Weltkirche

Kardinal Marx kandidiert nicht mehr für DBK-Vorsitz

Armin Berger am 11.02.2020

2019 Marx Bischofskonferenz Archivbild2 pbp r geissler

Kardinal Reinhard Marx wird bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz bei der anstehenden Neuwahl des Vorsitzenden nicht für eine eventuelle zweite Amtszeit zur Verfügung stehen. Das geht aus einem Brief hervor, den er an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz geschrieben hat.

Die Früh­jahrs-Voll­ver­samm­lung der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz fin­det vom 2. bis 5. März 2020 in Mainz statt. Dabei ist auch die Wahl des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz vorgesehen.

Der amtie­ren­de Vor­sit­zen­de, Kar­di­nal Rein­hard Marx, hat aus die­sem Anlass einen Brief an die Mit­glie­der der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz geschrie­ben. Wört­lich heißt es in die­sem Brief:

Das Jahr 2020 schrei­tet vor­an und damit auch der Blick auf die Agen­da und die Ter­min­pla­nung für die­ses und das kom­men­de Jahr. Das gilt auch für die Ver­pflich­tun­gen des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. Ich fin­de es des­halb rich­tig, schon jetzt vor der Wahl des Vor­sit­zen­den in der Früh­jahrs-Voll­ver­samm­lung klar­zu­stel­len, dass ich für eine even­tu­el­le zwei­te Amts­zeit nicht zur Ver­fü­gung stehe.

Schon seit eini­ger Zeit steht das für mich fest. Mei­ne Über­le­gung ist, dass ich am Ende einer mög­li­chen zwei­ten Amts­zeit 72 Jah­re alt wäre, und dann auch das Ende mei­ner Auf­ga­be als Erz­bi­schof von Mün­chen und Frei­sing nahe sein wird. Ich fin­de, es soll­te die jün­ge­re Genera­ti­on an die Rei­he kom­men. Und viel­leicht ist es auch gut, wenn es häu­fi­ger einen Wech­sel in die­ser Auf­ga­be gibt. Ich habe das Amt des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz sehr ger­ne aus­ge­übt, aber alles hat sei­ne Zeit‘ (Kohe­let).

Selbst­ver­ständ­lich wer­de ich auch wei­ter­hin aktiv in der Bischofs­kon­fe­renz mit­ar­bei­ten und mich beson­ders enga­gie­ren für den Syn­oda­len Weg, der aus mei­ner Sicht gut gestar­tet ist. Zugleich möch­te ich jetzt auch wie­der stär­ker im Erz­bis­tum Mün­chen und Frei­sing prä­sent sein, gera­de in dem umfas­sen­den Stra­te­gie­pro­zess, den wir in die­sem Jahr begin­nen wollen.“

Ich habe das Amt des Vor­sit­zen­den der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz sehr ger­ne aus­ge­übt, aber alles hat sei­ne Zeit‘ (Kohe­let).”

Kardinal Reinhard Marx

Der Prä­si­dent des Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken (ZdK), Prof. Dr. Tho­mas Stern­berg, erklärt: 

Mit gro­ßem Bedau­ern und höchs­tem Respekt haben wir im Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken die Nach­richt auf­ge­nom­men, dass Kar­di­nal Rein­hard Marx nicht erneut für den Vor­sitz der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz (DBK) zur Ver­fü­gung steht. 

Ange­sichts sei­ner zahl­rei­chen Auf­ga­ben in der Welt­kir­che, ins­be­son­de­re in Bezug auf die Refor­men im Vati­kan, und in der Erz­diö­ze­se Mün­chen und Frei­sing, haben wir gro­ßes Ver­ständ­nis für sei­ne Argumentation. 

Kar­di­nal Marx hat groß­ar­ti­ges geleis­tet für die Rück­ge­win­nung von Ver­trau­en und Glaub­wür­dig­keit der katho­li­schen Kir­che. Er hat die Hoff­nung auf ein neu­es Bild der Kir­che in Deutsch­land verkörpert. 

Den Syn­oda­len Weg haben wir mit ihm in sehr ver­trau­ens­vol­ler Zusam­men­ar­beit vor­be­rei­tet und begon­nen. Auch damit ver­kör­pert er die Hoff­nung auf ein neu­es Bild der Kir­che in Deutschland. 

Auch als Erz­bi­schof von Mün­chen und Frei­sing wer­den wir mit ihm die­sen Weg wei­ter­ge­hen und freu­en uns wei­ter­hin auf ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit von Deut­scher Bischofs­kon­fe­renz und Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katholiken. 

Wir dan­ken Kar­di­nal Rein­hard Marx für sei­ne über­zeu­gen­den Akzent­set­zun­gen für eine öku­me­ni­sche und welt­zu­ge­wand­te Kir­che. Demo­kra­ti­sches Bewusst­sein und katho­li­sche Kir­che sind für ihn kei­ne Gegensätze.“

Quel­len: Pres­se­stel­le DBK, Pres­se­stel­le ZdK