Weltkirche

Instrumentum laboris zur Weltsynode in Rom veröffentlicht

Redaktion am 22.06.2023

Weltsynode 2024 Bild: DBK

Im Vatikan ist am 20. Juni 2023 das offizielle Arbeitsdokument der Weltsynode vorgestellt worden, die vom 4. bis 29. Oktober 2023 in Rom stattfindet. Dieses sogenannte „Instrumentum laboris“ ist aus den bisherigen Etappen der Synode erwachsen: der Phase der Vorbereitung in den Ortskirchen und den darauffolgenden kontinentalen Etappen.

Zum Instru­men­tum labo­ris“ erklä­ren die von der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz gewähl­ten Syn­oden­teil­neh­mer, Bischof Dr. Georg Bät­zing (Vor­sit­zen­der der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und Bischof von Lim­burg), Bischof Dr. Bert­ram Mei­er (Bischof von Augs­burg) und Bischof Dr. Franz-Josef Over­beck (Bischof von Essen):

Das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Welt­syn­ode hat mit der heu­ti­gen Ver­öf­fent­li­chung des Instru­men­tum labo­ris für die Welt­syn­ode vom 4. bis 29. Okto­ber 2023 eine neue Pha­se des syn­oda­len Weges der Welt­kir­che eröff­net. Das Instru­men­tum labo­ris stellt zunächst die Arbeits­grund­la­ge einer Syn­ode dar, die zur Vor­be­rei­tung der Syn­oden­teil­neh­mer und als Aus­gangs­do­ku­ment für die Bera­tun­gen der Syn­ode die­nen soll.

Bereits meh­re­re Schrit­te sind die­sem Instru­men­tum labo­ris im Rah­men des syn­oda­len Weges der Welt­kir­che vor­aus­ge­gan­gen. Auf eine Pha­se der Bera­tun­gen und Kon­sul­ta­tio­nen in allen Diö­ze­sen folg­te die Zusam­men­fas­sung die­ser Über­le­gun­gen auf Ebe­ne der Bischofs­kon­fe­ren­zen. Aus die­sen Berich­ten hat das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at ein Arbeits­pa­pier für die nächs­te, die kon­ti­nen­ta­le Pha­se des syn­oda­len Weges erstellt. Auf sie­ben Kon­ti­nen­tal­ver­samm­lun­gen wur­de anhand die­ses Papiers über die jewei­li­gen Erfah­run­gen und Anlie­gen aus den jeweils betei­lig­ten Län­dern bera­ten. Die Abschluss­do­ku­men­te der Kon­ti­nen­tal­ver­samm­lun­gen lagen dem Gene­ral­se­kre­ta­ri­at nun vor, als es das Instru­men­tum labo­ris erstell­te. Aus­drück­lich wird betont, dass die­ses Instru­men­tum labo­ris nicht in der bis­her übli­chen Wei­se als Text­vor­la­ge für die Syn­ode die­nen soll, die dann ledig­lich noch dis­ku­tiert und ggf. über­ar­bei­tet wird. Es soll ein Impuls für die Bera­tung vor Ort sein und auch das Arbeits­pa­pier für die kon­ti­nen­ta­le Pha­se und die kon­ti­nen­ta­len Abschluss­do­ku­men­te wer­den Grund­la­ge der Bera­tun­gen sein.

Im Instru­men­tum labo­ris wird zunächst ein posi­ti­ves Resü­mee des bis­he­ri­gen Pro­zes­ses gezo­gen. Die welt­wei­ten Bera­tun­gen haben zu einer gro­ßen Dyna­mik geführt, die ihrer­seits das zen­tra­le Anlie­gen des syn­oda­len Weges und kon­se­quen­ter­wei­se auch des Instru­men­tum labo­ris unter­strei­chen und beför­dern: Die Stär­kung der Syn­oda­li­tät in der katho­li­schen Kir­che. Die Idee einer syn­oda­len Kir­che hat welt­weit gro­ßen Anklang gefun­den: Vor allem haben wir erlebt, wel­che Quel­le der Freu­de die auf­rich­ti­ge, respekt­vol­le Begeg­nung unter den Schwes­tern und Brü­dern im Glau­ben ist: Ein­an­der zu begeg­nen bedeu­tet, dem Herrn zu begeg­nen, der in unse­rer Mit­te ist!“ (IL Nr. 6) Dabei las­sen sich eini­ge bemer­kens­wer­te Aspek­te her­vor­he­ben, die in einem römi­schen Doku­ment nicht selbst­ver­ständ­lich sind. So heißt es dort: Aus der ers­ten Etap­pe ist das Bewusst­sein dafür ent­stan­den, dass die Orts­kir­che als theo­lo­gi­scher Ort, an dem die Getauf­ten das gemein­sa­me Gehen‘ kon­kret erle­ben, unbe­dingt als pri­vi­le­gier­ter Bezugs­punkt genom­men wer­den muss.“ (IL Nr. 11) Das führt einer­seits zu einem viel­fäl­ti­gen und viel­ge­stal­ti­gen Bild von Kir­che, über das aber fest­ge­stellt wird: Die­se Kir­che hat kei­ne Angst vor der Viel­falt, die sie in sich birgt, son­dern bringt sie zur Gel­tung, ohne sie zur Gleich­för­mig­keit zu zwin­gen.“ (IL Nr. 25) Ande­rer­seits wird aber auch fest­ge­hal­ten: Eben­so haben wir ent­deckt, dass es gemein­sa­me Fra­ge­stel­lun­gen gibt, auch wenn Syn­oda­li­tät in ver­schie­de­nen Tei­len der Welt auf­grund des gemein­sa­men Erbes der apos­to­li­schen Tra­di­ti­on unter­schied­lich erlebt und ver­stan­den wird.“ (IL Nr. 6)

Das aber ent­spricht auch unse­ren Erfah­run­gen, die wir vor dem Hin­ter­grund unse­res eige­nen Syn­oda­len Weges im Gespräch mit Chris­ten aus ande­ren Län­dern und Kon­ti­nen­ten gemacht haben: Es gibt einen Reich­tum an ver­schie­de­nen Ver­ste­hens- und Her­an­ge­hens­wei­sen, es gibt unter­schied­li­che Dis­kus­si­ons­stän­de und unter­schied­li­che orts­kirch­li­che Spe­zi­fi­ka, aber es gibt auch eine Viel­zahl von Fra­ge­stel­lun­gen, Anlie­gen und Pro­ble­men, die in nahe­zu allen Orts­kir­chen auf je eige­ne Wei­se geteilt wer­den. Dass die Kir­che welt­weit des Gesprächs dar­über bedarf, ist das zen­tra­le Anlie­gen die­ses Instru­men­tum laboris.

Wer nun aber dar­auf gewar­tet hat, dass das Instru­men­tum labo­ris und damit die Arbeits­pla­nung für die Syn­ode im Okto­ber 2023 die­se The­men benennt, auf­greift und sich mit ihnen im Ein­zel­nen befasst, sieht sich ent­täuscht. Es geht dem Gene­ral­se­kre­ta­ri­at dar­um, bei die­ser Ver­samm­lung zunächst auf der Meta-Ebe­ne zu blei­ben und sich mit der Fra­ge nach dem Wie“ von Syn­oda­li­tät zu befas­sen, noch nicht mit dem Wor­über“. Als The­men­aspek­te wer­den dafür die Aspek­te Gemein­schaft, Sen­dung und Teil­ha­be auf­ge­nom­men, unter denen sich das Wie“ von Syn­oda­li­tät kon­kre­ti­sie­ren soll. Dabei kann bei ober­fläch­li­cher Lek­tü­re der Ein­druck ent­ste­hen, Syn­oda­li­tät wür­de hier vor allem als eine Art gepfleg­ter Umgangs- und Gesprächs­stil in der Kir­che auf­ge­fasst. Bei nähe­rem Hin­se­hen aber wird deut­lich, dass auch das Instru­men­tum labo­ris getra­gen ist von dem Wunsch nach einer auch in ihren Insti­tu­tio­nen, Struk­tu­ren und Ver­fah­ren immer syn­oda­ler wer­den­den Kir­che, sodass ein Raum gebil­det wird, in dem die gemein­sa­me Tauf­wür­de und Mit­ver­ant­wor­tung in der Sen­dung nicht nur bekräf­tigt, son­dern auch aus­ge­übt und prak­ti­ziert wer­den.“ (IL Nr. 21) Die Fra­gen im Instru­men­tum labo­ris sind erstaun­lich kon­kret. Sie rich­ten sich vor allem auf das Wir­ken in der Welt, was zwei­fels­oh­ne wich­tig ist. Ohne eine Refle­xi­on die­ser Fra­gen nach innen, zumin­dest als christ­li­ches Zeug­nis, fehlt jedoch hier etwas.

Fragt man nach einem ers­ten Fazit, das sich aus Sicht der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land zu die­sem Sach­stand und zu die­sem Text zie­hen lässt, dann kön­nen viel­leicht drei Aspek­te fest­ge­hal­ten werden:

• In die Dis­kus­sio­nen um eine syn­oda­le­re Kir­che der Zukunft kön­nen die Erfah­run­gen, die auf dem Syn­oda­len Weg der Kir­che in Deutsch­land gesam­melt wur­den, gut ein­ge­bracht wer­den. Viel­leicht ist ja unse­re nüch­ter­ne und von außen zuwei­len als büro­kra­tisch auf­ge­fass­te Her­an­ge­hens­wei­se an die Syn­oda­li­tät ein guter und hilf­rei­cher Teil­aspekt im Gesamt der Welt­kir­che, die zur Ent­fal­tung eines syn­oda­len Geis­tes letzt­lich auch syn­oda­le Struk­tu­ren braucht.

• Ange­sichts der viel­fäl­ti­gen Erfah­run­gen, die im Rah­men die­ses Pro­zes­ses zusam­men­ge­tra­gen wer­den, ist es mehr als ange­ra­ten, sich die Rede von der Bedeu­tung des Zuhö­rens zu Her­zen zu neh­men und sich bestän­dig die Fra­ge zu stel­len, was wir von den ande­ren ler­nen kön­nen. Ein gewich­ti­ger Satz des Instru­men­tum labo­ris lau­tet: Als Kir­che des Zuhö­rens möch­te eine syn­oda­le Kir­che demü­tig sein, und sie weiß, dass sie um Ver­ge­bung bit­ten und viel dazu­ler­nen muss.“ (IL Nr. 23

• Auch wenn die Syn­ode Wert dar­auf legt, sich mit dem wich­ti­gen Wie“ von Syn­oda­li­tät zu befas­sen, soll­ten die welt­weit auf­kom­men­den The­men und Fra­gen – etwa nach der stär­ke­ren Betei­li­gung der Frau­en, der Zukunft des Pries­ter­be­rufs, dem an die Gemein­schaft rück­ge­bun­de­nen Umgang mit Auto­ri­tät oder der Wei­ter­ent­wick­lung der Sexu­al­leh­re – kei­nes­falls aus dem Blick gera­ten. Die­se The­men sind drän­gend und kön­nen von einer syn­oda­len Kir­che nicht mehr sehr lan­ge auf­ge­scho­ben werden.

Quel­le: DBK

Hin­weis:
Das Instru­men­tum labo­ris in deut­scher Spra­che und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Welt­syn­ode sind unter www​.dbk​.de auf der The­men­sei­te Bischofs­syn­ode Syn­oda­le Kir­che 2021 – 2024 verfügbar.

Weltsynode 2024
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20.06.2023: Instrumentum laboris - Arbeitsdokument zur Weltsynode

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