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Das glauben wir

Mission not impossible!

Stefanie Hintermayr am 17.01.2020

200119 Predigt Kirchgessner title info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr

Wir sind getauft, gefirmt, gesendet. Als Christen haben wir eine Mission und sind eine Mission. Nur, wenn wir diese Mission leben, kann es am großen Leuchter Kirche wieder heller werden. Mehr dazu von Domvikar Dr. Bernhard Kirchgessner, Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses Spectrum Kirche Passau, in seiner Predigt zum 2. Sonntag um kirchlichen Jahreskreis am 19. Januar 2020.

Wo einst die Deut­schen Kai­ser gekrönt wur­den, in St. Bar­tho­lo­mä­us in Frank­furt am Main, tagt dem­nächst die sog. Syn­odal­ver­samm­lung, die sich aus jenen Bischö­fen, Pries­tern, Frau­en und Män­nern zusam­men­setzt, die offi­zi­ell am syn­oda­len Weg betei­ligt sind. Die­ser Weg war nach Ver­öf­fent­li­chung der Miss­brauchs-stu­die von der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und vom Zen­tral­rat der Deut­schen Katho­li­ken ein­ge­schla­gen und am 1. Dezem­ber offi­zi­ell begon­nen wur­den. Diver­se Stel­lung­nah­men und Ver­öf­fent­li­chun­gen von Bischö­fen wie kirch­li­chen Gre­mi­en erwe­cken der­zeit den Ein­druck, dass nicht weni­ge im syn­oda­len Weg die Stun­de gekom­men sehen, um ihre Eigen­in­ter­es­sen durch­zu­set­zen. Doch genau dar­um soll­te es beim syn­oda­len Weg nicht gehen. Wor­um geht es dann? Es geht in die­ser Kri­sen-stun­de der Kir­che, in der die einen am liebs­ten alle Tra­di­tio­nen über Bord wer­fen und die ande­ren die Zügel ger­ne fes­ter anzie­hen wür­den, um ein gemein­sa­mes Rin­gen und Beten um die Erkennt­nis des Wil­lens Got­tes, um die Fra­ge, wie wir als Chris­ten leben soll­ten, damit Got­tes Lie­be durch uns in die Welt schei­nen kann. 

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Aus die­sem Grun­de hat Papst Fran­zis­kus in einem ein­zig­ar­ti­gen Schritt der Kir­che in Deutsch­land einen Brief geschrie­ben und dar­in das Leit­kri­te­ri­um für den syn­oda­len Weg benannt, es lau­tet Evan­ge­li­sie­rung. Das, so zitiert er einen sei­ner Vor­gän­ger, Papst Paul VI., sei die eigent­li­che und wesent­li­che Sen­dung der Kir­che. Der Vor­rang der Evan­ge­li­sie­rung sei vor allen ande­ren Fra­gen zurück­zu­ge­win­nen, um die Zukunft mit Ver­trau­en und Hoff­nung“ in den Blick neh­men zu können.

Was heißt das im Klar­text? Es bedeu­tet, dass wir alle den Schal­ter umle­gen müs­sen. Wir vom Wohl­stand und vom Geld ver­wöhn­ten Deut­schen, schie­ben ger­ne vie­les an ande­re ab: Für die Erzie­hung der Kin­der sind Kin­der­gar­ten und Schu­le zustän­dig, für die reli­giö­se Unter­wei­sung der Reli­gi­ons­un­ter­richt, für alle sozia­len Fra­gen der Staat, für die Beer­di­gung der Pfar­rer — und wir sehen zuse­hends deut­li­cher, dass das heu­te nicht mehr funk­tio­niert. Wir kön­nen nicht ein­fach unse­re Eigen­ver­ant­wor­tung an ande­re mit dem Hin­weis dele­gie­ren, man zah­le ja auch dafür. Wir sind selbst ver­ant­wort­lich und wir haben einen Auf­trag, reli­gi­ös for­mu­liert: wir haben eine Mis­si­on. Ja, wir sind eine Mis­si­on. Sie und ich sind eine leben­di­ge Mission.

Wie ist das zu ver­ste­hen? Stel­len Sie sich einen gro­ßen Leuch­ter mit vie­len Ker­zen in einem dunk­len Raum vor. Wenn alle Ker­zen bren­nen, erstrahlt der Raum in hel­lem Lich­ter­kranz. Wenn aber immer mehr Ker­zen erlö­schen, wird es zuse­hends dunk­ler, bis es schluss­end­lich zap­pen­dus­ter wird. Da hilft auch kein Ver­weis auf die Ker­zen neben mir, mit der Aus­re­de: Die sind ja auch schon erlo­schen. Nein, wenn ich mei­ne Mis­si­on nicht erfül­le, wenn ich selbst kei­ne Mis­si­on mehr bin – wobei es nicht um Per­fek­ti­on, son­dern um unser ehr­li­ches Bemü­hen geht– dann fällt am gro­ßen Lich­ter­kranz der Kir­che ein wich­ti­ges Licht aus, dann kann Got­tes Bot­schaft nicht mehr durch mich aus­strah­len und ande­ren den Weg weisen.

Mal ganz ehr­lich: Wie ger­ne glän­zen wir in der Öffent­lich­keit und hal­ten uns zuwei­len für ein gro­ßes Licht. Nur in punc­to Glau­be mei­nen vie­le, dunk­len Tun­nel spie­len zu müs­sen. Daher noch­mals: Legen wir den Schal­ter um. Wir sind getauft, gefirmt, gesen­det; wir haben eine Mis­si­on, wir sind eine Mis­si­on. Leben wir die­se Mis­si­on, geben wir Zeug­nis davon, wie sehr Gott den Men­schen liebt, dann kann es am gro­ßen Leuch­ter Kir­che wie­der hel­ler und in unse­rer Gesell­schaft auch wie­der wär­mer werden.

Dom­vi­kar Dr. Bern­hard Kirchgessner

Lei­ter Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kir­che Passau