelei­tet hat und des­sen Ehren­vor­sit­zen­der er bis heu­te war. Dank Klaus Moos­bau­er wird dort Inklu­si­on vor­bild­haft gelebt.

Klaus Moos­bau­er war in viel­fäl­ti­ger Wei­se gesell­schaft­lich enga­giert. Ich habe 20 Jah­re lang als Minis­trant in mei­ner Hei­mat­pfar­rei Büchl-berg gedient und war 19 Jah­re lang aktiv in der Jun­gen Uni­on“, erzähl­te er ger­ne über sei­ne Kind­heit und Jugend. Dane­ben war er vie­le Jah­re in der Katho­li­schen Jugend enga­giert. Beruf­lich hat es den jun­gen Mann zunächst in eine Bank gezo­gen, wo er Bank­kauf­mann lern­te. Spä­ter wur­de er Vor­sit­zen­der des Frem­den­ver­kehrs­ver­eins Büch­lberg. In die­se Zeit fiel die Idee, dem Ten­nis­boom fol­gend, einen Ten­nis­club zu gründen. 

Im Jah­re 1996 haben ihn die Ver­eins­ver­tre­ter zum stell­ver­tre­ten­den DJK-Diö­ze­san­vor­sit­zen­den gewählt, 1999 über­nahm er den Diö­ze­san­vor­sitz und war damit schlag­ar­tig für die­sen rie­si­gen Sport­ver­band mit sei­nen damals rund 33.000 Mit­glie­dern zustän­dig. Schnell zeig­te sich, dass die Ver­ant­wort­li­chen eine gute Wahl getrof­fen hat­ten, besa­ßen doch die Ver­ei­ne mit ihren Anlie­gen für Moos­bau­er stets obers­te Prio­ri­tät. Moos­bau­er blick­te aber auch über den Tel­ler­rand sei­nes Sport­ver­ban­des hin­aus. So orga­ni­sier­te er zusam­men mit den Diö­ze­sen Bud­weis in Tsche­chi­en und Linz in Ober­ös­ter­reich alle Jah­re gemein­sa­me Familiensportwochen. 

Moosbauer info-icon-20px Foto: Josef Heisl

Von 2001 an beklei­de­te der Ver­stor­be­ne bis zu sei­nem Ruhe­stand 2012 auch in Per­so­nal­uni­on das Amt des haupt­amt­li­chen Diö­ze­san-Geschäfts­füh­rers mit Sitz am Dom­platz in Pas­sau, das heu­te Ralph Mül­ler inne hat. Ein blei­ben­des Denk­mal zu Leb­zei­ten hat sich Moos­bau­er auch mit dem Pas­sau­er Dom­lauf gesetzt, der seit dem Jah­re 2000 ein­mal jähr­lich statt­fin­det und zuletzt weit über 1000 Teil­neh­mer anlock­te. Im Jah­re 2003 wur­de Klaus Moos­bau­er auch zum Prä­si­den­ten des DJK-Lan­des­ver­ban­des Bay­ern mit sei­nen 427 Ver­ei­nen und 210.000 Mit­glie­dern gewählt, des­sen Ehren­prä­si­dent er bis zu sei­nem Tode war.

Eine Viel­zahl von Ehrun­gen erfuhr der enga­gier­te Funk­ti­ons­trä­ger, dar­un­ter die Sil­ber­ne Bür­ger­me­dail­le sei­ner Hei­mat­ge­mein­de Büch­lberg (2006), den Sport­preis des Land­krei­ses Pas­sau (2014), das Ehren­zei­chen des Baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten (1994) sowie das DJK-Ehren­zei­chen in Gold (2006). Die Katho­li­sche Kir­che ehr­te Moos­bau­er unter ande­rem 2012 mit dem päpst­li­chen Orden Rit­ter vom Hei­li­gen Sil­ves­ter“. Der dama­li­ge Bischof Wil­helm Schraml mein­te sei­ner­zeit bei der Ordens­ver­lei­hung: Die DJK ist bei Ihnen in guten Hän­den, Sie haben dem Ver­band ein Pro­fil verliehen“.

Klaus Moos­bau­er war ein gesel­li­ger Mensch. Er lieb­te es, unter Gleich­ge­sinn­ten zu sein, mit ihnen zu fei­ern oder Aus­flü­ge und Rei­sen zu unter­neh­men. Gera­de­zu legen­där sind dabei die vom DJK-Diö­ze­san­ver­band ange­bo­te­nen Rei­sen in inter­es­san­te deut­sche und euro­päi­sche Regio­nen, die der Ver­stor­be­ne feder­füh­rend orga­ni­sier­te und lei­te­te. Dabei zeig­te er in gesel­li­ger Run­de ger­ne sein Kön­nen als begeis­ter­ter Sän­ger mit sei­ner fast uner­schöpf­li­chen Text­si­cher­heit bei Volks­lie­dern und Oldies. Der Ver­stor­be­ne beein­druck­te aber auch durch sein Pflicht­be­wusst­sein und sei­ne akri­bi­sche Arbeits­wei­se. Gepaart mit sei­nem gro­ßen Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent nahm er auch schwie­ri­ge Her­aus­for­de­run­gen an und meis­ter­te sie.

Klaus Moos­bau­er war aber auch ein tief reli­giö­ser Mensch. Für ihn war es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, den Sonn­tags­got­tes­dienst zu besu­chen. Grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen der DJK oder die Jah­res­haupt­ver­samm­lun­gen der Ver­ei­ne woll­te er stets mit einem Got­tes­dienst ver­bun­den wissen.

Der unver­hei­ra­te­te Klaus Moos­bau­er wird sei­nen Ange­hö­ri­gen und der DJK-Fami­lie sehr feh­len. Sie alle trau­ern um einen lie­ben Menschen.

Text: Pas­sau­er Bis­tums­blatt / Josef Heisl