Bistum

Kirchliches Bildungshandeln im Fokus

Stefanie Hintermayr am 13.10.2023

432 A2082 Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Bildung war das zentrale Thema bei der Herbst-Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Passau. Als Referent war Dr. Peter Nothaft, Direktor des katholischen Schulwerks Bayern, eingeladen. In seinem Impulsvortrag ging es um „Ressourcen und Bildung im Lebenslauf - Profil und Aufgabe kirchlichen Bildungshandelns am Beispiel kirchlicher Schulen“.

Pas­send zu den Land­tags­wah­len in Bay­ern in der Woche zuvor behan­del­te der Diö­ze­san­rat der Katho­li­ken im Bis­tum Pas­sau bei sei­ner Herbst-Voll­ver­samm­lung zen­tral ein poli­ti­sches The­ma. Im Fokus stand die Bil­dungs­po­li­tik; dis­ku­tiert wur­den die vor‑, nach- und außer­schu­li­sche Bil­dung. Damit das Leben gelin­gen kann — Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen kirch­li­chen Bil­dungs­han­delns“ lau­te­te der Titel der zwei­tä­gi­gen Voll­ver­samm­lung am 13. und 14. Okto­ber in Spec­trum Kir­che Passau-Mariahilf.

Nach der Begrü­ßung durch den Diö­ze­san­rats­vor­sit­zen­den Mar­kus Biber und einem geist­li­chen Wort von Dom­de­kan Hans Bau­ern­feind ergriff Gene­ral­vi­kar Josef Ede­rer das Wort. Er erläu­ter­te Über­le­gun­gen der Bis­tums­lei­tung zum Pas­to­ral-Struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zess und beton­te hier­bei, welch wesent­li­che Rol­le Ehren­amt­li­che hier zukä­me. Sie trü­gen maß­geb­lich dazu bei, dass Pfarr­ge­mein­den auch in Zukunft Orte des geleb­ten Glau­bens blie­ben. Basis hier­für sei deren Glau­bens­bil­dung“. Wir wol­len in der Qua­li­fi­zie­rung Ehren­amt­li­cher in den nächs­ten Mona­ten Schwer­punk­te set­zen“, beton­te Ede­rer. Über das gesam­te Bis­tums­ge­biet ver­teilt sol­le es künf­tig Bil­dungs­an­ge­bo­te spe­zi­ell für Ehren­amt­li­che geben. Ganz kon­kret wol­le man Bibel‑, Glau­bens- und Lit­ur­gie-Kur­se sowie Fort­bil­dun­gen in den Berei­chen Not­fall­seel­sor­ge, Kran­ken- und Trau­er­pas­to­ral, Jugend-Beru­fungs­pas­to­ral und Gemein­de­ca­ri­tas anbie­ten. Wir set­zen alles dar­an, Sie in Ihrem Enga­ge­ment zu stär­ken“, ver­si­cher­te der Gene­ral­vi­kar und wür­dig­te den Ein­satz aller Ehren­amt­li­chen in den Pfar­rei­en. Im Anschluss erläu­ter­te Ede­rer noch die Stel­lung­nah­me der Bis­tums­lei­tung zum Antrag des Diö­ze­san­rats zur Aus­wei­tung der Miss­brauchs­stu­die auf alle kirch­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter. Die Unter­su­chung mit Blick auf Mit­ar­bei­ten­de ist auf­grund von Daten­schutz bei uns schwie­rig.“ Die­se Akten dür­fe die Bis­tums­lei­tung daten­schutz­recht­lich nicht nach außen wei­ter­ge­ben, so Ederer.

Ich sehe kirch­li­che Schu­len als wirk­kräf­ti­ge Mög­lich­keit, den christ­li­chen Glau­ben zu stärken.”

Dr. Peter Nothaft

Nach einer kur­zen Ein­füh­rung von Dr. Mar­kus Eber­hardt, Schul­lei­ter der Gise­la-Schu­len Pas­sau-Nie­dern­burg, folg­te der Impuls­vor­trag von Dr. Peter Not­haft, Direk­tor des Katho­li­schen Schul­werks Bay­ern zum The­ma Res­sour­cen und Bil­dung im Lebens­lauf – Pro­fil und Auf­ga­be kirch­li­chen Bil­dungs­han­delns“. Vor­weg beton­te er, dass die kirch­li­chen Schu­len im Bis­tum Pas­sau durch­aus gut dastün­den. So besu­chen aktu­ell 7.423 Schü­le­rin­nen und Schü­ler eine kirch­li­che Grund‑, Mittel‑, Real­schu­le, ein Gym­na­si­um oder eine beruf­li­che Schu­le. Zum Ver­gleich: In ganz Bay­ern besu­chen mehr als 90.000 Kin­der und Jugend­li­che eine kirch­li­che Schu­le. Die­se Zah­len sprä­chen für sich und zeig­ten, wie attrak­tiv kirch­li­che Schu­len auch heu­te noch sei­en, so Not­haft. Er beton­te deren gro­ßes Poten­ti­al als Orte geleb­ten Glau­bens. An wel­chen Orten hat die Kir­che schließ­lich täg­lich Kon­takt mit Kin­dern und Jugend­li­chen (und deren Fami­li­en), und das über 40 Wochen pro Jahr?“ Hier stel­le sich jetzt zen­tral die Fra­ge nach dem kirch­li­chen Auf­trag, so Not­haft. Kirch­li­che Schu­len ermög­li­chen einen Lebens­raum, der von Glau­ben geprägt ist“. Per­sön­lich­keits­bil­dung sei durch­gän­gig Ziel, der Mensch ste­he im Mit­tel­punkt. Inter­es­sant sei auch das Schü­ler­pro­fil. 70 Pro­zent der Schü­le­rin­nen und Schü­ler an einer kirch­li­chen Schu­le sei­en katho­lisch, 30 Pro­zent aber hät­ten eine ande­re Kon­fes­si­on. Im Hin­blick auf poten­ti­el­le Ziel­grup­pen sei gera­de die­se Grup­pe eine Rie­sen­chan­ce“, denn auch ihnen wür­de an einer katho­li­schen Schu­le das christ­li­che Men­schen­bild ver­mit­telt. Als zwei gro­ße bren­nen­de Pro­ble­me von kirch­li­chen Schu­len nann­te er die Schul­bau­fi­nan­zie­rung und den Leh­rer­man­gel. In Bezug auf die Fra­ge, wie es jetzt wei­ter­ge­he, beton­te Not­haft: Ich sehe kirch­li­che Schu­len als wirk­kräf­ti­ge Mög­lich­keit, den christ­li­chen Glau­ben zu stär­ken.“ Sie sei­en für Kin­der und Jugend­li­che ein idea­ler Ort“.

Film zum Thema "Kirchliche Schulen als ideale Bildungsorte"

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Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen des Syn­oda­len Wegs auf welt­kirch­li­cher, Deutsch­land- und Diö­ze­sa­ne­be­ne waren schließ­lich ein zen­tra­les The­ma im anschlie­ßen­den Kon­fe­renz­teil nach dem gemein­sa­men Got­tes­dienst, u.a. auch im Hin­blick auf die Wei­ter­ar­beit der Arbeits­ge­mein­schaft Syn­oda­ler Weg.

Am zwei­ten Tag der Diö­ze­san­rats­voll­ver­samm­lung knüpf­te auch Prof. Dr. Hans Mendl in sei­nem Vor­trag zum Empower­ment als Basis eines christ­lich fun­dier­ten Bil­dungs­be­mü­hens“ an den Stel­len­wert des christ­li­chen Men­schen­bil­des in der Bil­dung an. So lie­ge die Stär­ke kirch­li­cher Schu­len eben nicht in einem bestimm­ten Welt­bild, son­dern in ihrem Ver­ständ­nis für Päd­ago­gik und einem Men­schen­bild, das den Men­schen stets im Kon­text sei­ner Bezie­hun­gen betrach­te. Im Bil­dungs­han­deln gehe es pri­mär um das Frei­set­zen des im Men­schen bereits vor­han­de­nen Kön­nens. Dazu stütz­te sich Mendl auf den Begriff des Empowerm­ents“, der es zen­tral setzt, ande­re dazu zu befä­hi­gen, ihren Kräf­ten zu ver­trau­en. In der christ­lich ori­en­tier­ten Bil­dung sol­le dies auf vier Ebe­nen gesche­hen. Zum Einen in Bezug auf das Indi­vi­du­um. Bil­dung ist immer Selbst­bil­dung“, so Mendl. Empower­ment sei hier also vor allem die Bevoll­mäch­ti­gung des Ein­zel­nen. Dazu tra­gen auf einer zwei­ten Ebe­ne durch ihre Bezie­hung zu den Schü­le­rin­nen und Schü­lern die Leh­ren­den bei. Dar­über hin­aus sol­le die Schu­le unter der Ver­ant­wor­tung der Schul­lei­tung eine Wer­te­ge­mein­schaft sein und zuletzt habe Bil­dung stets auch eine poli­ti­sche und ver­ant­wor­tungs­ethi­sche Dimen­si­on. Vor die­sem Hin­ter­grund lie­ge die Repu­ta­ti­on kirch­li­cher Schu­len, so Mendls Ein­schät­zung, dar­in, dass die Men­schen ein Gespür haben für die beson­de­re Kraft, die dar­in herrscht“. 

Rund um das the­ma­ti­sche Pro­gramm der Ver­samm­lung stan­den auch am zwei­ten Tag geist­li­che Impul­se, Mög­lich­kei­ten zur Refle­xi­on und Dis­kus­si­on, sowie die Arbeit in Work­shops zu den bil­dungs­po­li­ti­schen The­men auf dem Plan. 

Text: Ste­fa­nie Hin­ter­mayr und Tami­na Friedl

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