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Bischof

Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen

Susanne Schmidt am 15.04.2022

220415 Karfreitag 16 Bild: Susanne Schmidt / pbp

Am Karfreitag versammelten sich viele Gläubige im Hohen Dom zu Passau, um gemeinsam mit Bischof Dr. Stefan Oster dem Leiden und Sterben Jesu Christi zu gedenken. In der Liturgie enthüllte Bischof Stefan das Kreuz und lud alle Gläubigen zur Kreuzverehrung sowie zum Gebet für Kirche und Welt ein.

Still wird die­ser Tag began­gen, sehr still. Nicht nur, dass die Geschäf­te geschlos­sen sind und ein Tanz­ver­bot besteht, auch die Orgel und die Kir­chen­glo­cken sind seit dem Glo­ria der Grün­don­ners­tags­mes­se ver­stummt. Am Kar­frei­tag geden­ken welt­weit Chris­ten des Kreu­zes­to­des Jesu Chris­ti. Zur Todes­stun­de des Got­tes­soh­nes um 15 Uhr geden­ken sie sei­nes Lei­dens und Ster­bens. So fei­er­ten auch in Pas­sau vie­le Gläu­bi­ge im Hohen Dom gemein­sam mit Bischof Ste­fan die Karfreitagsliturgie.

In sei­ner Pre­digt ging Bischof Ste­fan Oster den Fra­gen nach, ob Jesus eigent­lich gewusst habe, wel­ches Lei­den und wel­cher Tod auf ihn war­te und wie der Mensch authen­tisch wer­de. Oster zeig­te auf, dass Jesus in der Welt war — mit gan­zem Her­zen. Zugleich beton­te der Bischof: Wir spü­ren aber auch, dass er mit einem ande­ren Her­zen — ver­stan­den als die Mit­te der Per­son — unter­wegs ist.“ Auf die Fra­ge, was das Herz Jesu vom mensch­li­chen Her­zen unter­schei­de, mach­te der Bischof deut­lich, dass das der Men­schen ver­schie­de­ne Ver­wun­dun­gen, Stolz, weni­ger Authen­ti­zi­tät, den Wunsch, ande­ren zu gefal­len und gese­hen zu wer­den in sich tra­ge. Dies erken­ne er bei Jesus nicht. Grund dafür sei, dass Jesus ganz aus dem Vater lebe. Daher tue er immer das Rich­ti­ge — aus der Wahr­heit. Deut­lich sehe man dies in den Dia­lo­gen der Pas­si­on, in wel­chen er aus der Wahr­heit und aus der Lie­be spre­che, oder in den Schil­de­rung der Begeg­nung zwi­schen den Tem­pel­die­nern und Jesus: Die­se fühl­ten sich über­führt und konn­ten ihn nicht ohne Wei­te­res fest­neh­men, ergrif­fen davon, noch nie einen Men­schen so spre­chen gehört zu haben. Und bereits hier habe Jesus in aller Deut­lich­keit gespürt, was ihm ent­ge­gen­kommt“, so Bischof Stefan.

Wenn man nicht bereit ist, sich zu erge­ben, hält man die­se Gegen­wart nicht aus.”

Bischof Stefan
220415 Karfreitag 10 Bild: Susanne Schmidt / pbp

Wenn man nicht bereit ist, sich zu erge­ben, hält man die­se Gegen­wart nicht aus.“ Dar­aus erge­be sich nach Oster nur die Kon­se­quenz: ihn weg­ha­ben zu wol­len oder vor ihm nie­der­zu­fal­len und ihn anzu­be­ten. Und hier grei­fe die zwei­te Fra­ge nach dem Weg, ein authen­ti­scher Mensch zu wer­den. Das, was einen Men­schen authen­tisch macht, ist, wenn er in einer Wahr­heit steht, die grö­ßer ist als sein eige­nes Leben“, so der Bischof. Doch gehe es nicht dar­um, allein einer Erkennt­nis nach­zu­fol­gen, son­dern der Wahr­heit, die Chris­tus durch sein Leben und Ster­ben ver­kün­det hat: Wir Chris­ten ken­nen eine Wahr­heit, die uns lehrt, aus dem Vater zu leben, aus dem Nach­hau­se-geholt-sein, aus dem Bru­der und Schwes­ter Jesu sein und, mit Jesus den Vater anzu­be­ten. Dann wer­den wir nach und nach in der Wahr­heit ste­hen.“ Und so lud der Bischof ein, vor dem Kreuz zu beten, dass der Herr das Herz ver­än­de­re, damit ich ein authen­ti­scher Mensch wer­de, der aus der Wahr­heit lebt.“

Das, was einen Men­schen authen­tisch macht, ist, wenn er in einer Wahr­heit steht, die grö­ßer ist als sein eige­nes Leben”

Bischof Stefan

In der Lit­ur­gie des Kar­frei­tags haben die soge­nann­ten zehn gro­ßen Für­bit­ten, die im Anschluss an die Pas­si­ons­ge­schich­te gebe­tet wer­den, eine beson­de­re Bedeu­tung. Hier brin­gen die Gläu­bi­gen ihre Anlie­gen – aller­dings aus­führ­li­cher als in den sons­ti­gen Got­tes­diens­ten – vor Gott. In die­sem Jahr wur­de ange­sichts des Krie­ges in der Ukrai­ne eine Für­bit­te, für die Men­schen in der Ukrai­ne und in allen Kriegs­ge­bie­ten der Erde“ hin­zu­ge­nom­men. So bete­ten die Gläu­bi­gen: Ret­te in unse­ren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg.“

Danach schloss sich die Kreu­z­ent­hül­lung an. Bischof Oster ent­hüll­te das Kreuz in meh­re­ren Schrit­ten, beglei­tet vom Gebets­ruf: Seht das Kreuz, an dem der Herr gehan­gen, das Heil der Welt.“ Anschlie­ßend ver­ehr­te der Bischof gemein­sam mit dem lit­ur­gi­schen Dienst das Kreuz mit einem Knie­fall. Die anwe­sen­den Gläu­bi­gen schlos­sen sich die­ser Ver­eh­rung an. Nach der Kom­mu­nion­fei­er been­de­te Bischof Ste­fan mit einem Segens­ge­bet die Kar­frei­tags­lit­ur­gie. Vie­le Gläu­bi­gen kamen im Anschluss vor das auf­ge­stell­te Kreuz am Altar und ver­ehr­ten es durch eine Knie­beu­ge oder stil­les Gebet.

Hier können Sie sich die ganze Predigt anhören:

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