Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Bistum

Der Blick Mariens spendet Trost

Monika Zieringer am 19.06.2022

220618 Mariahilf Vortragsabend1 Foto: Monika Zieringer / pbp

Ganz im Zeichen der 400jährigen Geschichte des Gnadenbildes Mariahilf ob Passau stand der Samstagabend im Rahmen der Maria-Hilf-Woche im Bistum Passau. Schon beim Pontifikalgottesdienst sagte Bischof Stefan, dass nach Jesus „Maria der freieste Mensch ist, der je gelebt hat“.

Maria füh­re die Men­schen direkt zu Jesus und das sei auch auf dem berühm­ten Gna­den­bild zu sehen, des­sen Repro­duk­tio­nen sich von Pas­sau in vie­le Län­der ver­brei­tet haben. Im Anschluss an den Pon­ti­fi­k­al­got­tes­dienst gab die Archiv­di­rek­to­rin des Bis­tums, Dr. Han­ne­lo­re Putz, einen tie­fen Ein­blick in die beweg­te Geschich­te der 400jährigen Wall­fahrts­ge­schich­te von Maria­hilf, die im Jahr 1611 beginnt. Damals besuch­te der Pas­sau­er Bischof Leo­pold den säch­si­schen Kur­fürs­ten in Dres­den. Dort erhielt er als Gast­ge­schenk ein Mari­en­bild, das der berühm­te Maler Lukas Cra­nach d.Ä. knapp ein Jahr­hun­dert zuvor gemalt hat­te. Das Bild betont in beson­de­rer Wei­se die mensch­li­che Sei­te des Mut­ter-Kind-Ver­hält­nis­ses“, so Dr. Putz. Mit bei­den Armen umfasst Maria den Kna­ben, der ihr zuge­wandt ist – die inni­ge Umar­mung und die zar­te Berüh­rung der Wan­gen bil­den den Kern der Dar­stel­lung. Aber Maria blickt nicht zum Kind, son­dern aus dem Bild her­aus. Auf die­se Wei­se nimmt sie jeden ein­zel­nen Gläu­bi­gen in ihre müt­ter­li­chen Arme“, so Dr. Putz. Bischof Leo­pold brach­te das Gemäl­de nach Pas­sau. Eine wei­te­re zen­tra­le Rol­le in der Geschich­te des Gna­den­bil­des spielt Dom­de­kan Mar­quard von Schwen­di, der das Bild in Pas­sau sieht. Er bete­te häu­fig vor dem Gemäl­de und spür­te, wie sehr ihn der Blick Mari­ens trös­te­te. Mar­quard von Schwen­di bat dar­auf­hin Bischof Leo­pold, sich für sei­ne per­sön­li­che Andacht von einem Maler Kopien anfer­ti­gen las­sen zu dürfen.“

Dazu kam, dass Mar­quard von Schwen­di — wie auch ande­re auf dem Maria­hilfberg — Visio­nen wahr­nahm. In Gebet und geist­li­chem Gespräch erkann­te er, dass er das von ihm ver­ehr­te Gna­den­bild in einer klei­nen Kapel­le zur öffent­li­chen Ver­eh­rung dar­stel­len soll­te. Das war im Jahr 1622 und schon bald kamen vie­le Men­schen und es ereig­ne­ten sich ers­te Gebets­er­hö­run­gen und Wun­der“, so Dr. Putz. 1624 begann Mar­quard von Schwen­di dar­auf­hin mit dem Bau der heu­ti­gen Maria­hilf­kir­che, 1627 wur­de sie ein­ge­weiht. Mar­quard von Schwen­di war es auch, der dem Gemäl­de den Titel Maria Hilf!“ zueig­ne­te. In Pas­sau Maria­hilf liegt damit der Ursprung und Aus­gangs­ort der Ver­eh­rung des Gna­den­bil­des Maria Hilf“, das von hier sei­nen Weg durch ganz Euro­pa fin­det. Allein in den baye­ri­schen Diö­ze­sen gibt es 53 Gemäl­de, die als Gna­den­bild ver­ehrt wer­den. Vie­le zig­tau­sen­de Wall­fah­re­rin­nen und Wall­fah­rer kamen seit­dem Jahr für Jahr nach Maria­hilf ob Pas­sau, um ihre Nöte und Sor­gen vor die Got­tes­mut­ter zu tra­gen. Bis 1803 betreu­ten die Kapu­zi­ner die Wall­fahrt, nach dem Säku­la­ri­sa­ti­ons­bruch waren zunächst Welt­geist­li­che für die Betreu­ung zustän­dig, seit 1890 und bis 2002 wie­der­um Kapu­zi­ner. Seit nun­mehr 20 Jah­ren betreu­en die Pau­li­ner die Wall­fahrts­kir­che Mariahilf.

Maria-Hilf-Woche 2022

Die Maria-Hilf-Woche 2022 des Bistums Passau ist bereits die siebte Festwoche zu Ehren der Gottesmutter. Bischof Dr. Stefan Oster SDB hat die Maria-Hilf-Woche am 17. Juni in der Pfarrkirche Christus unser König in Ruhstorf a. d. Rott feierlich eröffnet. Die Festwoche dauert bis 25. Juni. Hier finden Sie alle Berichte zu den Einzelveranstaltungen.