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Soziales

Arbeiten im Hospiz – was macht das mit mir?

Thomas König am 05.02.2019

Hospiz Pb 3

Zum Weltkrankentag am 11. Februar: Zwei Schwestern erzählen aus ihrem Berufsalltag im Niederalteicher Hospiz, wie sie mit Krankheit, Tod und Sterben umgehen und wie diese Arbeit ihr Leben und Denken beeinflusst.

Text und Bild: Uschi Frie­den­ber­ger

Im Zim­mer Nr. 3 im Nie­der­al­tei­cher St. Ursu­la-Hos­piz ist ein mun­te­res Gespräch im Gang. Schwes­ter Maria und Schwes­ter Eli­sa­beth sit­zen am Bett einer Pati­en­tin, die erst letz­ten Sep­tem­ber die Dia­gno­se einer unheil­ba­ren Krank­heit bekom­men hat. Im St. Ursu­la-Hos­piz ver­bringt sie nun die letz­te Weg­stre­cke ihres Lebens. Seit Eröff­nung der Ein­rich­tung vor drei­ein­halb Jah­ren hat das Pfle­ge­per­so­nal hier 407 Pati­en­ten – die im Hos­piz Gäs­te genannt wer­den – betreut und beglei­tet bis zum Tod. Wenn schwe­re Krank­heit, Tod und Ster­ben zum Berufs­all­tag gehö­ren – was macht das mit den Schwes­tern? Mich haben die drei­ein­halb Jah­re im Hos­piz schon ver­än­dert. Das Leben wird inten­si­ver und bewuss­ter“, stellt Eli­sa­beth Hand­los bei einem Gespräch im Schwes­tern-Auf­ent­halts- und Pau­sen­raum fest. Die 31-jäh­ri­ge Alten­pfle­ge­rin aus Kirch­berg im Wald hat vor ihrer Zeit im Hos­piz im sta­tio­nä­ren Alten­pfle­ge­heim, im ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst und in einer Reha-Kli­nik gear­bei­tet. Da hat man auch immer ver­sucht, das Bes­te zu geben, aber das hat nicht gereicht“, bedau­ert sie. Für mich war es ein­fach nicht befrie­di­gend, wenn ich 15 Leu­te waschen muss­te und wenn dann viel­leicht jemand gefragt hat, ob ich noch 15 Minu­ten am Bett sit­zen blei­ben kann, muss­te ich sagen, es tut mir leid, ich muss jetzt wei­ter. Ich habe das Scha­dens­be­gren­zung‘ genannt.“ Eli­sa­beth Hand­los wei­ter: Das ist der Unter­schied zu frü­her, dass ich jetzt befrie­digt von der Arbeit raus gehe. Wir haben hier wesent­lich mehr Zeit. Ich kann den Men­schen wirk­lich Gutes tun in ihrer letz­ten Pha­se und sie bis zum Schluss beglei­ten. Hier im Hos­piz ist es oft ein schö­nes Ster­ben, in Ruhe, beglei­tet, symptomfrei.“

Eine Arbeit, die befriedigt: Für die Menschen wirklich da sein – dafür haben die Pflegefachkräfte im St. Ursula-Hospiz Zeit (im Bild oben v.r.: Maria Eginger und Elisabeth Handlos)

Natür­lich sei­en da auch Fäl­le, die ihr nahe gehen. Aber mich belas­tet nicht das Ster­ben an sich, son­dern die Schick­sals­schlä­ge, die dahin­ter ste­hen, wenn bei jün­ge­ren Pati­en­ten viel­leicht noch Kin­der zurück blei­ben. Das berührt mich dann schon stark.“ Mit nach Hau­se nimmt die 31-Jäh­ri­ge die­se Pro­ble­me den­noch nicht, denn da ist dann gleich Ram­bazam­ba“ mit den zwei eige­nen klei­nen Kin­dern. Und dadurch, dass ich viel Sport mache – von Wan­dern und Tou­rens­ki­ge­hen bis zum Fuß­ball­spie­len in der Damen-Mann­schaft von Kirch­berg in der Bezirks­ober­li­ga – habe ich auch einen guten Aus­gleich. Das nimmt viel Druck weg und macht den Kopf frei!“ In Erin­ne­rung blei­ben Eli­sa­beth Hand­los vor allem Glücks­mo­men­te, wenn Pati­en­ten zum Bei­spiel sagen: Ihr habt‘s mir noch­mal wahn­sin­nig schö­ne Wochen oder Mona­te geschenkt!“

Die gan­ze Geschich­te lesen Sie im aktu­el­len Pas­sau­er Bistumsblatt!