Bistum

75 Jahre Diözesanbauamt Passau

Redaktion am 19.07.2023

Bp BB 75 Jahre Dioezesanbauamt Ausstellung PA 14 07 2023 26 Foto: Bernhard Brunner
Passend zum Thema Bauen war der Ausstellungsbereich durch ein sogenanntes Flatterband abgesperrt, das Bischof Dr. Stefan Oster (vorn/2.v.r.) im Beisein von Passaus Bürgermeister Armin Dickl (r.) sowie Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek (v.l.) und Kirchenpflegerin Edeltraud Plattner vor den Augen von (hinten v.l.) Kunstreferent Alois Brunner und Bischöflichem Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner durchschnitt.

Ein modernes Format für ein Jubiläum in altehrwürdigen Gemäuern haben die Organisatoren zur Eröffnung der Ausstellung „Kirche baut?! – Orte bereiten für den Glauben und das Leben“ zum 75-jährigen Bestehen des Diözesanbauamtes am 14.07.2023 gewählt.

Anstel­le von lan­gen Anspra­chen gab es Inter­views mit den Ver­ant­wort­li­chen, allen vor­an Bischof Dr. Ste­fan Oster und Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek. Unse­re Auf­ga­be, auch im Mit­ein­an­der, ist es gewis­ser­ma­ßen, den Sinn für den Him­mel zu öff­nen“, bekun­de­te Oster.

Dafür zu sor­gen, dass Räu­me des Gebe­tes Räu­me des Gebe­tes blei­ben“, skiz­zier­te der Bischof als Ver­pflich­tung für alle Men­schen. Auf die von Wolf­gang-Chris­ti­an Bay­er vom Medi­en-Refe­rat der Diö­ze­se gestell­te Fra­ge nach den für ihn ein­drucks­volls­ten Kir­chen im Bis­tum nann­te Oster die Pfarr­kir­che Fürs­ten­zell, Dom des Rot­tals“, und die Pas­sau­er Stadt­pfarr­kir­che St. Paul, nicht zuletzt die Gna­den­ka­pel­le in Alt­öt­ting und die Wall­fahrts­kir­che Pas­sau-Maria­hilf, mit denen er sich vor allem auf­grund sei­ner maria­ni­schen Orden­s­prä­gung beson­ders ver­bun­den fühle.

Das Mit­ein­an­der von Alt und Neu ist dort groß­ar­tig gelungen”

Bischof Stefan Oster
Bp BB 75 Jahre Dioezesanbauamt Ausstellung PA 14 07 2023 4 Foto: Bernhard Brunner

Nicht uner­wähnt ließ Oster im Bei­sein zahl­rei­cher Ver­tre­ter von Pla­nungs­bü­ros, Bau­fir­men und Pfarr­kir­chen­stif­tun­gen im Muse­um in der Neu­en Resi­denz sein Pri­vi­leg einer Haus­ka­pel­le. Um dort eine für ihn beson­ders hei­me­li­ge Atmo­sphä­re zu schaf­fen, habe er den Diö­ze­san­bau­meis­ter über­zeu­gen kön­nen, einen Tep­pich­bo­den ver­le­gen zu las­sen, berich­te­te der Bischof augen­zwin­kernd. Doch im Ernst: Oster zeig­te sich gegen­über Jochen Jar­zom­bek und des­sen Team wirk­lich dank­bar für das ästhe­ti­sche Gespür bei allen bau­li­chen Maß­nah­men – auch für das Glau­bens­the­ma“. Bei den Pro­jek­ten sei spür­bar, dass sie mehr als nur eine welt­li­che Funk­tio­na­li­tät hätten.

Nach den bis­he­ri­gen Glanz­lich­tern sei­ner Tätig­keit als Diö­ze­san­bau­meis­ter befragt, beton­te Jar­zom­bek, dass das High­light für ihn zum 1. Juni 2008, sei­nem ers­ten Arbeits­tag in Pas­sau, begon­nen habe – und das hält nach wie vor an.“ Die Arbeit eines Archi­tek­ten hän­ge grund­sätz­lich von der Reso­nanz und Rück­kopp­lung bei Nut­zern und Bau­her­ren ab, die sie bestellt hät­ten. Gute Archi­tek­tur und gute Gestal­tung kann nur im Mit­ein­an­der ent­ste­hen“, for­mu­lier­te Jar­zom­bek als sein Cre­do – ver­bun­den mit dem Dank an die Auf­trag­ge­ber. Das High­light bezie­he sich nicht nur auf die Grö­ße und Bedeu­tung des Bau­werks, son­dern es könn­ten auch klei­ne und viel­leicht unschein­ba­re Sachen sein.

Hier der Podcast-Ausstellungsrundgang mit Kunstreferent Alois Brunner:

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Der Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek im Radiointerview zum Jubiläum (Aufzeichnung März 2023):

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Beson­ders erin­ner­te sich der Diö­ze­san­bau­meis­ter an Auf­ga­ben, Glau­ben­s­or­te und Altar­räu­me zu schaf­fen, bis hin zur Anwe­sen­heit bei der jewei­li­gen Altar­wei­he. Dabei mer­ke man, um was es gehe: Wohn­stät­te Got­tes zu schaf­fen.“ Spon­tan zähl­te er meh­re­re Pro­jek­te wie die Fili­al­kir­che Jochen­stein, die Valen­tins­ka­pel­le sowie die Pfarr­kir­chen St. Paul und Rai­ten­has­lach auf der sakra­len Sei­te auf, dazu die Gise­la-Schu­len, das Tipi-Dorf in Mes­ser­schmid­müh­le, aktu­ell die Home­ba­se am Dom­platz, Wohn­bau­ten wie in Pocking, das Haus St. Max, das Kon­ra­dinum und die Innen­re­no­vie­rung der Cari­tas-Zen­tra­le am Stein­weg in Pas­sau als Lebens- und Arbeits­or­te auf. Zum Aus­stel­lungs­ti­tel ver­wies Jar­zom­bek auf die Zwei­deu­tig­keit des Begriffs Kir­che – sowohl für Gebäu­de als auch für die Glau­bens­ge­mein­schaft. Das Fra­ge­zei­chen ste­he für die Unge­wiss­heit der Zukunft, das Aus­ru­fe­zei­chen dafür, dass, solan­ge es das Diö­ze­san­bau­amt gebe, gebaut wer­de – ob Bau, Um‑, An- oder Rückbau.

Die Lacher auf ihrer Sei­te hat­te die Vize-Land­rä­tin von Rot­tal-Inn, Edel­traud Platt­ner, die als Kir­chen­pfle­ge­rin von Wald­hof bei Pfarr­kir­chen preis­gab, wor­auf bei Rei­sen zum Bischöf­li­chen Finanz­di­rek­tor zu ach­ten sei, wenn es dar­um gehe, Gel­der für die Kir­chen­re­no­vie­rung los­zu­ei­sen. Neben lan­gem Atem beim War­ten auf einen Ter­min soll­ten Kir­chen­pfle­ger und Pfar­rer zur Fahrt nach Pas­sau ihr ältes­tes Gewand anzie­hen, erzähl­te die frü­he­re Land­tags­ab­ge­ord­ne­te. Ernst­haft rief sie dazu auf, d’Sach z’sammhalten“ zu müs­sen und wei­ter dar­auf zu ach­ten, sich das Not­wen­di­ge erst dann zu leis­ten, wenn man dazu in der Lage sei. Unterm Strich“ habe es eine gute Zusam­men­ar­beit gege­ben, so Edel­traud Platt­ner, die Dr. Josef Sonn­leit­ner lachend wie folgt zitier­te: Mit ihnen reden, das kos­ten immer so viel Geld.“

Mit Blick auf die Kos­ten­si­tua­ti­on – nicht zuletzt wegen Min­der­ein­nah­men aus der Kir­chen­steu­er nach den vie­len Aus­trit­ten – deu­te­te der Finanz­di­rek­tor an, dass das Bis­tum wie auch die betref­fen­den Kir­chen­stif­tun­gen bei Reno­vie­run­gen künf­tig wohl nicht mehr auf dem gewohn­ten Level unter­wegs sein könn­ten. Die Fokus­sie­rung wer­de auf dem Erhalt der Pfarr­kir­chen lie­gen, doch mit Abstri­chen, so Sonn­leit­ner, der den Ver­ant­wort­li­chen in den Pfar­rei­en bestä­tig­te: Ohne Euch gin­ge das alles nicht.“ Impo­sant war die Zahl, die er auf­rief. Dem­nach hat die Kir­che von Pas­sau in den letz­ten 25 Jah­ren deut­lich über eine Mil­li­ar­de Euro ver­baut“. 35 Pro­zent davon sei­en in den Kir­chen­stif­tun­gen und von den Kir­chen­ver­wal­tun­gen – gera­de auch in den klei­nen – ein­ge­sam­melt und erwirt­schaf­tet worden.

Kunst­re­fe­rent Alo­is Brun­ner mach­te auf die sub­si­diä­re Bau­last des Staa­tes auf Basis des Bau­pflicht­voll­zugs­ver­trags und des Kon­kor­dats vor allem für ehe­ma­li­ge Klos­ter­kir­chen wie Alders­bach, Fürs­ten­zell und Asbach auf­merk­sam. Er poch­te auf den sorg­sa­men Umgang mit lit­ur­gi­schen Gerä­ten und Para­men­ten bei deren Restau­rie­rung. Brun­ner hak­te ver­schmitzt lachend beim Wunsch des Bischofs auf die Aus­stat­tung sei­ner Haus­ka­pel­le mit einem Tep­pich­bo­den ein. Gera­de­zu mis­sio­na­risch ver­su­che er, gro­ße Tep­pi­che aus den Kir­chen her­aus­zu­brin­gen, weil sie die wun­der­schö­nen Natur­stein­bö­den wie Schleif­pa­pie­re kaputt scheuerten.

Nicht weni­ge Leu­te fühl­ten sich dem Kir­chen­ge­bäu­de näher ver­bun­den als der Insti­tu­ti­on Kir­che, weil sie ein Stück Hei­mat sei­en, Erin­ne­run­gen weck­ten, immer auch his­to­ri­sche und kunst­his­to­ri­sche Bau­wer­ke sei­en, wo die zuneh­mend säku­la­re Gesell­schaft mit dem Evan­ge­li­um in Berüh­rung kom­me, hob Pas­to­ral­re­fe­rent Dr. Maxi­mi­li­an Gigl als Ko-Autor des wun­der­schö­nen Aus­stel­lungs­ka­ta­logs her­vor. Vor­aus­set­zung für die­se Wir­kung sei es, dass die­se Gebäu­de leben­dig gehal­ten wer­den.“ Sonst bestehe die Gefahr, dass eine Kir­che zu einem Muse­um ver­kom­me. Dank der Arbeit der Restau­ra­to­ren könn­ten Kir­chen­ge­bäu­de dem Evan­ge­li­um eine Zukunft geben und zei­gen, dass hier Men­schen mit Gott leben.“

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Text: Bern­hard Brunner

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