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Pectorale für Bischof Dr. Stefan Oster


Zum Pectorale für Bischof Dr. Stefan Oster

 

 

GEHEIMNIS DES  GLAUBENS:
DEINEN TOD, OH HERR, VERKÜNDEN WIR, DEINE AUFERSTEHUNG PREISEN WIR, BIS DU KOMMST IN HERRLICHKEIT.

 

Das Kreuz, universelles Zeichen der Christen, ist Marterinstrument und  Siegeszeichen zugleich. Mir selbst fällt es schwer, beide Aspekte, beide Seiten, zugleich zu sehen. Darin berührt mich die Passions- und Osterliturgie. Der Karfreitag ist so tragisch wie der Ostersonntag freudig ist.

Die "zwei Seiten" des MYSTERIUM FIDEI waren der Ausgangspunkt meiner gestalterischen Überlegung.
Die eine, ich nenne sie Freitagsseite, ist kantig, kristallin. Mit ihren lastenden und ungleich schiefen Winkeln ist sie ein Bild für die Tragik des Karfreitags aber auch das "ungerade" an uns Menschen.
Die fünf Teile mit ihren Firsten stehen für die Wundmale, unter ihnen ist die Lanzenwunde in der Mitte durch den senkrechten First herausgehoben.

Auf der anderen, der Sonntagsseite, ist die Form flächig und ruhig. Sie trägt in goldenen griechischen Buchstaben das Christogramm IC XC NI K A, Jesus Christus Sieger, eine in Ost- und Westkirche von Alters her in Kreuzform gesetzte Formel für die Gewissheit der Auferstehung.

Der Mittelteil, von der Freitagsseite aus die Herzwunde, wird auf der Sonntagsseite zu einer kleinen goldenen Kammer, Zeichen für das Leere Grab.

Das Pectorale für Bischof Dr. Stefan Oster soll nicht zwei Kreuze in einem sein, sondern ein Kreuz mit zwei Seiten. Der Situation oder dem liturgischen Anlass gemäss wird einer der beiden Aspekte betrachtet, der andere ist dabei stets verborgen gegenwärtig.
Kreuz und Kette sind aus geschwärztem Silber 925/°° °gefertigt, das teilweise vergoldet wurde.

 

Johannes Borst