Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Zahlreiche Gläubige haben mit dem Pontifikalamt zum Ostersonntag und zuvor in der Osternacht mit Bischof Stefan Oster SDB im Passauer Stephansdom das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Der Gottesdienst schloss traditionell mit der Speisenweihe und mit dem Risus Paschalis, dem Osterlachen, ab.
Das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Weltweit wird der Sieg des Lebens über den Tod von Christen gefeiert. Im Passauer Stephansdom hat Bischof Stefan Oster nach der Feier der Osternacht tags darauf traditionell das Hochamt zelebriert, das zahlreiche Gläubige mitgefeiert haben. Sehr zur Freude des Bischofs, der sie alle zu Beginn begrüßte: „Wir glauben, dass am historischen Ostermorgen alles neu geworden ist.“ In dieser besonderen Osterliturgie werde die Auferstehung Jesu Christi jedes Jahr gefeiert. „Der Tod hat nicht das letzte Wort. Und dafür wollen wir Gott danken.“
Er will auch dein Auferstandener werden!
In seiner Predigt zum Ostersonntag 2026 im Passauer Stephansdom ging Bischof Stefan Oster SDB zuerst auf das viel bekannte Grabtuch von Turin ein, in dem das Antlitz Jesu Christi eingeprägt sei. „Ich persönlich glaube, dass es ein authentisches Zeugnis des Auferstandenen ist, der in einem Moment gewaltiger Lebensenergie dieses Bild in dieses Tuch eingeprägt hat.“ Das Grabtuch sei aber weit mehr als Wissenschaft, so der Bischof. „Das andere ist es, sich persönlich nahe gehen zu lassen und es wahrzunehmen als eine echte Ikone der Christenheit – vielleicht, wenn es echt ist. Die wichtigste Ikone der Christenheit als Zeugnis des Auferstandenen!“
Es sei wichtig, sich als gläubiger Mensch von Christus berühren zu lassen und ein gläubiges Leben zu entfalten. „Es geht darum, dass es eine persönliche Aneignung wird: Mein Auferstandener und unser gemeinschaftlicher Auferstandener als Gemeinschaft.“ Bestes Beispiel, so Bischof Oster, sei Maria von Magdala, die dem auferstandenen Christus im leeren Grab zuerst begegnet war und den sie, nachdem er sie angesprochen hatte, erkannt hatte. So wie sie sollten auch wir uns von ihm angesprochen fühlen und ihn erkennen.
„Also der erste Schritt: Das Licht aus der Höhle, aus dem Dunklen, aus dem Tod. Der zweite Schritt: Die Suche, die Hinwendung (…). Lasse ich mich darauf ein, glaube ich? Der dritte Schritt: Ich werde wirklich berührt und spüre, ich bin gemeint.“ Mit diesem Sich-berühren-lassen sei aber kein Festhalten an Christus gemeint, betonte er. Sein Geschenk an uns lasse sich nicht wie ein Gegenstand oder eine Ikone konservieren. „Es will in uns Leben werden. Es will in uns Zeugnis werden. Deswegen der vierte Schritt: Sie (Maria von Magdala, Anm. d. Red.) läuft zu den Brüdern und erzählt ihnen, was ihr passiert ist: Er lebt, er lebt!“
Die Gaben Gottes würden stets mehr, wenn wir sie teilen und Zeugnis ablegen würden – und wenn wir uns mit ihnen zur Verfügung stellen würden. Unser Zeugnis sei das neue Leben der Christen, so der Bischof. „Dann kommt auch durch unser eigenes Zeugnis das Licht, selbst wenn wir alt werden und dem Sterben entgegengehen.“ Wenn man das Licht des Auferstandenen in sich trage, gehe es auch von einem selbst aus, betonte er. Wesentlich sei die Frage, wie uns der Herr in der Welt begegne. „Immer wieder lässt er uns Momente erleben, wo wir uns direkt und persönlich angesprochen fühlen. Und dann, liebe Schwestern und Brüder, erzählen wir einander! Und erzählen wir denen, die nicht da sind: Jesus lebt! Halleluja!“
Die Predigt als Video auf YouTube
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Speisenweihe und Risus Paschalis
Musikalisch wurde das Hochamt zum Ostersonntag von Domchor, Solisten und Domorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger mit der Messe in C‑Dur D 452 von Johann Friedrich Schubert und Domorganist Ludwig Ruckdeschel an der Orgel umrahmt. Ihnen sowie allen, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hatten, galt schließlich der Dank des Bischofs.
Traditioneller Abschluss war die Speisenweihe und der „Risus Paschalis“. Mit seinem Osterwitz bzw. Osterlachen hat der Bischof auch heuer wieder für Erheiterung gesorgt — sowohl in der Osternacht als auch am Ostersonntag -, bevor er den Gläubigen den Segen erteilte.
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Osternacht: Was will der Auferstandene von uns?
In seiner Predigt in der Osternacht 2026 im Passauer Stephansdom ging Bischof Stefan Oster SDB der Frage nach, was der auferstandene Jesus Christus von uns Gläubigen erwartet. „Alles hängt an ihm. Aber er hat alles getan. An uns ist es, Antwort zu geben. Das neue Leben, das in uns schon da ist, mit seiner Hilfe, mit seinem Geist wirksam werden zu lassen.“ Die ganze Heilsgeschichte laufe auf die Auferstehung zu und das, was danach komme, so der Bischof. Durch den Glauben an ihn würden wir zum Gottes Volk und zu Christus gehören, die feiern und glauben, dass er lebt. „Ich hoffe, Sie können gestärkt hinausgehen und sagen: Er lebt!“



