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Soziales

Verbundenheit aufrecht erhalten

Pressemeldung am 22.05.2020

Landvolkshochschule Palmsonntag info-icon-20px Foto: Landvolkshochschule

Das Team der Landvolkshochschule Niederalteich zeigt viel Kreativität beim Umgang mit der Krise und setzt auf unterschiedliche mediale Formate, um Begegnung zu ermöglichen

Alles wirk­li­che Leben ist Begeg­nung.“ Die­ser Satz stammt von dem Phi­lo­so­phen Mar­tin Buber. Das Zitat könn­te man als Mar­ken­zei­chen für die Land­volks­hoch­schu­len (LVHS) sehen. Hier gibt es die nöti­ge Grund­aus­stat­tung und pas­sen­de Räum­lich­kei­ten, um es den Men­schen zu ermög­li­chen, sich über gemein­sa­me The­men per­sön­lich vor Ort aus­zu­tau­schen – sich zu begeg­nen. Genau das ist aber seit Beginn der Coro­na-Kri­se nur noch ein­ge­schränkt erlaubt.

Dank der fort­ge­schrit­te­nen Digi­ta­li­sie­rung ist es in unse­rem Land zwar mach­bar, auch über die Medi­en Begeg­nung auf Distanz zu erle­ben – Video­kon­fe­ren­zen, Han­dy, Mails etc. Das ist auch für die LHVS Nie­der­al­teich sehr hilf­reich und prak­tisch. Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ermög­licht vie­le gera­de in die­ser Zeit not­wen­di­ge Abstim­mungs­pro­zes­se, die Wei­ter­ga­be von Infor­ma­tio­nen, den Aus­tausch zwi­schen Kol­le­gen etc.

Aber eine Bil­dungs­wo­che für Senio­ren lässt sich schwer­lich in Form eines Webi­nars durch­füh­ren, und auch kei­ne Pil­ger­wan­de­rung. Da das Haus Mit­te März schlie­ßen muss­te, wur­den fast alle Kur­se aus dem Pro­gramm abgesagt. 

Das Team der LVHS Nie­der­al­teich hat sich Gedan­ken gemacht, wie das Gefühl der Ver­bun­den­heit, der Gemein­schaft, des anein­an­der Den­kens auch in die­sen Zei­ten her­ge­stellt wer­den kann. Wir möch­ten die Men­schen spü­ren las­sen, dass wir wei­ter­hin für sie da sind, auch wenn unser Haus geschlos­sen ist“, da sind sich die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter einig. 

Bereits zur Osterzeit hat sich das Haus dazu etwas einfallen lassen.

Von Palm­sonn­tag bis Oster­mon­tag wur­den Audio­an­dach­ten gestal­tet. Ste­pha­nie Sell­mayr und Eli­sa­beth Simon haben Tex­te in der Kapel­le der LVHS auf­ge­nom­men, musi­ka­lisch unter­stützt von Fra­ter Sym­e­on-Maria vom Klos­ter St. Mau­ri­ti­us Nie­der­al­taich. Die­se Auf­nah­men wur­den als Audio­da­tei auf die Home­page gestellt. Wer glaubt, ist nie allein!“, zitier­ten Eli­sa­beth Simon und Ste­pha­nie Sell­mayr das Mot­to des Bis­tums. Sie woll­ten mit den Auf­nah­men eine Mög­lich­keit bie­ten, dass sich die Men­schen auch in die­sen Zei­ten im Gebet ver­bun­den füh­len. Auch für die Pfingst­ta­ge wer­den gera­de wei­te­re Ange­bo­te vor­be­rei­tet, ganz im Sin­ne von Löscht den Geist nicht aus!“

Eli­sa­beth Emlin­ger und Annet­te Plank haben sich etwas für die jun­gen Fami­li­en in Nie­der­al­teich ein­fal­len las­sen. Wenn die Men­schen nicht mehr zu uns in die LVHS kom­men kön­nen, dann brin­gen wir die Bil­dung zu den Men­schen“, waren sich die bei­den einig und haben kos­ten­lo­se Bas­tel­sets her­ge­rich­tet. Die Bas­tel­sets bestan­den aus Natur­ma­te­ria­li­en mit Anlei­tun­gen zum Bas­teln, Rät­seln und Spiel­ideen für die Oster­zeit. Über 100 sol­che Sets rich­te­ten die bei­den her. Vie­le Fami­li­en kamen bei dem wun­der­schö­nen Wet­ter mit dem Rad vor­bei oder ver­ban­den das Abho­len der Sets mit einem Spa­zier­gang. Eini­ge Päck­chen wur­den auch mit dem Rad aus­ge­fah­ren. Eine wun­der­vol­le Idee, auf die­se Art und Wei­se das Oster­fest in die­ser Zeit in die Häu­ser zu brin­gen“, schrieb ein Fami­li­en­va­ter in einer der vie­len Mails, die in der LVHS ein­gin­gen.

In der ver­gan­ge­nen Woche hat das Team der LVHS begon­nen, einen Impuls an die Tages­zei­tung zu schi­cken. In Zusam­men­ar­beit mit dem Klos­ter wird in den nächs­ten Wochen ein­mal pro Woche ein Impuls aus Nie­der­al­teich erschei­nen. Nach­ge­dacht wird auch über einen Foto­wett­be­werb im Som­mer und wei­te­ren Aktio­nen, an deren Umset­zung gera­de gear­bei­tet wird.

So gibt es ver­schie­de­ne Wege, um mit den Men­schen auch in die­sen Zei­ten in Ver­bin­dung zu blei­ben. All die­se Aktio­nen erset­zen aber nicht die Begeg­nun­gen, die sonst hier statt­fin­den, aber sie schaf­fen den­noch Ver­bin­dung.

Auch wenn das Haus – unter wel­chen Auf­la­gen auch immer – irgend­wann wie­der öff­nen darf, wer­den die Men­schen wohl nicht gleich in gewohn­ter Wei­se die Ange­bo­te der LVHS nut­zen wie vor März 2020. Es wird eine Zeit dau­ern, aber viel­leicht wird dann die per­sön­li­che Begeg­nung noch mehr geschätzt.

Die Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen aus Küche, Haus­wirt­schaft und die Haus­meis­ter haben die letz­ten Wochen genutzt, um das Haus wie­der auf Vor­der­mann zu brin­gen: anste­hen­de Repa­ra­tur- und Rei­ni­gungs­ar­bei­ten wur­den durch­ge­führt. Das Haus möch­te, wenn es die Poli­tik wie­der zulässt, jeder­zeit start­klar sein.

Das päd­ago­gi­sche Team arbei­tet in die­sen Wochen enga­giert an einem neu­en Pro­gramm für das Jahr 2021. Zusam­men mit den Refe­ren­ten und Refe­ren­tin­nen wer­den bewähr­te For­ma­te über­prüft und neue Ange­bo­te geschaf­fen. Der Umgang in der Begeg­nung wird sicher eine Zeit­lang eine wich­ti­ge Her­aus­for­de­rung blei­ben. Das Ein­hal­ten von Min­dest­ab­stän­den und stren­gen Hygie­ne­re­geln, das Tra­gen von Mas­ken: Die­se Maß­nah­men wer­den wir ver­mut­lich noch eine Zeit­lang bei­be­hal­ten müs­sen. Aber alles wirk­li­che Leben ist Begeg­nung“, dar­an ändert auch ein Virus nichts.

Text: Annet­te Plank