Bischof

Keine Scheu vor heißen Eisen

Thomas König am 08.05.2019

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Großen Zulaufs hat sich das Angebot des Referats Männerseelsorge im Bistum Passau erfreut, mit Bischof Dr. Stefan Oster offen über brennende Fragen rund um Glauben und Kirche zu diskutieren.

Über 30 Inter­es­sier­te aus der gan­zen Diö­ze­se tra­fen sich zu der Run­de im Kol­ping­haus in Pfarr­kir­chen, in der durch­aus hei­ße Eisen ange­fasst wur­den. Bischof Oster ver­tei­dig­te bei­spiels­wei­se sei­nen unver­rück­ba­ren Stand­punkt zum Aus­schluss wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner vom Emp­fang der Kom­mu­ni­on. Es gibt Gren­zen“, beton­te der Pas­sau­er Ober­hir­te zu die­sem Themenkomplex.

Das ist über­haupt nicht ein­fach“, schick­te Oster dem Dis­put über die­se Pro­ble­ma­tik vor­aus, die offen­bar vie­le Ange­hö­ri­ge der Kir­che beschäf­tigt. Eucha­ris­tie ist die hei­ligs­te Hand­lung der Welt – am hei­ligs­ten Ort der Welt“, unter­strich der Bischof und ver­wies auf die Hoch­zeit Jesu mit sei­ner Schöp­fung. An die­sem Geheim­nis teil­zu­neh­men, sei der Mensch ein­ge­la­den. In der sakra­men­ta­len Ehe sei der Herr der Drit­te im Bun­de, und er blei­be dabei. Das bedeu­tet Sakra­ment“, hob Oster her­vor, um die Unaus­lösch­lich­keit der Ehe zu unter­mau­ern, und wünsch­te sich, dies von innen her zu verstehen.

Auf Kri­tik aus der Zuhö­rer­schaft, dass Ehe­bruch sozu­sa­gen die ein­zi­ge Sün­de sei, die von der Kir­che kon­trol­liert“ wer­de, erwi­der­te der Bischof, Reue bei die­ser Ver­feh­lung bedeu­te, zurück zu gehen. Dar­um kennt die Kir­che Tren­nung von Tisch und Bett“, füg­te Oster hin­zu und ver­wies auf die Schrift von Papst Fran­zis­kus mit dem Titel Amo­ris lae­ti­tia“ – latei­nisch für Die Freu­de der Lie­be“ – aus dem Jahr 2016, wor­in die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on weder expli­zit befür­wor­tet noch aus­ge­schlos­sen wird. Ein Mit­glied der Män­ner­run­de mahn­te an, dass im Zuge der Neuevan­ge­li­sie­rung der Kir­che genau über die­se The­men gere­det wer­den müsse.

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Kei­ne Ant­wor­ten auf die Fra­gen an den Bischof blieb Dr. Ste­fan Oster (r.) – hier im Bild mit Mode­ra­tor Kon­rad Haber­ger – bei der Ver­an­stal­tung schuldig. 

Ein Teil­neh­mer an der Ver­an­stal­tung ging sogar noch einen Schritt wei­ter und for­mu­lier­te einen Appell an den Bischof: Sie müs­sen Rebell wer­den in der Insti­tu­ti­on Kir­che.“ Auf mor­bi­den Boden kön­ne man kein neu­es Haus bau­en, bekam Oster zu hören – auch ver­bun­den mit dem Hin­weis, dass die Jugend der Kir­che gegen­wär­tig nahe­zu kom­plett fern­blei­be. Ein evan­ge­lisch-luthe­ri­scher Christ, des­sen fami­liä­res Umfeld nach eige­nen Anga­ben eher katho­lisch geprägt ist, emp­fand es als gene­rell scha­de, dass durch ein Aus­schlie­ßen von Men­schen und durch die Sym­bo­lik dabei viel ver­lo­ren gehe. Oster gab zu beden­ken, dass die evan­ge­li­schen Mit­brü­der all die­se The­men abge­räumt hät­ten und trotz­dem die Auf­lö­sungs­er­schei­nun­gen dort grö­ßer sei­en als in der katho­li­schen Kirche.

Auf die Fra­ge eines besorg­ten Man­nes, was man tun kön­ne, um die Ten­denz, dass Glau­be und Reli­gio­si­tät ver­duns­ten, zu stop­pen, gestand der Bischof ein, dass die Kir­che den Gläu­bi­gen jahr­zehn­te­lang nicht gehol­fen habe zu sagen, was Glau­be ist. Osters Appell: Sei­en wir sprach­fä­hig, weil wir was im Her­zen tra­gen.“ Ein ande­rer Teil­neh­mer ver­trat die Ansicht, dass der Weg in die Lie­be Got­tes und in die Nächs­ten­lie­be nur über das Gebet füh­re. Sei­ne Auf­for­de­rung: Leu­te, wir müs­sen mehr beten.“ Ein wei­te­rer Mann aus dem Gesprächs­kreis zeig­te sich davon über­zeugt, dass die Spur zum Glau­ben nur über das Tun, das Enga­ge­ment in der Kir­che und ihren Ein­rich­tun­gen, erkenn­bar sei. Den Kin­dern gegen­über Vor­bild zu sein, sah ein ande­rer Wort­füh­rer als Schlüs­sel zu deren Rück­kehr in die Kir­che, auch wenn sie sich zwi­schen­zeit­lich von ihr ent­fernt hätten.

Den gan­zen Arti­kel lesen Sie im aktu­el­len Pas­sau­er Bistumsblatt!

Text und Foto: Bern­hard Brunner