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Bistum

Der Glaube und seine Bedeutung für die Demokratie

Redaktion am 31.12.2021

211231 Jahresschlussandacht 2 Foto: NiederbayernTV

Mit einer nachdenklichen Besinnung auf die nötigen Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie hat Bischof Stefan Oster den Jahresabschluss im Passauer Dom gefeiert. Vor zahlreichen Gläubigen im Dom und Mitfeiernden über Fernsehen und Internet sagte der Bischof, dass die Betonung der Menschenwürde im Grundgesetz letztlich nicht ohne ihren christlichen Hintergrund verstehbar sei.

Oster nahm dabei Bezug auf das berühm­te Dik­tum des Ver­fas­sungs­recht­lers Ernst-Wolf­gang Böcken­för­de, nach dem ein frei­heit­li­cher, säku­la­ri­sier­ter Staat von Vor­aus­set­zun­gen lebe, die er selbst nicht garan­tie­ren kön­ne. Vor die­sem Hin­ter­grund ging der Bischof zunächst den Ursa­chen für zahl­rei­che Phä­no­me­ne in Gesell­schaft und Kir­che nach, die immer wie­der als spal­tend bezeich­net wer­den. Dies sei­en etwa die unter­schied­li­chen Ein­schät­zun­gen der Men­schen über den Umgang mit der Pan­de­mie und die Imp­fung, oder über die Fra­ge nach der Bewäl­ti­gung der Kli­ma- oder der Migra­ti­ons­kri­se oder auch die Fra­gen zur Gen­der­the­ma­tik. Beschleu­ni­gend für den Ein­druck von Spal­tung wirk­ten nach Ein­schät­zung des Bischofs zudem die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur in den Sozia­len Medi­en aber auch die Kri­se von Glau­ben und Kirche.

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Die genann­ten The­men wür­den deut­lich machen, dass dabei das grund­le­gen­de Ver­ständ­nis des Men­schen in Fra­ge ste­he, nach sei­ner Frei­heit und Wür­de und nach sei­nem Umgang mit der Schöp­fung. Und über alle­dem dro­hen die west­li­chen Gesell­schaf­ten aus­ein­an­der­zu­trei­ben, eben weil die gro­ßen, einst­mals von den meis­ten geteil­ten Grund­ori­en­tie­run­gen über unser Leben plötz­lich nicht mehr sta­bil sind“, so Oster.

Er ist der König der Welt, der König aller Wel­ten. Er ist der Sie­ger – der mit uns geht durch die Zeit, durch das neue kom­men­de Jahr und bis ans Ende der Zeit.”

Bischof Stefan

Der Bischof zeig­te danach auf, wel­ches ein­heits­stif­ten­de Hoff­nungs­po­ten­ti­al aber ein exis­ten­zi­ell geleb­ter christ­li­cher Glau­be habe. Gera­de gläu­bi­ge Men­schen könn­ten am tiefs­ten dia­log­be­reit sein, da ihnen die Lie­be zu jedem Men­schen, sogar zu den Fein­den auf­ge­tra­gen sei. Oster bezog sich dabei auch auf die jüngs­te Paps­ten­zy­kli­ka mit dem Titel Fratel­li tut­ti“: Die Weih­nachts­bot­schaft mache deut­lich, dass aus­nahms­los alle Men­schen Kin­der eines gelieb­ten Vater­got­tes und daher alle Geschwis­ter sei­en. Aus die­ser Iden­ti­tät könn­ten glau­ben­de Chris­ten einen ent­schei­den­den Bei­trag leis­ten, um Spal­tun­gen zu über­win­den. Abschlie­ßend rief Oster die Gläu­bi­gen dazu auf, im Neu­en Jahr ihr Tauf­ver­spre­chen erneut ein­zu­lö­sen und sich so auf den tie­fen inne­ren Grund zu stel­len, der die ech­te Geschwis­ter­lich­keit der Men­schen mög­lich mache.

Text: Susan­ne Schmidt

Die Jah­res­schluss­an­dacht wur­de von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger zusam­men mit Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruck­de­schel und dem Vokal­ensem­ble CAP­PEL­LA CATHE­DRA­LIS gestal­tet, gespielt wur­de unter ande­rem Motet­ten und Lie­der von H. Lawes, K. Wall­rath, A. Unterguggenberger.

In der Mediathek von NiederbayernTV können Sie sich den ganzen Gottesdienst ansehen:

Die Predigt zum Nachhören auf Soundcloud:

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